Freitag, 28. Dezember 2012

Online-Publishing: Wie kann man Inhalte viral verbreiten?

Oft redet man im Zusammenhang mit Online-Publishing nur über die Inhalte, deren Qualität und Aktualität. Die politische Plattform Upworthy stellt ein anderes Thema in den Vordergrund: Die Aufbereitung der Inhalte, damit sie im Netz weitergegeben werden. Die zentrale Frage: Wie kann man Inhalte viral verbreiten?

Dafür hat Upworthy ein schöne Präsentation veröffentlicht, die einige Fakten und Einsichten vermittelt, die einem beim Online Publishing konkret helfen.

Die Expertise von Upworthy spricht für die Inhalte der Präsentation. Upworthy wurde im März 2012 gegründet und hat bis Jahresende über 800.000 Fans bei Facebook und 43.000 Follower bei Twitter generiert - und das zumeist mit Content, der nur verlinkt ist.

Damit ist Upworthy quasi eine Aggregationsseite, aber keine automatische wie news.google.com, sondern eine redaktionell gepflegte und die Redaktion kümmert sich vor allem um etwas, was man auch im klassischen Print-Geschäft - speziell im Boulevard - kennt: Headlines texten und Headlines testen.

Und neben den Headlines gibt es ein zweites zentrales Arbeitsgebiet: Das passende Framing von Inhalten, also die Einbettung in einen Erklärungsrahmen, der sich dazu eignet, geteilt und geklickt zu werden.

Wer etwas mit Social Media und Online Publishing zu tun hat, sollte diese Präsentation auf jeden Fall einmal anschauen - dümmer wird man nicht!

Conversational Intelligence

Judith E. Glaser entwickelte das Konzept der Conversational Intelligence, siehe dazu grundlegend auch Glaser, Judith E.: Creating We: Change I-Thinking to We-Thinking, Build a Healthy, Thriving Organization: Change 'I' Thinking to 'We' Thinking and Build a Healthy, Thriving Organization, Avon Mass.: Adams Publishing. In einem Blogbeitrag auf HBR schildert sie, warum man oft aneinander vorbeiredet und dass man bei Gesprächen zu Monologen tendiert.

Als Sozialwissenschaftler merkt man dazu auf denn: Welche Folgen hat das dauerhafte Aneinandervorbeireden für die Effizienz von Kommunikation? Ohne dies tiefgründig zu durchdenken, fand ich jedenfalls die Praxistipps für den Alltagsgebrauch ganz hilfreich. So empfiehlt Judith E. Glaser (zitiert nach HBR):

Stop
  • assuming that others see what you see, feel what you feel, and think what you think, since that's rarely the case
  • failing to recognize that emotions, such as fear and distrust, change how you and others interpret and talk about reality
  • thinking you understand and remember what others say, when you really only remember what you think about what they've said.
  • underestimating your own propensity to have conversational blind spots!
Start
  • paying attention to and minimizing the time you "own" the conversational space
  • sharing that space by asking open-ended discovery questions, to which you don't know the answers, so you stay curious (i.e. What influenced your thinking?)
  • listening non-judgmentally to the answers
  • asking follow-up questions

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Tatort ohne Krombacher

Fast hätte ich es schon wieder vergessen, wenn ich heute nicht über einen Artikel auf wuv.de gestolpert wäre. Tatsächlich, ab nächstes Jahr ist es vorbei mit dem Presenting von Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach 20.00 Uhr. Das heißt auch: Die Krombacher Brauerei muss sich von ihrem äußerst dauerhaften Presenting des Tatorts verabschieden. Am 30.12.2012 wird zum letzten Mal vor der Sonntagsabendkultsendung ein Sponsoring-Clip zu sehen sein.

In einer Pressemitteilung des Unternehmens aus dem Siegerland heißt es: „Krombacher hat in der Zeit seit 1995 sage und schreibe 570 'Tatort'-Folgen als offizieller Presenting-Partner begleitet“.

Die erste Tatort-Folge, die von Krombacher präsentiert wurde, lief am 26.3.1995. Der Frankfurter Komissar Brinkmann (der mit der Fliege) ermittelte über eine "Mordnacht" - erdacht und inszeniert von Heinz Schirk.

Grund für die Änderung ist der Umstand, dass Presenting jetzt als Werbung gesehen wird. Der Hintergrund ist die Umstellung der GEZ-Gebühr zum haushaltsabhängigen Rundfunkbeitrag. In diesem Zusammenhang machten die öffentlich-rechlichen Sender einige Zugeständnisse, denn der neue Rundfunkbeitrag wird mehr Geld einspielen als die alte GEZ-Gebühr.

Freitag, 21. Dezember 2012

Digital Tops USA 2012: Smartphones und Google

Quelle: Nielsen
Das Marktforschungsinstitut Nielsen hat in seinem Blog einige interessante Fakten zum Jahr 2012 veröffentlicht. 2012 ist das Jahr, in dem Smartphones die Marktführerschaft bei der MObiltelefonie übernahmen. Seit März telefonieren mehr als 50% der US-Amerikaner mit einem Smartphone. Nielsen hat die Daten auch auf ethnische Gruppen heruntergebrochen. Interessant: Die Weißen hinken hinterher (44,7%), während Hispanics, Afroamerikaner und vor allem Asianamericans zum Smartphone greifen.

Welche Software die Smartphones in den USA antreibt, ist auch klar: Android liegt mit 52% deutlich vor Apple's iOS. Blackberry, Windows Phone, Symbian und Co bringen es zusammen auf gerade mal 14%.




Quelle: Nielsen

Interessant ist auch die Liste der zehn stärksten Webseiten in den USA, gemessen anhand der Zahl eindeutiger Besucher (unique visitors). Da liegt Google deutlich vorne mit rund 172 Mio. Menschen, die monatlich in den USA die Suchmaschine aufrufen. Facebook und Yahoo (!) folgen auf den Plätzen. Hier ist spannend: Nimmt man die Microsoft-Angebote zusammen (also die Plätze 5 und 6), so würde Microsoft ganz vorne liegen. Überraschend - aus deutscher Sicht - auch das starke Abschneiden von AOL und Ask.

Vergleich man die durchschnittlichen Besuchszahlen der Webseiten mit den durchschnittlichen Nutzungszahlen der Apps, sieht man, wie wichtig mittlerweile der mobile Markt ist. Immerhin 44 Mio. Menschen gehen durchschnittlich im Monat über Android auf die Googe-Suche und 41 Mio. nutzen GoogleMaps unter Android. Maps ist auch beim iPhone vorne (32 Mio. Unique Users)

Donnerstag, 20. Dezember 2012

GPS Wanderatlas informiert (Dezember 2012)

Am Altenberg auf der Hörre (Lahn-Dill-Bergland)
Hallo liebe Wanderfreunde,

eine abwechslungsreiche Outdoor-Saison neigt sich dem Ende. Wir nutzen die Gunst der weihnachtlichen Ruhe, um uns bei unseren Lesern zu bedanken. Viele Hinweise, Tipps, Wanderungen und Aufmunterungen haben uns im Laufe des Jahres erreicht.

Im Blick zurück können wir auf ein erfolgreiches Jahr 2012 schauen. Wir haben rund 10,5 Mio. Seitenabrufe erreicht und über 450.000 Leser mit Ausflugstipps und Wandertouren bei ihrer Freizeitplanung unterstützt. Für den von uns derzeit bedienten Raum (NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen) ist das sehr ordentlich. Wir wissen von keiner anderen Internetseite, die in diesem regionalen Umfeld stärker wäre.

Aber nicht die Menge an Zugriffen ist unser erstes Ziel. Wir wollen vor allem ein gut recherchiertes, unabhängiges Informationsportal für Tagesausflüger und Kurzurlauber sein. Daher orientieren wir uns an dem Motto "Klasse statt Masse". Trotzdem sind wir mittlerweile bei über tausend Touren, die veröffentlicht sind oder in Kilometern ausgedrückt: Über 30.000km beschriebene Wanderwege stehen derzeit zur Verfügung.


Ein Blick in die Statistik zeigt, dass im Jahr 2012 in Punkto Fernwanderwege vor allem die "Klassiker" gut gelaufen sind. Rheinsteig und Rothaarsteig erfreuen sich ungebremster Beliebtheit. Neue Fernwege wie der Lahnwanderweg dagegen haben  - vieleicht auch aufgrund der mangelhaften Vermarktung - sehr wenig Nachfrage generiert.

Bei den Rundwanderwegen gab es neben Geheimtipps wie dem Brexbachschluchtweg (16km) oder der Drei-Gipfel-Tour am Feldberg (14km) auch eine ganze Reihe neuer "Marken"-Wege, z.B. die Erlebniswege Sieg, die Bergischen Streifzüge oder die Wäller Touren. Hier merken wir sehr positive Resonanz.

