Freitag, 30. November 2012

Die Zukunft des Journalismus, oder: Wie man heute Journalismus macht

Es ist kein Geheimnis, dass ich von Clay Shirky einiges halte seit seiner Veröffentlichung von Here Comes Everybody. Jetzt hat Shirky zusammen mit C.W. Anderson und Emily Bell einen Bericht vorgelegt, der unter Creative Commons Licence frei verfügbar ist und sich mit dem Thema "postindustrieller Journalismus" beschäftigt und sich der Frage widmet, wie sich Journalismus an die Gegenheiten der Gegenwart anpassen kann.

Der Bericht kann kostenfrei von der Webseite der Columbia Journalism School herutergeladen werden und beschreibt auf gut 120 Seiten wichtige Einsichten.

Zentral sind dabei die fünf Glaubensgrundsätze, an Hand derer Shirky et al das Thema in vier Kapiteln aufarbeiten. Ich zitiere die Core Beliefs im O-Ton und kommentiere sie in eigenen Worten und mit eigenem Verständnis auf deutsch:

1. Journalism matters (die gesellschaftliche Funktion von Journalismus wird nicht durch Technologie aufgehoben)

2. Good journalism has always been subsidized (Journalismus darf nicht ausschließlich als Wirtschaftsunternehmen organisiert sein)

3. The internet wrecks advertising subsidy (Die Finanzierung von Inhalten durch Werbung bricht weg)

4. Restructuring is, therefore, a forced move. (Ohne neue Strukturen, Prozesse und Geschäftsmodelle lässt sich Journalismus  - z.B. in klassischer Printform - nicht aufrecht erhalten. Aber: Nicht der Journalismus als Funktion muss sich ändern, sondern seine Finanzierung)

5. There are many opportunities for doing good work in new ways. (Kollaboration, neue Recherchemöglichkeiten, neue Verteilwege etc. bieten enorm viele neue Chancen)

Wer sich inspirieren lassen will, lädt sich den Report und verbringt das Wochenende lesend :)

Mittwoch, 28. November 2012

Wie Ideen viral werden und warum wir mit Informationen umgehen wie ein DJ mit Musik

Heute zum Frühstück konnte ich einen schönen Artikel von Matthew Lieberman lesen, der sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Ideen ausbreiten oder anders formuliert: wie Viralität im sozialen Kontext funktioniert.

Ideen werden dann zu Memes - also einer Einheit, die ein kulturelles Symbol transportiert, wie z.B. aktuell der Gangnam Style des südkoreanischen Musiker PSY -, wenn sie das Potenzial haben, weiter erzählt zu werden. D.h.: Man gibt nur dann eine Idee weiter, wenn man glaubt, das Gegenüber findet sie interessant (lustig, aufregend etc.) genug, sie ebenfalls weiter zu verbreiten.

Es geht also nicht um die eigene Begeisterung für eine Idee und schon gar nicht um ein vermeintliches Ziel der Idee, sondern allein um die unterstellte Relevanz, die die Idee für andere haben könnte. In diesem Kontext sind Meinungsführer vonr besonderer Bedeutung, denn sie fungieren als eine Art "soziale Intelligenz" in Netzwerken.

Solche Meinungsführer "arbeiten" quasi wie ein DJ: Ein DJ hört Musik nicht wertfrei, sondern mit dem professionellen Ohr, das darauf horcht, ob neue Tracks dem Publikum gefallen wird. So gehen Meinungsführer im Internet mit neuen Ideen um, die dann aufgrund einer "sozialen Empathie" selektiert und nur dann weiter empfohlen werden, wenn man Interesse bei seinen Fans und Followers unterstellt.

Dieser von hinten aufgezogene Kommunikationsprozess auf Basis von Erwartungserwartungen ist übrigens ein schönes Beispiel für den soziologischen Kommunikationsbegriff sensu Luhmann.

Dienstag, 27. November 2012

Value of a Like (VOAL): Was ist ein Facebook-Like wert?