Soviel von uns zu diesem Jahr. Wir wünschen euch eine frohe Zeit und einen guten Start in 2013.

Glück auf!
Euer GPS Wanderatlas Deutschland

PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

The Fast and the Accurate: Customer Service und Social Media

Quelle: Nielsen-McKinsey
It's better to be fast than effective - das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Nutzern von Social Media Angeboten, die Nielsen-McKinsey 2012 durchgeführt hat. Es ging dabei um die Nutzung von Social Media Angeboten für Kundenanfragen an das Unternehmen, was man auch als Social Care thematisiert.

Das interessante Ergebnis: nicht der Inhalt der Antwort ist entscheidend für die Kundenzufriedenheit, sondern allein die Geschwindigkeit, mit der geantwortet wird. Selbst Antworten, die nicht die Frage des Kunden klären, sind besser als gute Antworten, solange sie nur schnell kommen. Und noch beeindruckender: Eine langsame, aber gute Antwort wird weniger geschätzt, als wenn das Unternehmen sich gar nicht meldet. Nur die Geschwindigkeit zählt.

Ebenfalls eine wichtige Erkenntnis: Kunden ist es egal, ob man einen speziellen Mitarbeiter für Social Media Response freigestellt hat. Wenn ein Unternehmen einen Twitter-Account oder eine Facebook-Seite betreibt, geht der Kunde automatisch davon aus, dass das Unternehmen hier aktiv ist. Und wenn das Unternehmen dann nicht antwortet, sind schlechte Feedbacks vorprogrammiert.

Apropos schlechtes Feedback: Eine einzelne schlechte Veröffentlichung braucht fünf positive Botschaften, um neutralisiert zu werden - auch das eine interessante Zahl aus dem Report.

Wie China auch im Internet die Nummer 1 werden will

Quelle: Focus Online
Holger Schmidt (Netzökonomie-Blog, Focus) hat heute in Focus Online eine interessante Geschichte über Internet-Unternehmen aus China veröffentlicht. Darin ganz interessante Zahlen, z.B. dass Tencent (sowas wie das chinesische 1-und-1) mittlerweile 800 Mio. Nutzer hat, 7 Mrd USD Umsatz und 2 MRd USD Gewinn macht.

Renren, das selbsternannte chinesische Facebook, ist zwar mit 172 Mio. Nutzern Stand September 2012 noch weit hinter dem Netzwerk aus den USA, aber anders als z.B. bei der deutschen VZ-Gruppe wachsen die Chinesen.

Speziell im mobilen Web sehen die großen Internetfirmen aus China ihre Chance, den Unternehmen aus den USA die Butter vom Brot zu nehmen. So gewann der Anfang 2011 gestartete Kommunikationsdienst WeChat in den ersten 18 Monaten immerhin schon mal 200 Mio. Nutzer. Und das koreanische Pendant zu WhatsApp - KakaoTalk - hat auch schon 80 Mio. Nutzer gewinnen können.

Was passiert innerhalb einer Minute alles im Internet

Quelle:
de.statista.com/themen/42/internet/infografik/790/60-sekunden-im-internet/
Statista hat heute eine wirklich gut gemachte Infografik zum Thema "60 Sekunden im Internet" veröffentlicht. Die Grafik veranschaulicht, was man sonst in Lehrbüchern gebetmühlenartig aber doch meist vergebens argumentiert: Das Internet ist heute das Leitmedium der Gesellschaft - qualitativ und quantitativ.


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Evergreen Content

Die New York Times hat einen interessanten Bericht über Brian Lam geschrieben. Brian Lam, Jahrgang 1977, war Redakteur bei Wired und Chefredakteur bei Gizmodo, einem der wichtigsten Blogs (und redaktionellen Umfelder) zu Technologieprodukten. 2008 kehrte Lam dem klassischen Online-Journalismus den Rücken. Einfach nur viel und schnell Text zu produzieren führte bei ihm zu einem Burnout.

Aber - so die NYT: Leopards don't change their spots. Lam ist wieder als Online-Journalist unterwegs. Diesmal aber nicht mit dem Motto: Je mehr Seiten, desto mehr Klicks. Lam geht genau einen anderen Weg: Sein neues Technik-Blog the wirecutter versucht, weniger aber dafür relevante und zeitüberdauernde Inhalte zu publizieren. “I was tired of doing posts that were obsolete three hours after I wrote them. I wanted evergreen content that didn’t have to be updated constantly in order to hunt traffic. I wanted to publish things that were useful.” (NYT, Hervorhebung von mir).

The Wirecutterhat derzeit zwar nur rund 350.000 PIs im Monat. Dafür aber werden deie Technikempfehlungen oft geklickt: CTRs von 10-20% sind bei The Wirecutter die Regel. Das führt durch Einbindung von Affiliateprogramme zu Provisionserlösen, die die Haupteinnahmequelle vom Lams Blog sind.

Qualitätsinhalte bringen weniger Impressions, aber mehr on-site clicks. On-Site-Clicks und auch die Verweildauer auf einer Seite werden so zu den Gradmessern journalistischen Erfolg im Internet.

Montag, 17. Dezember 2012

Die gute alte Internetzeit

Man mag es kaum glauben, aber mittlerweile gibt es sogar schon so etwas wie Internet-Nostalgie. Man erinnert sich daran, wie das Web war, bevor Facebook, Google und Co. da waren. Ein sehr schöner besinnlicher Bericht passend zur Vorweihnachtszeit hat dazu Anil Dash verfasst. Unter dem Titel The Web We Lost beschreibt er, was in den letzten Jahren verloren gegangen ist - auch unter dem Gesichtpunkt, dass die unter Zwanzigjährigen die gute alte Internetzeit gar nicht mehr kennen.

Lesenswert - wie meisten, wenn Dash in die Tasten greift.

Freitag, 14. Dezember 2012

So arbeitet Google. Und was man als Shopbetreiber von Google lernen kann.

Zwei Themen, die nicht viel miteinander zu tun haben, die ich aber beide heute morgen gelesen habe und dabei direkt zwei Mal grinsen musste.

Zum einen beschäftigt sich die österreichische Web Design Agentur mit dem Thema "distances and heroism in user interfaces". Sie zeigen im Google60 Search Mad Men Style, wie die Suchmaschine funktioniert und wie man sie optimal bedient - toll grafisch und technisch umgesetzt!

Zum anderen gibt es ein aktuelles Video von Google, dass man allen Verantwortlichen von Webshops zeigen sollte. Es überträgt die Logik von Webshops auf reale Läden und zeigt, wie skurril viele Dinge im Internet ablaufen. Lustig und gleichzeitig sehr gut auf den Punkt.

Der schöne Schein und das Biest: Warum Verlage im Internet scheitern

Gestern las ich im Online-Journalismus-Blog von Stefan Dörner einen schönen Artikel über die Lebenslügen des digitalen Avantgarde und der Verlage.

Als Lebenslüge wird eine Vorstellung bezeichnet, deren Fürwahrhalten, so unbegründet oder ungereimt sie auch sein mag, einem Menschen das Dasein erträglich macht, und woraus er den Mut schöpft, weiterzuleben. Der Begriff wurde von Henrik Ibsen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt, der damit das krampfhaftes Festhalten am schönen Schein anprangerte, das für ihn typisch für das Bürgertum war.

Was nun sind die Lebenslügen, die das Leben von digial natives auf der einen und bricks-and-mortar Verlagen auf der anderne Seite erträglich gestalten? Dörner greift jeweils Aspekte auf:

Fünf Lebenslügen der Digitalen Avantgarde
1. “Die Verlage haben das Internet verschlafen”
2. “Es gibt funktionierende Geschäftsmodelle für Qualitätsjournalismus im Netz”
3.”Es gibt keine Krise des Journalismus, sondern der Verlage”
4. “Es mangelt nur an der konsequenten Paid-Content-Stragie – bequem und einfach umgesetzt”
5.”Eine konsequente Digitalstrategie wäre die Lösung des Problems – immerhin fallen dann auch die Vertriebskosten weg”

Fünf Lebenslügen der Verlage
1. “Fehlendes Unrechtsbewusstsein haben die Gratis-Kultur des Internets befördert”
2. “Die Verlage setzen online auf Qualitätsinhalte”
3. “Google verdient mit Verlagsinhalten Geld”
4. “Digitalinhalte mit Layout im Tablet-Format sind eine Alternative zum Gratis-Web”
5. “Das Hauptproblem ist die Gratis-Kultur im Netz”




Dass sich auf Basis dieser Lebenslügen prima leben lässt, zeigt sich seit über zehn Jahren - als die Tageszeitungen sich die Rubrikenmärkte aus der Hand nehmen ließen von Branchenneulingen wie mobile, friendscout oder monster.

Das einzig Dumme ist: Eine Lebenslüge verhindert nicht den Fortschritt. Als ich jüngst einen Kurs von Erstsemestern (18-20 Jahre als, rund 30 Personen) über die Nutzung von Zeitungen und Zeitschriften befragte, kam heraus, dass keiner von Ihnen Zeitung liest und nur ein Anteil von rund 20% ab und an eine Zeitschrift kauft. Dennoch verbringen die jungen Leute mehr Zeit mit Medien und über Medien vermittelte Inhalte als alle Generationen vorher. Mal schauen, wie lange die Lebenslügen noch tragen.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Wandern und Pilgern auf der Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda

Blick auf Mainz am Rhein von Mainz-Kastel aus
Es ist schon gute Tradition: Im Dezember stellt der GPS Wanderatlas Deutschland als GPS Wanderweg des Monats eine klassische Pilgerstrecke vor. 2012 haben wir uns für die Bonifatius-Route entschieden. Die Redaktion war sich einig: Die Bonifatius-Route ist nicht nur für klassische Pilger interessant. Durch die geschickte Wegführung ist die Bonifatius-Route auch eine klare Empfehlung für Etappenwanderer, die das Herz von Hessen durchqueren möchten.

Vom Rhein durch den Main-Taunus nach Frankfurt, weiter in die Wetterau und durch den Vogelsberg in die Domstadt Fulda - das ist die Kurzbeschreibung der Bonifatius-Route. Ausfühlicher sind natürlich die Beschreibung, die der GPS Wanderatlas für die einzelnen Etappen ab morgen (14.12.2012) vorstellt. Und dazu gibt es folgende Pressemitteilung, die ich "proudly" hier im Docblock zuerst veröffentliche:

Bonifatius-Route: Pilgern durch Taunus, Wetterau und Vogelsberg
Mit GPS über die Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda


(Beselich, 13. Dezember 2012). Als letzte Ehre wurde der Leichnam von Bonifatius, dem Apostel der Deutschen und Bischof von Mainz, von seinem Dienstsitz am Kaiserdom nach Fulda gebracht, wo er beigesetzt wurde. Noch heute ist die Bonifatius-Krypta im Fuldaer Dom Ziel zahlreicher Wallfahrer. Und viele von ihnen kommen von Westen über die Bonifatius-Route.


Die Bonifatius-Route wurde 2004 angelegt. Da man den originalen Verlauf des Leichenzugs nicht für Wanderer zugängig machen konnte, da hier heute Autobahnen und Siedlungen ein Durchkommen schwer machen, orientiert sich der Pilgerweg nur am Verlauf des Leichenzugs. Dafür bindet er unterwegs aber zahlreiche Sehenswürdigkeiten ein, was sonst bei Pilgerwege eher unüblich ist.

Die Bonifatius-Route ist daher auch nicht nur für Pilgerer interessant, sondern auch für Wanderer, die auf dieser West-Ost-Route durch das Herz von Hessen marschieren können.

Startpunkt der Bonifatius-Route ist der Kaiserdom in Mainz, wo Bonifatius 745 Bischof wurde. Nach Querung des Rheins steht man in Wiesbaden und kommt an der Reduit vorbei zur Maaraue, einer Halbinsel an der Einmündung des Mains in den Rhein.

Die Bonifatius-Route folgt nun dem Main durch die südlichen Ausläufer des Taunus bis nach Frankfurt, wo man vom Bonifatiuspark im Stadtteil Riedberg einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Bankenstadt genießt.

Über Bonames geht es in die Wetterau. Weite Landschaften faszinieren den Wanderer. Am Glauberg (277m) passiert man das Museum Keltenwelt, das anschaulich erläutert, wie der Glauberg seit der Jungsteinzeit besiedelt war.

Über Lißberg und Hirzenhain erreicht die Bonifatius-Route den Vogelsberg und leitet den Wanderer durch den Oberwald nach Ilbeshausen-Hochwaldhausen. Dann geht es in den Gieseler Forst und über die Kleinheiligkreuz-Kapelle führt die Bonifatius-Route hinab nach Fulda.

Die Bonifatius-Route wird ab Freitag (14. Dezember) in neun Tagesetappen als GPS Wanderweg des Monats im GPS Wanderatlas Deutschland vorgestellt. Für den Gesamtweg und die einzelnen Tagestouren werden kostenfrei die aktuellen Wegdaten in Form von GPX-Dateien für mobile Navigationsgeräte bereit gehalten.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein redaktionelles Angebot, das sich speziell an den Bedürfnissen von Wanderern, Tagesgästen und Ausflugstouristen orientiert. Wer kurzfristig etwas in der Region unternehmen möchte, findet im GPS Wanderatlas Deutschland eine sehr fein gegliederte und praktische Planungshilfe.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein Produkt der Wanderatlas Verlag GmbH mit Sitz in Beselich bei Limburg. Das Unternehmen wurde im April 2010 gegründet, um Tagestouristen und Wanderer überregional und unabhängig mit Informationen für Touren, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten zu versorgen. Aktuell gibt es den GPS Wanderatlas für die Wandergebiete Sauerland, Westerwald, Taunus, Oberhessen und Bergisches Land.

Wer-kennt-wen vor VZ-Netzwerken

Wer hätte das gedacht. Noch 2009 - wir entwickelten gerade mit OpenSocial eine App für die Vz-Netzwerke - waren StudiVz, MeinVz und SchülerVz eine Bastion. Nirgends tummelten sich mehr Internetnutzer in Deutschland, nirgends gab es mehr Klicks. Die verantwortlichen Manager, die das Internet weltoffen durch ihre Hornbrillen analysierten, fühlten sich als Master of the Universe.

Dass diese Situation tatsächlich innerhalb von wenigen Monaten wegbricht und Facebook den deutschen Platzhirsch binnen kürzester Zeit obsolet machte, dachte man damals noch nicht.

Dass mittlerweile aber sogar solche Seiten wie Wer-kennt-wen die VZ-Netzwerke überholt haben, spricht Bände und gibt ein gutes Praxisbeispiel für schlechtes Management.

(c) http://de.statista.com/themen/42/internet/infografik/442/visits-der-deutschen-sozialen-netzwerke/


Mittlerweile ist aus der Vz-Welt eine neue Firma geworden, die poolworks ltd. Die möchten mit der Seite idpool.de einen Neuanfang starten.Bedenkt man, dass die Vz-Gruppe noch vor 2-3 Jahren insgesamt 17 Millionen Mitglieder und pro Monat gut 385 Millionen Visits und über elf Milliarden Seitenabrufe hatte (vgl. Wikipedia), ist das schon ein echtes Lehrstück in Sachen Strategieentwicklung und operatives Management.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

E-Reader vs Tablets oder: Kindle vs iPad

Die auf Technologietrends spezialisierten Marktforscher von iSuppli berichten über rapide sinkende Absätze von E-Reader, die vor allem durch Amazons Kindle bekannt sind. Dementgegen legen die Verkaufszahlen von Tablets enorm zu. Während die Verkäufe von E-Readers in 2012 um 36% sinkt und weltweit noch knapp 15 Millionen Einheiten beträgt, werden in 2012 wohl rund 120 Millionen Tablets verkauft.

Als Gründe nennt iSuppli vor allem den Trend zum Universalwerkzeug - also eine Art digitales Schweizer Offiziermesser. Da man nicht kontinuierlich liest, sondern nur ab und an ein Häppchen, kann man dies bequem auf seinem Tablet machen. Klar, für dauerhaftes Lesen taugen die beleuchteten Bildschirm der Tablets nicht. Aber offensichtlich lesen die wenigsten Menschen dauerhaft. Bzw. wenn sie es tun, greifen sie vielleicht doch lieber zum - Achtung, böser Wort: GEDRUCKTEN Buch???

Eine ähnliche Entwicklung zum "One size fits all" zeigt sich bei Digitalkameras (braucht man nicht bei aktuellen Mobiltelefonen), Navigationsgeräten (braucht man nicht, wenn man ein Smartphone hat), MP3-Spielern (braucht man nicht), Diktiergeräten, Pager etc. pp.

Die Zahlen sprechen eine deutlich Sprache. Und diese macht m.E. auf gravierende Entwicklungen aufmerksam - das nämlich Spezialisierung zugunsten von Generalisierung heruntergefahren wird. Hängt man allerdings dem Gedanken an, dass sich die Leistungsfähigkeit moderner Gesellschaft eben durch Spezialisierung entwickelt hat - weil es spezialisierte Experten sind, die neue Technologien und Verfahren ausarbeiten - dann deutet dass in eine Richtung, die man auch als Abgesang auf den Vorsprung abendländischer Kulturen deuten kann.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Crowdfunding

Es ist selten, aber manchmal sagt ein Bild tatsächlich mehr als viele Worte. Hier ein gutes Beispiel von der Seite svenk.de, die ich gestern wegen eines gelungenen Artikels über "historische" Zigarettenwerbung aufsuchte und dabei über diese Grafik gestolpert bin
(c) www.svenk.de

Samstag, 8. Dezember 2012

Cross Platform Report USA 2012

Wie die US-Amerikaner TV schauen, wie sich das Second Screen Verhalten beschreiben lässt, wie die Geräteausstattung und Gerätenutzung ist: All das verrät der Cros Platform Report 2012 von Nielsen auf Basis von Daten aus dem zweiten Quartal 2012.