Dan Zarella von HubSpot hat sich an die Aufgabe gemacht, zu berechnen, was ein Facebook-Like tatsächlich wert ist. Um den Value of a Like zu berechnen, stellte er die VOAL-Formel auf.

http://blogs.hbr.org/cs/assets_c/2012/11/voal_formula-thumb-580x37-2789.jpg

L = Likes (Gesamtmenge der mit dem Konto verbundenen Netzwerkmitglieder, bei Facebook also die Likes)

UpM = Unlikes per month (Durchschnitt der Mitglieder, die sich pro Monat von ihrem Konto trennen)


LpD = Links per day (Durchschnitt der Facebookbeiträge, die sie mit Link auf ihre Webseite täglich veröffentlichen)

C = Average Clicks (Durchschnitt der Klick aus ihrem Facebook-Konto auf ihre Webseite)

CR = Conversion Rate (Wieviele Clicks aus dem Netzwerk bringen sie auf ihrer Webseite dazu, die gewünschte Handlung z.B. einen Kauf auszuführen)

ACV = Average Conversion Value (Durchschnittswert jeder Conversion)

Mit Hilfe dieser Werte ist es nun möglich, den Wert eines Facebook-Likes in Dollar und Euro zu bestimmen. Als kleine Rechenhilfe hat HubSpot dafür auch eine eigene Webseite online gestellt, die man unter valueofalike.com erreicht.

Was kann Business Intelligence vom Personalmanagement lernen?

Thomas C. Redman veröffentlichte gestern einen interessanten Beitrag im HBR Blog Network. In dem Text Manage Data with Organizational Structure liefert er eine gute Idee, wie man mit Daten in Unternehmen umgehen sollte.

Ausgangspunkt der Überlegung: Datenmanagement und Business Intelligence kann nicht die alleinige Aufgabe der IT-Abteilung sein. Die IT ist vielmehr ein Dienstleister, um Daten zu erheben, zu lagern und auszuwerten.

Um Datenmanagement mit einer geeigneten Organisationsstruktur zu verbinden, schlägt Redman vor, sich an der Organisation von Personal zu orientieren, da sich hier viele Gemeinsamkeiten zeigen. Personalauswahl, Personalentwicklung, Personalentlohnung, Personalbuchhaltung, Personalbewertung: Viele dieser Aufgaben erbringt die Personalabteilung in Ko-Operation mit der Fach-abteilung, die die Personal-Ressource für die Erreichung ihrer Ziele benötigt.

Dieser kooperative Ansatz führt auch dazu, dass mehr Daten erhoben werden und dadurch der datenbasierte Wettbewerbsvorteil gesteigert werden kann.

Montag, 26. November 2012

Wanderatlas Deutschland informiert (November 2012)

Landschaft bei Romrod im Vogelsberg
Die monatlichen Nachrichten aus dem Wanderatlas Verlag beschäftigen sich im November mit Weihnachtsmärkten und Wandern. So macht Glühweintrinken und Bratwurstessen doppelt Spaß...


Hallo liebe Wanderfreunde,

traditionsgemäß weisen wir in unseren November-Nachrichten auf die bevorstehende Weihnachtsmarktsaison hin. Wir haben für die vier Adventswochenenden jeweils einen Tipp ausgesucht, den man natürlich auch gut mit einer Wanderung kombinieren kann.

Für den ersten Advent empfehlen wir eine Reise in den Rhein-Westerwald. In Engers wird am 1. und 2. Dezember ab 11.00 Uhr zum Nussknackermarkt geladen. Am Marktplatz vor Schloss Engers geht es stimmungsvoll zu. Vorher kann man sich auf einer Rundwanderung zur Ruine der Braunsburg (8km) den richtigen Appetit verschaffen.

Am zweiten Advent kann man ins nördliche Sauerland fahren. Im Wildwald Vosswinkel steigt am 8. und 9. Dezember jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr der Weihnachts-Waldmarkt. Wildspezialitäten, Kunsthandwerk, viele Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche und natürlich direkt einen Weihnachtsbaum mitnehmen: Das geht im Wildwald. Kostet allerdings Eintritt: € 4 für Erwachsene, € 2 für Kinder. Zuvor kann man auf dem Naturhistorischen Wanderweg Menden (9km) Frischluft tanken.