Daraus geht z.B. hervor, dass der durchschnittliche Zuschauer pro Woche 34 Stunden vor dem TV-Gerät verbringt, jeder zweite Zuschauer ein Smartphone besitz und dieses auch vor dem Fernseher nutzt, um Informationen zu suchen oder zu kommunizieren. Die Studienergebnisse sind kostenfrei einsehbar: http://www.nielsen.com/content/dam/corporate/us/en/reports-downloads/2012-Reports/Nielsen-Cross-Platform-Report-Q2-2012-final.pdf

Freitag, 7. Dezember 2012

Shitstorm ist das Wort des Jahres in der Schweiz

Wengleich die Schweiz als beschaulicher Fleck Erde gilt, der sich vor allem durch Diskretion  - also Schweigsamkeit - auszeichnet, ist man selbst hier mittlerweile eines Phänomens gewahr geworden, dass auch an der Hochschule immer öfters in Form von Bacherlor- und Masterarbeiten thematisiert wird: Die als Shitstorms bezeichneten Empörungswellen, die durch die Verfügbarkeit einfachster Self-Publishing-Tools, die Verbreitungskraft großer Netzwerke und die Sicherheit einer gewissen Anonymität in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat.

In der Schweiz wurde nun das Wort Shitstorm als Wort des Jahres 2012 gewählt. Eine sechsköpfige Jury unter Federführung von DRS 3 hat aus über 1000 Vorschlägen der Schweizer Bevölkerung das Wort des Jahres 2012 gekürt. Und diese heisst «Shitstorm». «Bio» ist das Unwort, «shaz» das Jugendwort und «Vada a bordo, cazzo» der Satz des Jahres.

Da ich weder jung, noch Schweizer bin, konnte ich mit den Begriffen schaz und Vada a bordo, cazzo nichts anfangen und freue mich über die Darstellugn im Tagesanzeiger, die erläutern:
"Das Jugendwort des Jahres «shaz» bedeutet nichts Anderes als «Schatz». (...)Der Satz des Jahres lautet «Vada a bordo, cazzo» (Gehen Sie verdammt nochmal zurück an Bord). So brüllte Gregorio De Falco von der Livorneser Hafenbehörde den Kapitän der havarierten «Costa Concordia» an. Der Satz spiegelt laut Jury «den Zeitgeist von heute: Die Chefs gehen, die Angestellten baden alles aus»."

Responsive Web Design im Überblick

Immer mehr Endgeräte, die auf Internetangebote zugreifen: Das führt dazu, dass die Gestaltung von Webseiten nicht mehr ohne weiteres auf feste Grundauflösungen aufgesetzt werden kann. Dynamische Seitenverhältnisse und absolute Größen führen dazu, das eine Webseite - soll sie auf verschiedenen PC-Typen, Smartphones, Smart-TVs, Tablets etc gut aussehen  - flexibel auf das jeweilige Anzeigegerät regaiert.

Während beim klassischen (statischen) Webdesign für verschiedene Nutzergruppen verschiedene Seiten gebaut und dann auch gepflegt werden, gilt bei Responsive Webdesign die Devise: der Inhalte ist nur einmal vorhanden und wird ausschließlich durch das Style Sheet flexibel ausgeben. Möglich machen das HTML5 und CSS3.

Eine schöne, leicht verständliche Übersicht über das Thema gibt es bei MonsterTemplate, wobei die statische Darstellung als Infografik etwas übersichtlicher ist.

Responsive Web Design

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Medien-Ethik in der Praxis: Presserat rügt BILD, taz und WNZ

Medien-Ethik wird in der journalistischen Praxis durch den Pressekodex des Deutschen Presserats ausgestaltet. Im Pressekodex sind Verhaltensregeln im Sinne des journalistischen Berufsethos festgelegt, z.B. die Sorgfaltspflicht bei der Recherche (§2), die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt (§7) und die Wahrung der Persönlichkeitsrechte (§8).

Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu Verstößen zu den Regeln, die sich die Branche qua Selbstverpflichtung gegeben hat. Leser und Betroffene können sich beim Presserat beschweren und der prüft und rügt gegebenenfalls. So auch wieder bei der Sitzung Anfang Dezember 2012 in Berlin. Die Ergebnisse: 3 öffentliche Rügen, 1 nicht-öffentliche Rüge, 8 Missbilligungen und 17 Hinweise. 5 Fälle waren zwar begründet, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet, weil die Redaktion auf den ethischen Fehler angemessen reagiert hatte. 26 Fälle wurden als unbegründet bewertet.

Der Kress-Report nennt einige plastische Beispiele, darunter die Wetzlarer Neue Zeitung, die einen Sportler erst für tot, einen Tag später dann für schwer verletzt erklärte – und beides stimmte nicht. Chapeau, das ist Recherche aus der Tiefe der Region.

Die taz wünscht einem gewissen Thilo S., dass der nächste Schlaganfall sein Werk gründlicher verrichte. Autsch – da tritt ein selbsternannter Moralapostel die Würde des Menschen mit Füßen. Und wie immer ist natürlich auch wieder Schleichwerbung mit dabei.

Qualität vs Quantität im Onlinejournalismus

Eine gute Woche nach der Ankündigung, das erste reinrassige journalistische iPad-Magazin The Daily einzustellen, habe ich bei netzwertig heute einen schönen Artikel über The Magazine gelesen. Während das Gros der Konzepte für Online-Journalismus auf Menge setzt, geht The Magazine einen anderen Weg und veröffentlicht alle 14 Tage nur vier längere Artikel mit einem breiten Themenspektrum, dafür aber einer „engen“ Zielgruppe: The Magazine publishes about four medium-length articles every two weeks on a wide variety of subjects, generally for geeks and curious people.

Das Diktat der Masse hat sich im Online-Journalismus aus dem Umstand ergeben, dass die Finanzierung über Werbung Reichweite benötigt und Reichweite online nur erreicht werden kann, wenn man möglichst viele Inhalte anbietet, um seine Chancen, durch die Suchmaschine(n) gefunden werden dadurch signifikant erhöht. Klassische Beispiel sind etwa die Angebote von Spiegel Online oder aus dem Axel Springer Verlag.

Diese Strategie ist verständlich, wenn man Online-Journalismus als einen von mehreren Verwertungskanälen interpretiert.

Setzt man dagegen auf Online-Journalismus als einziges Verwertungsmodell und will dafür Vertriebserlöse erzielen, scheint der Ansatz von The Magazine besser zu punkten. Exklusiver Inhalte mit hoher Attraktivität für eine Zielgruppe untermauert den Anspruch, für das journalistische Produkt selbst Geld zu verlangen, während die Zweitverwertung von Nachrichten ohne Exklusivität wahrscheinlich nur kostenfrei angeboten werden kann.

Ob The Magazine im Markt für Online Journalismus reüssiert oder nicht, wird eine spannende Frage sein. Das im Oktober 2012 gestartete Projekt macht auf jeden Fall einige Dinge in meinem Verständnis richtig. Es setzt auf exklusiv erstellte Texte, die gerne gelesen werden (also quasi ein Pendant zu Printprodukten wie die Zeit, Neon oder auch Special Interest Magazinen). Und es nutzt konsequent die technischen Möglichkeiten: Neue Artikel sind sofort verfügbar und die Stärken des Zeitungskiosk werden ausgenutzt.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Prof. Dr. Thomas Becker zum Dekan für Medien- und Kommunikationsmanagement gewählt

...in eigener Sache wie man so schön sagt: im Dezember wurde ich durch den Fachbereichtsrat an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien zum Dekan für den Fachbereich Medien und Kommunikation gewählt und am 3.12.2012 von Rektor Prof. Dr. Peter J. Weber im Amt bestätigt.

Auf der heutigen Fachbereichssitzung konnte ich mich für die Wahl bedanken und zugleich die Vorstellungen für den Ausbau des Studienangebots in Richtung Medienmanagement und öffentliche Kommunikation vorstellen. Letzteres ist ein Prozess und kann daher noch nicht abschließend dargestellt werden (Grundüberlegungen dazu sind bereits veröffentlicht, siehe Wunschzettel: Wie sollte ein Masterstudiengang Medienmanagement aussehen).

Für Ersteres allerdings kann ich an dieser Stelle meine Dankesworte zur Ernennung in Form eines kurzen Gedächtnisprotokolls wiedergeben:



"Die Wahl zum Dekan im Fachbereich Medien und Kommunikationsmanagement bewerte ich nicht als Zeichen des Vertrauens in meine Person. Dafür bin ich zu kurz hier an der Hochschule. Dafür ist zu wenig bekannt, welche Positionen ich vertrete. Dafür wurde im Vorfeld der Wahl zu wenig über Inhalte gesprochen.

Die Wahl ist vielmehr ein Vertrauensvorschuss. Ein Vorschuss, der sich an einem Sachthema orientiert – dem weiteren Ausbau des Studienangebots im Fachbereich Medien und Kommunikationsmanagement. Ein Vorschuss, der in dem Treu und Glauben gegeben wird, dass etwas zurückkommt, oder: dass geliefert wird, um es „liberal“ zu formulieren.

Was können Sie erwarten bzw. mit was dürfen sie rechnen? Sehen Sie mich als ein Dienstleister in Sachen Produktmanagement. Wir alle – Studierende und Lehrende – formen hier an der Hochschule das Produkt Bildung. Und wie immer wenn es um Produkte geht, braucht man verschiedene Faktoren:


  • das Produkt muss möglichst passend auf den Markt zugeschnitten sein. Und hier stellt sich schon eine entscheidende Frage: Wer ist unser Markt eigentlich? Wer bezahlt letztlich das Produkt Bildung? Der Studierende oder die Wirtschaft, die nachher durch höhere Gehälter die Investition in Bildung für junge Menschen und deren Eltern kalkulierbar macht. 
  • die Qualität des Produkts muss verlässlich und überprüfbar sein. Was ist das, was unsere Absolventen nachher von Absolventen anderer Hochschulen unterscheidet und wie lässt sich sicherstellen, dass alle Absolventen in Calw diesen Bildungs-USP haben
  • das Produkt muss verfügbar und bekannt sein: hier geht es um Aufmerksamkeit und Transparenz in unseren Zielmärkten – die wir z.B. durch öffentlichkeitwirksame Projekte transportieren können
  • das Produkt muss seinen Preis wert sein: die in meinen Augen entscheidende Dimension: Wenn jemand rund 20.000 Euro für seine Grundausbildung – das Bachelorstudium – ausgibt, muss sich das durch bessere Startchancen in den Beruf auszahlen.
  • und schließlich muss sich das Produkt auch rentieren, ein Aspekt der letztlich wiederum auf die Attraktivität rückwirkt und den einfachen Schluss nahelegt: Eine attraktives Angebot sorgt für konstant hohe Auslastung sorgt für solide Finanzierung sorgt für den weiteren Ausbau der Attraktivität vor allem auch im Hinblick auf Forschung

 Diese Aspekte müssen wir als kleiner Anbieter im Bildungsmarkt besser beherrschen als öffentliche Hochschulen. Wir müssen fokussiert und ergebnisorientiert vorgehen und dafür – so meine Überzeugung – braucht es Produktmanagement. Und den Produktmanager nennt man an einer Hochschule Dekan. So weit mein Aufgabenverständnis. Herzlichen Dank für Ihren Vorschuss an Vertrauen!"

Freitag, 30. November 2012

Die Zukunft des Journalismus, oder: Wie man heute Journalismus macht

Es ist kein Geheimnis, dass ich von Clay Shirky einiges halte seit seiner Veröffentlichung von Here Comes Everybody. Jetzt hat Shirky zusammen mit C.W. Anderson und Emily Bell einen Bericht vorgelegt, der unter Creative Commons Licence frei verfügbar ist und sich mit dem Thema "postindustrieller Journalismus" beschäftigt und sich der Frage widmet, wie sich Journalismus an die Gegenheiten der Gegenwart anpassen kann.

Der Bericht kann kostenfrei von der Webseite der Columbia Journalism School herutergeladen werden und beschreibt auf gut 120 Seiten wichtige Einsichten.

Zentral sind dabei die fünf Glaubensgrundsätze, an Hand derer Shirky et al das Thema in vier Kapiteln aufarbeiten. Ich zitiere die Core Beliefs im O-Ton und kommentiere sie in eigenen Worten und mit eigenem Verständnis auf deutsch:

1. Journalism matters (die gesellschaftliche Funktion von Journalismus wird nicht durch Technologie aufgehoben)

2. Good journalism has always been subsidized (Journalismus darf nicht ausschließlich als Wirtschaftsunternehmen organisiert sein)

3. The internet wrecks advertising subsidy (Die Finanzierung von Inhalten durch Werbung bricht weg)

4. Restructuring is, therefore, a forced move. (Ohne neue Strukturen, Prozesse und Geschäftsmodelle lässt sich Journalismus  - z.B. in klassischer Printform - nicht aufrecht erhalten. Aber: Nicht der Journalismus als Funktion muss sich ändern, sondern seine Finanzierung)

5. There are many opportunities for doing good work in new ways. (Kollaboration, neue Recherchemöglichkeiten, neue Verteilwege etc. bieten enorm viele neue Chancen)

Wer sich inspirieren lassen will, lädt sich den Report und verbringt das Wochenende lesend :)

Mittwoch, 28. November 2012

Wie Ideen viral werden und warum wir mit Informationen umgehen wie ein DJ mit Musik

Heute zum Frühstück konnte ich einen schönen Artikel von Matthew Lieberman lesen, der sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Ideen ausbreiten oder anders formuliert: wie Viralität im sozialen Kontext funktioniert.

Ideen werden dann zu Memes - also einer Einheit, die ein kulturelles Symbol transportiert, wie z.B. aktuell der Gangnam Style des südkoreanischen Musiker PSY -, wenn sie das Potenzial haben, weiter erzählt zu werden. D.h.: Man gibt nur dann eine Idee weiter, wenn man glaubt, das Gegenüber findet sie interessant (lustig, aufregend etc.) genug, sie ebenfalls weiter zu verbreiten.

Es geht also nicht um die eigene Begeisterung für eine Idee und schon gar nicht um ein vermeintliches Ziel der Idee, sondern allein um die unterstellte Relevanz, die die Idee für andere haben könnte. In diesem Kontext sind Meinungsführer vonr besonderer Bedeutung, denn sie fungieren als eine Art "soziale Intelligenz" in Netzwerken.

Solche Meinungsführer "arbeiten" quasi wie ein DJ: Ein DJ hört Musik nicht wertfrei, sondern mit dem professionellen Ohr, das darauf horcht, ob neue Tracks dem Publikum gefallen wird. So gehen Meinungsführer im Internet mit neuen Ideen um, die dann aufgrund einer "sozialen Empathie" selektiert und nur dann weiter empfohlen werden, wenn man Interesse bei seinen Fans und Followers unterstellt.

Dieser von hinten aufgezogene Kommunikationsprozess auf Basis von Erwartungserwartungen ist übrigens ein schönes Beispiel für den soziologischen Kommunikationsbegriff sensu Luhmann.

Dienstag, 27. November 2012

Value of a Like (VOAL): Was ist ein Facebook-Like wert?

Dan Zarella von HubSpot hat sich an die Aufgabe gemacht, zu berechnen, was ein Facebook-Like tatsächlich wert ist. Um den Value of a Like zu berechnen, stellte er die VOAL-Formel auf.

http://blogs.hbr.org/cs/assets_c/2012/11/voal_formula-thumb-580x37-2789.jpg

L = Likes (Gesamtmenge der mit dem Konto verbundenen Netzwerkmitglieder, bei Facebook also die Likes)

UpM = Unlikes per month (Durchschnitt der Mitglieder, die sich pro Monat von ihrem Konto trennen)


LpD = Links per day (Durchschnitt der Facebookbeiträge, die sie mit Link auf ihre Webseite täglich veröffentlichen)

C = Average Clicks (Durchschnitt der Klick aus ihrem Facebook-Konto auf ihre Webseite)

CR = Conversion Rate (Wieviele Clicks aus dem Netzwerk bringen sie auf ihrer Webseite dazu, die gewünschte Handlung z.B. einen Kauf auszuführen)

ACV = Average Conversion Value (Durchschnittswert jeder Conversion)

Mit Hilfe dieser Werte ist es nun möglich, den Wert eines Facebook-Likes in Dollar und Euro zu bestimmen. Als kleine Rechenhilfe hat HubSpot dafür auch eine eigene Webseite online gestellt, die man unter valueofalike.com erreicht.

Was kann Business Intelligence vom Personalmanagement lernen?

Thomas C. Redman veröffentlichte gestern einen interessanten Beitrag im HBR Blog Network. In dem Text Manage Data with Organizational Structure liefert er eine gute Idee, wie man mit Daten in Unternehmen umgehen sollte.

Ausgangspunkt der Überlegung: Datenmanagement und Business Intelligence kann nicht die alleinige Aufgabe der IT-Abteilung sein. Die IT ist vielmehr ein Dienstleister, um Daten zu erheben, zu lagern und auszuwerten.

Um Datenmanagement mit einer geeigneten Organisationsstruktur zu verbinden, schlägt Redman vor, sich an der Organisation von Personal zu orientieren, da sich hier viele Gemeinsamkeiten zeigen. Personalauswahl, Personalentwicklung, Personalentlohnung, Personalbuchhaltung, Personalbewertung: Viele dieser Aufgaben erbringt die Personalabteilung in Ko-Operation mit der Fach-abteilung, die die Personal-Ressource für die Erreichung ihrer Ziele benötigt.

Dieser kooperative Ansatz führt auch dazu, dass mehr Daten erhoben werden und dadurch der datenbasierte Wettbewerbsvorteil gesteigert werden kann.

Montag, 26. November 2012

Wanderatlas Deutschland informiert (November 2012)

Landschaft bei Romrod im Vogelsberg
Die monatlichen Nachrichten aus dem Wanderatlas Verlag beschäftigen sich im November mit Weihnachtsmärkten und Wandern. So macht Glühweintrinken und Bratwurstessen doppelt Spaß...


Hallo liebe Wanderfreunde,

traditionsgemäß weisen wir in unseren November-Nachrichten auf die bevorstehende Weihnachtsmarktsaison hin. Wir haben für die vier Adventswochenenden jeweils einen Tipp ausgesucht, den man natürlich auch gut mit einer Wanderung kombinieren kann.

Für den ersten Advent empfehlen wir eine Reise in den Rhein-Westerwald. In Engers wird am 1. und 2. Dezember ab 11.00 Uhr zum Nussknackermarkt geladen. Am Marktplatz vor Schloss Engers geht es stimmungsvoll zu. Vorher kann man sich auf einer Rundwanderung zur Ruine der Braunsburg (8km) den richtigen Appetit verschaffen.

Am zweiten Advent kann man ins nördliche Sauerland fahren. Im Wildwald Vosswinkel steigt am 8. und 9. Dezember jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr der Weihnachts-Waldmarkt. Wildspezialitäten, Kunsthandwerk, viele Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche und natürlich direkt einen Weihnachtsbaum mitnehmen: Das geht im Wildwald. Kostet allerdings Eintritt: € 4 für Erwachsene, € 2 für Kinder. Zuvor kann man auf dem Naturhistorischen Wanderweg Menden (9km) Frischluft tanken.

Am dritten Advent kann man noch tiefer in die Tasche greifen – aber die € 7 Eintritt für Erwachsene (inkl. einem Heißgetränk) lohnen sich auch. Auf Schloss Bensberg steigt Deutschlands einziger Feng-Shui Weihnachtsmarkt. D.h. selbst nach mehreren Glühwein ist kein Kater zu befürchten. Und wie es sich im Schatten einer Drei-Sterne-Gastronomie gehört, gibt es natürlich auch viele kulinarische Köstlichkeiten: Frischgebackenes Brot, Aachener Printen, Senf- oder Trüffelspezialitäten, Öl-Raritäten, handgeschöpfte Schokolade, süße Plätzchen & Pralinen: in Bensberg findet man leckere Mitbringsel. Und die passende Wanderung dazu gibt’s auch: Der Bensberger Schlossweg (10km) nimmt einen mit ins Oberbergische.

Am vierten Advent schließlich lohnt eine Fahrt in den Vogelsberg. Die Burgenstadt Schlitz präsentiert die weltweit größte Weihnachtskerze. Der Hinterturm wird festlich eingekleidet und die Schlitzer Weihnachtskerze erhebt sich dann stolze 42m hoch. Wer den Ausflug in den Vogelsberg mit einer Wanderung verbinden möchte, der kann auf der Mengshäuser Kuppe (17km) wandern. Vom Aussichtsturm genießt man einen wunderbaren Blick in die Rhön, die zu dieser Jahreszeit schon weiß sein dürfte.

Dass wir im Dezember als GPS Wanderweg des Monats einen Pilgerweg vorstellen, hat auch schon Tradition. Dieses Jahr folgen wir der Bonifatiusroute von Mainz am Rhein durch Taunus, Wetterau und Vogelsberg bis in die Domstadt Fulda.

Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Viel Spaß beim Wandern wünscht euch das
Team vom GPS Wanderatlas Deutschland

Mittwoch, 21. November 2012

Biete Gegenwart, suche Zukunft

Heute kam mir ein Klassiker aus der Welt der Harvard Business Review vors Auge, der 1993er Artikel The Reinvention Roller Coaster: Risking the Present for a Powerful Future. In diesem hervorragenden Text analysieren Tracy Gross, Richard Pascale und Anthony Athos, welche Fehler erfolgreiche Unternehmen machen, wenn sie sich nur auf "incremental change" verlassen - also auf die Optimierung ihrer bestehenden Prozesse und Produkte. Aber "change" im Sinne von re-engineering beschäftigt sich immer nur mit Syptomen, z.B. der Kostenstruktur oder der Qualität. Manchmal braucht es aber, eine echte Neuerfindung der Firmen.

Wann ist es notwendig, sich als Firma neu zu erfinden? Wenn sich entscheidende Umfeldfaktoren ändern. Große Beispiele sind bekannt: Die Kleinbildkamera mit Film ist verschwunden wegen der Digitalfotografie. Die Langspielplatte wurde durch CD und MP3 ersetzt. Die Financial Times Deutschland durch onvista, finanztreff und co. Die Frankfurter Rundschau brauchte noch nicht einmal ersetzt werden, so wenig Relevanz hat sie sich erhalten können.

Man sollte den Artikel lesen und für die eigene Branche überlegen, ob man eigentlich noch richtig aufgestellt ist - bevor der Markt es richtet und man schlicht und einfach aus selbigem ausscheidet.

Wunschzettel: Wie sollte ein Masterstudiengang Medienmanagement aussehen?


Der Vorteil, wenn man etwas am grünen Tisch plant, ist der Umstand, dass man sich nicht mit „alten Zöpfen“ und Altlasten beschäftigen muss. Genau daher schätze ich gerade die Chance, einen Masterstudiengang für den Bereich Medienmanagement from scratch neu zu konzipieren.

Grundüberlegung ist: Was für Absolventen braucht der Markt? An dieser Leitfrage sollte man konsequent alle weiteren Überlegungen orientieren. Sie gibt quasi das strategische Ziel des Studiengangs vor.

Nun, woher weiß man, was Unternehmen brauchen, genauer: Was für Mitarbeiter sie in den nächsten Jahren brauchen? Die Antwort ist einfach: Man weiß das nicht und man muss das auch gar nicht wissen, denn ein Studiengang ist kein „training on the job“, sondern ein „preparing for the job“. Ein Studium muss nicht tagesaktuelle Probleme lösen. Aber ein Studium muss aktuelle Methoden und den aktuellen Wissensstand vermitteln.

Aus diesem Grund ist für mich völlig klar, dass sich ein Masterstudium, das für den Umgang mit Medien in der Wirtschaft (Medienmanagement) und die Teilnahme an öffentlicher Kommunikation qualifiziert, zwei wesentliche Elemente verbinden muss nämlich Managementmethoden und Medienpraxis. Diese beiden Elemente ruhen auf einem Fundament, das zentrale Konzepte und Theoriemodelle sowie den fachlichen state of the art zu den Themen Kommunikation und betriebswirtschaftliches Handeln vermittelt.

Managementmethoden und Medienpraxis lernt man nicht in Büchern – hier erhält man höchstens Tipps und Struktur. Managementmethoden und Medienpraxis lernt man durch Anwendung. Deshalb möchte ich in dem neuen Masterstudiengang diese beiden Bereiche in Form von periodenübergreifenden Praxisarbeiten, die vom wissenschaftlichen Lehrpersonal angeleitet und begleitet werden, konzipieren. Was heißt das?

Anders, als ein Praxissemester, in dem man Studenten in die Wirtschaftspraxis schickt, damit sie irgendeine Art von Erfahrung sammeln – und sei es, pünktlich aufzustehen und gut Kaffee zu kochen – geht es im Calwer Projektstudium um die Planung, Umsetzung und Dokumentation von realen Aufgaben. Die Dauer der Projektarbeiten orientiert sich an realen Zeiträumen: Die Entwicklung einer Multichannel-Kommunikationskampagne kann natürlich in einem Trimester erfolgen. Die Gründung eines Medien-Startups dagegen braucht länger, will man sie nicht als reines Planspiel, sondern als Betrieb unter Echtbedingungen durchführen.

Dieses Projektstudium bildet die Kernkomponente für den Masterstudiengang Medienmanagement und umfasst rund 26% des Angebots.

Begleitet wird das Projektstudium durch Übungen – also praktische Anwendung von Methoden in einzelnen Arbeitbereichen, z.B. Schreibwerkstatt, Search Engine Optimizing (SEO), Business English, Freies Sprechen, Social Media Tools etc. Die Übungen steuern weitere 19% zur Ausbildung bei, so dass sich 45% des Masterstudiengangs mit aktuellen Methoden und geleiteter, praktischer Anwendung beschäftigt.

Als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis dienen die Seminare, in denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern interaktiv erarbeitet wird. Hier geht es um Themen wie Projektmanagement, Scrum und agile Methoden, Innovationsmanagement, Sprachkompetenz und internationale Medienanalyse. Die Seminare umfassen rund 21% des von den Studierenden zu investierenden Workloads.

Ebenfalls 21% Aufwand sind mit den Vorlesungen verbunden. Sie werden in kleinen Gruppen angeboten, so dass auch Vorlesungen einen hohen Grad an Interaktion – z.B. über Diskussionen – ermöglichen. Es geht aber im Kern tatsächlich nicht um die Anwendung von Wissen, sondern um den effizienten Transport von Wissensinhalten. Kommunikationsmodelle, Medientheorie, Führungsstile, Unternehmensfinanzierung, kaufmännisches Rechnen, Gestaltung von Verträgen etc. müssen schlicht gelernt werden.

Schließlich gibt es noch den Nachweis der akademischen Eignung in Form der Masterthesis, die mit 13% zum Gesamtaufwand beiträgt und entweder – als Praxisarbeit – Grundlage für den Einstieg in den Job oder – als empirische oder theoretische Arbeit – für weitere Ausbildungsschritte qualifiziert.

In diesem Kontext werde ich jetzt in den nächsten Wochen versuchen, die einzelnen Lehrangebote inhaltlich mit Leben zu füllen. Auf dem Level des verbindenden Rahmens geschieht dies durch die Ausarbeitung eines Lehrbuchs Medienmanagement und öffentliche Kommunikation, das im Herbst 2013 erscheinen soll.

Dienstag, 20. November 2012

Effektive Stellenanzeigen

In dem schon erwähnten Projekt bewerber-front, das von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Medien aufgesetzt worden ist, um Erfahrungsberichte von Bewerbern zu sammeln, haben heute die beiden Initiatoren Anja Bertele und Alexander Ott einen sehr guten Abschlussartikel erstellt. Dieser lässt sich nicht nur gut lesen, sondern bietet auch einen interessanten Einblick in die Hypothese, die dem Bewerber-Blog zugrundeliegt: Aus der Erfahrung von Bewerbern lassen sich die Prozesse auf Seite der Personal optimieren.

Eines dieser Punkte ist z.B. die Frage, wie man bei einer Stellenausschreibung den Ansprechpartner angibt. Allein bei dieser Kleinigkeit kann schon so viel schief laufen, dass es gute Bewerber schon gleich sein lassen, sich zu bewerben. Der lesenswerte Ariktel von Bertele/Ott findet sich hier.

Montag, 19. November 2012

Wie viele Menschen surfen in Deutschland mobil?

Die Marktforscher von ComScore haben im Juni 2012 das Surfverhalten in verschiedenen europäischen Märkten untersucht. Obwohl man gemeinhin den Eindruck hat - jedenfalls wenn man durch die In-Bezirke von Berlin spaziert - das jeder mittlerweile ausschließlich mobil surft, sind es doch erst knapp 7%.

Diese Information erstaunt mich aber weniger, als die Tatsache, dass im gleichen Zeitraum in Großbritannien 16,4%, in Russland über 10% und selbst in Spanien knapp 10% des Internet Traffic von mobilen Geräten stammt. Man kann also derzeit (noch) sagen, dass Deutschland hinsichtlich der mobilen Nutzung von Internetdiensten hinterhinkt. Ob das mit Tarifen und Netzperformance zu tun hat?

Keine Ahnung, die Grafik, die Statista bereitstellt, ist jedenfalls als zeitpunktbezogenes Stimmungsbild sehr interessant.

Sonntag, 18. November 2012

GPS Wanderweg des Monats: Der Kurkölner Weg vom Sauerland in den Kölner Königsforst

Blick von Burg Schnellenberg auf Attendorn
Einmal im Monat stellt der GPS Wanderatlas einen Fernwanderweg über mehrere Tageswandertouren vor. Diese Fernwanderwege ergänzen damit das Angebot des GPS Wanderatlas, der sich im Fokus auf Tageswanderwege und Tagesauflüge konzentriert. Im November 2012 wurde als GPS Wanderweg des Monats der Kurkölner Weg des Sauerländischen Gebirgsvereins ausgewählt und von den Wanderreportern des GPS Wanderatlas vorgestellt.

Der Kurkölner Weg verdankt seinen Namen der Tatsache, dass Großteile des heutigen Sauerlands seinerzeit als Herzogtum Westfalen zum Herrschaftsgebiet des Kurfürsten von Köln gehörte. Der als Hauptwanderweg X22 markierte Kurkölner Weg verbindet denn auch das heutige Hochsauerland mit der Domstadt am Rhein. Ziel ist der Stadtteil Rath-Heumar am Königsforst.

Start für den Kurkölner Weg ist Meschede, die Kreisstadt im Hochsauerland. Von hier geht's über den Hennesee und durch die Homert hinunter ins Lennetal. Dann folgt der Kurkölner Weg der Bigge flussaufwärts zum Biggesee und leitet weiter ins Bergische Land.

Über die Wacholderheiden an der Siberkuhle (515m) leitet der Kurkölner Weg zur Wiehltalsperre, dem möglicherweise bekanntesten See Deutschlands. Die Wiehtalsperre ist seit rund zwasnzig Jahren das Werbemotiv des Krombacher Pils und wird bei Tatort, Formel 1 und anderen Sportveranstaltungen immer und immer wieder vorgestellt.

Von der Wiehltalsperre führt der Kurkölner durchs Homburger Ländchen ins Naafbachtal, eines der schönsten Naturschutzgebiete in NRW. Schließlich erreicht man über Hoffnungsthal den Königsforst, die grüne Lunge Kölns.

Der Kurkölner Weg wird ab Sonntag, 18. November, im GPS Wanderatlas vorgestellt. Jeden Tag wird eine der sieben Tageswanderungen beschrieben und zusammen mit einer digitalen Karte sowie den GPS Daten in Form einer GPX-Datei kostenfrei angeboten.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein redaktionelles Angebot, das sich speziell an den Bedürfnissen von Wanderern, Tagesgästen und Ausflugstouristen orientiert. Wer kurzfristig etwas in der Region unternehmen möchte, findet im GPS Wanderatlas Deutschland eine sehr fein gegliederte und praktische Planungshilfe.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein Produkt der Wanderatlas Verlag GmbH mit Sitz in Beselich bei Limburg. Das Unternehmen wurde im April 2010 gegründet, um Tagestouristen und Wanderer überregional und unabhängig mit Informationen für Touren, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten zu versorgen. Aktuell gibt es den GPS Wanderatlas für die Wandergebiete Sauerland, Westerwald, Taunus, Oberhessen und Bergisches Land.

Freitag, 16. November 2012

Was kostet ein Kind?

Gerade bei Harvard Business über die Tagesstatistik gestolpert. Die zitiert einen Artikel der New York Times vom 13.11.2012 (der Tag, an dem ein kleiner Mann namens Niklas Malo gerade 9 Wochen alt wurde). Die Finanzexperten der NYT berechnen, was die Erziehung eines Kindes kostet (in den USA) und berücksichtigen dabei insbesondere auch Ausfallzeiten und verminderte Karriereaussichten. Unterm Strich kommt die Autorin Nadia Taha auf - achtung, festhalten - 1,800,000 USD. Wenn man sich das überlegt braucht man jedenfalls kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich von der Gemeinschaft durch Kindergeld und Elterngeld unterstützen lässt.


Mittwoch, 14. November 2012

No Mercy: Werbeerfolgskontrolle im Internet


Der nachstehende Text geht auf eine Vorlesung zurück, die ich 2002 an der Fachhochschule Düsseldorf gehalten habe. Da ich den Text in anderen Arbeiten referenziert habe, veröffentliche ich ihn hier im DocBlock zur Archivierung erneut, da die ursprünglichen Webseiten sich mittlerweile geändert haben. Titel des Vortrags: Werbeerfolgskontrolle im Internet, oder etwas griffiger: No Mercy.
Zitierweise:
Becker, Thomas (2002): No Mercy. Werbeerfolgskontrolle im Internet, Vortragsmanuskript, veröffentlicht unter http://docbecker.blogspot.de/2012/11/no-mercy-werbeerfolgskontrolle-im.html

Dienstag, 13. November 2012

Erfahrungsberichte von der Bewerber-Front

Bewerber-Front
http://www.bewerber-front.blogspot.de/
Neues von der Bewerber-Front: Das ist das Thema, zu dem wir in einer Übungsredaktion an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw derzeit unter der Adresse bewerber-front.blogspot.de ein Blog aufsetzen. Bewerbungen sind speziell für Studierende Tagesgeschäft. Man muss sich für den Studienplatz bewerben, man bewirbt sich für Praktikumsplätze. Bewerbung für Volontariate, Bewerbung für Masterstudium und natürlich die entscheidenden Bewerbungen: die Bewerbung für den Job.

Was bei einer Bewerbung alles schief laufen kann und wie die Erfahrungen von Bewerbern mit Personalern sind, das ist das Spannungsfeld, mit dem sich das neue Bewerbungsblog bewerber-front auseinandersetzt.

Die beiden Initiatoren des Bewerber-Blogs sind Anja Bertele und Alexander Ott, Masterstudenten im Studiengang Verbraucher- und Wirtschaftsjournalismus an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien. Nach Erfahrungen im Print-Journalismus (siehe „48 Stunden in Calw“) und TV-Journalismus (im Bereich Dokutainment) haben die beiden Studierenden für die Erfahrung im Online-Journalismus das Thema Bewerbung ausgesucht – u.a. weil beide selbst derzeit interessante Erfahrungen an der Bewerber-Front machen.

Nach erster Recherche stellte sich schnell heraus, dass es im Netz zwei große Gruppen von redaktionellen Seiten zu Bewerbung und Bewerbungsverfahren gibt: Auf der einen Seite die Tipps und Tricks, sogenannte How-Tos. Auf der anderen Seiten Erfahrungsberichte von Personalern über Bewerber – meist unter dem Aspekt der Fehler, die Bewerber bei Bewerbungen machen.

Was bislang nur am Rande thematisiert ist, sind umgekehrt die Erfahrungen der Bewerber mit den Personalern. Anders, als mein gemeinhin vermutet, sind nämlich lange nicht alle Personaler Profis und man erlebt als Bewerber bei der Jobsuche viele Dinge – von unverständlich über lustig bis frech.

Auf Basis dieser Grundidee entstand das Konzept für das Blog bewerber-front. Der Slogan der Seite bringt den journalistischen Anspruch der bewerber-front auf den Punt: Wie Personaler Bewerber ausbremsen. Da gibt es ausgeschriebene Stellen, auf die man sich bewirbt und dann vom Personaler erfährt, dass die Stelle längst besetzt ist. Da gibt es Stellen, auf die man sich mit zwei Jahren Vorlauf bewerben muss – und dann als Bewerber aber ein Höchstmaß an Flexibilität mitbringen soll. Da gibt es Zusagen, innerhalb von zwei Wochen Feedback zu geben und nach zwei Monaten hat man immer noch nichts gehört.

Man gewinnt manchmal den Eindruck, dass der Personalbereich der einzige Funktionsbereich in Unternehmen ist, an dem alle Spuren von Professionalisierung in den letzten Jahrzehnten vorbeigegangen sind. Anders lässt es sich nicht erklären, das in dem viel beschworenen War for talents Personaler jegliches Maß an Professionalität vermissen lassen. Getreu dem Motto: Solange ich den Bewerber nicht brauche, kann ich ihn schlecht behandeln.

Dabei wissen nicht nur Marktexperten, dass so etwas wie Employer Branding immer wichtiger wird, denn man positioniert sein Unternehmen als Arbeitgeber im Bewusstsein möglicher Bewerber. Wenn es dann zu einem Bewerbungsverfahren kommt und der potenzielle Arbeitgeber nicht in der Lage ist, Terminzusagen einzuhalten, für einen professionellen Kommunikationsfluss zu sorgen bzw. auch auf individuelle Aspekte einzugehen, ist dieser Arbeitgeber langfristig „verbrannt“.

Bewerber auf der Suche nach einem Job haben Einiges zu berichten. Erste Erfahrungen schildern Anja Bertele und Alexander Ott in dem neuen Bewerbungsblog bewerber-front. Dabei soll es aber nicht bleiben. Die bewerber-front soll möglicherweise dauerhaft betrieben werden, um auch nachfolgenden Generationen von Studierenden ein Forum zu bieten, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Erfahrungen anderer Bewerber abgleichen können.

Wie bei Blogs üblich, soll die bewerber-front daher mittelfristig von einem freien Autorenteam betreut werden und als redaktioneller Schaukasten dienen, der sowohl für Bewerber wie auch für Personaler interessant ist, um gegenseitig zu lernen, was man verbessern kann und wie bestimmte Verfahren im Bewerbungsprozess von Bewerbern wahrgenommen und eingeordnet werden.

Die bewerber-front ist seit Anfang November 2012 online. Erste Texte von der Bewerbungsfront sind bereits online. Weitere werden folgen – denn nichts ist so lehrreich über potenzielle Arbeitsgeber wie das Verhalten ihrer Personaler bei der Bewerbung auf einen Job.

48 hours in Calw (or elsewhere)

Im Sommertrimester habe ich mit einer Studentengruppe im Masterstudiengang Medien- und Kommunikationsmanagement eine Übungsredaktion durchgeführt. Thema sollte die touristische Darstellung von Orten für einen Kurzurlaub sein, also eine spezielle Form des Destination Managements bzw. Tourismus Marketings.

Die Studis entwickelten ein Konzept, dass auf Basis großer Authentizität Orte vor dem Hintergrund darstellen wollen, dass man 48 Stunden mit begrenztem Budget den Ort erkundet. Rausgekommen ist ein sehenswerter und lesenswerter Bericht mit dem Titel "48 Stunden in Calw".

Positiv überrascht war ich, als ich gestern bei SPON diesen Bericht las. Diese journalistische Form, die die Studis an der Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw in einer Brainstorming Sitzung (ohne Google-Zugang :-) entwickelten, scheint gar nicht unerfolgreich zu sein.

Möglw. wäre das kein blöder Ansatz, diese Art von Destination Marketing tatsächlich in Form eines Webprojekts umzusetzen. Kosten könnten die Touristik-Organisationen tragen. Additional ließen sich Werbeerlöse realisieren. Zumindest für einen kleinen Verlag könnte das ein tragfähiges business model sein.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Ist Umsetzung die beste Strategie?

Ein intessanter Beitrag von Mauro F. Guillén and Esteban García-Canal im Harvard Business Review beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Strategie und Umsetzung am Beispiel von Unternehmen aus den Emerging Markets. Anstatt großer Visionen und weitreichender Zielszenarien setzen viele der erfolgreichen Unternehmen aus den neuen, entstehenden Märkten darauf, in der Umsetzung täglich besser zu werden.

Natürlich ist auch die Fokussierung auf kontinuierliche Verbesserung eine strategische Entscheidung. Vor dem Hintergrund allzu blumiger Visionen allerdings ist das ein schöner Artikel: http://blogs.hbr.org/cs/2012/10/how_the_worlds_largest_bakery_puts_execution_before_strategy.html

Mittwoch, 26. September 2012

Wanderatlas Deutschland informiert (September 2012)

Auf der Bubenhäuser Höhe (Rheingau)
Hallo liebe Wanderfreunde,

der Herbst ist die Wanderzeit schlechthin - noch stärker als im Frühjahr werden Informationen zu Touren und Wandergebieten bei uns abgerufen. Drei Wanderungen möchten wir euch wie gewohnt auch in diesem Monat empfehlen. Wir haben dabei diesmal neue Wege ausgewählt, die jeweils zu einer Gruppe von Wegen gehören.

  • Am 14. Oktober findet die Erstbegehung der Oberhundemer Bergtour (11km) statt. Die Bergtour ist als Rothaarsteig-Extratour angelegt und wird im Rahmen des 9. Rhein-Weser Nordic Walking Laufs in Oberhundem am Haus des Gastes eröffnet.

Der GPS Wanderatlas besteht nicht nur aus Tourenvorschlägen, sondern bietet auch Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen an. Hier werden wir uns ab Oktober einem neuen Gebiet widmen, dem Vogelsberg. Der Vogelsberg ist das größte zusammenhängende Vulkangebiet Europas und besticht durch schöne Höhenwege und malerische Örtchen wie die Burgenstadt Schlitz und die Kreisstadt Lauterbach.

Auch im Bereich Gastronomie geht es weiter. Wir haben mittlerweile den gesamten Westerwald, das Siegerland und Teile des Hochsauerlands erfasst. Unsere Bitte an euch: Wenn ihr Gasthöfe, Hotels oder Restaurants kennt und diese im Wanderatlas findet, bewertet die Angebote bitte. So wissen ortsunkundige Wanderer direkt, wo man am besten einkehren kann.

Ein Blick in die ewige Bestenliste unserer GPS-Wanderwege zeigt zwei Neueinstiege in die Top-50. Zum einen hat es die Rheinsteig Etappe 19 (von Leubsdorf nach Unkel) geschafft, zum anderen ist Mondims Tour von Eisenach in die Drachenschlucht jetzt auch in der Top-50. Der Rothaarsteig setzt weiter auf Angriff: Er klettert in der Top 10 um drei Plätze und lässt den Lahnwanderweg hinter sich.

Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Viel Spaß beim Wandern wünscht euch das
Team vom GPS Wanderatlas Deutschland