Am dritten Advent kann man noch tiefer in die Tasche greifen – aber die € 7 Eintritt für Erwachsene (inkl. einem Heißgetränk) lohnen sich auch. Auf Schloss Bensberg steigt Deutschlands einziger Feng-Shui Weihnachtsmarkt. D.h. selbst nach mehreren Glühwein ist kein Kater zu befürchten. Und wie es sich im Schatten einer Drei-Sterne-Gastronomie gehört, gibt es natürlich auch viele kulinarische Köstlichkeiten: Frischgebackenes Brot, Aachener Printen, Senf- oder Trüffelspezialitäten, Öl-Raritäten, handgeschöpfte Schokolade, süße Plätzchen & Pralinen: in Bensberg findet man leckere Mitbringsel. Und die passende Wanderung dazu gibt’s auch: Der Bensberger Schlossweg (10km) nimmt einen mit ins Oberbergische.

Am vierten Advent schließlich lohnt eine Fahrt in den Vogelsberg. Die Burgenstadt Schlitz präsentiert die weltweit größte Weihnachtskerze. Der Hinterturm wird festlich eingekleidet und die Schlitzer Weihnachtskerze erhebt sich dann stolze 42m hoch. Wer den Ausflug in den Vogelsberg mit einer Wanderung verbinden möchte, der kann auf der Mengshäuser Kuppe (17km) wandern. Vom Aussichtsturm genießt man einen wunderbaren Blick in die Rhön, die zu dieser Jahreszeit schon weiß sein dürfte.

Dass wir im Dezember als GPS Wanderweg des Monats einen Pilgerweg vorstellen, hat auch schon Tradition. Dieses Jahr folgen wir der Bonifatiusroute von Mainz am Rhein durch Taunus, Wetterau und Vogelsberg bis in die Domstadt Fulda.

Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Viel Spaß beim Wandern wünscht euch das
Team vom GPS Wanderatlas Deutschland

Mittwoch, 21. November 2012

Biete Gegenwart, suche Zukunft

Heute kam mir ein Klassiker aus der Welt der Harvard Business Review vors Auge, der 1993er Artikel The Reinvention Roller Coaster: Risking the Present for a Powerful Future. In diesem hervorragenden Text analysieren Tracy Gross, Richard Pascale und Anthony Athos, welche Fehler erfolgreiche Unternehmen machen, wenn sie sich nur auf "incremental change" verlassen - also auf die Optimierung ihrer bestehenden Prozesse und Produkte. Aber "change" im Sinne von re-engineering beschäftigt sich immer nur mit Syptomen, z.B. der Kostenstruktur oder der Qualität. Manchmal braucht es aber, eine echte Neuerfindung der Firmen.

Wann ist es notwendig, sich als Firma neu zu erfinden? Wenn sich entscheidende Umfeldfaktoren ändern. Große Beispiele sind bekannt: Die Kleinbildkamera mit Film ist verschwunden wegen der Digitalfotografie. Die Langspielplatte wurde durch CD und MP3 ersetzt. Die Financial Times Deutschland durch onvista, finanztreff und co. Die Frankfurter Rundschau brauchte noch nicht einmal ersetzt werden, so wenig Relevanz hat sie sich erhalten können.

Man sollte den Artikel lesen und für die eigene Branche überlegen, ob man eigentlich noch richtig aufgestellt ist - bevor der Markt es richtet und man schlicht und einfach aus selbigem ausscheidet.

Wunschzettel: Wie sollte ein Masterstudiengang Medienmanagement aussehen?


Der Vorteil, wenn man etwas am grünen Tisch plant, ist der Umstand, dass man sich nicht mit „alten Zöpfen“ und Altlasten beschäftigen muss. Genau daher schätze ich gerade die Chance, einen Masterstudiengang für den Bereich Medienmanagement from scratch neu zu konzipieren.

Grundüberlegung ist: Was für Absolventen braucht der Markt? An dieser Leitfrage sollte man konsequent alle weiteren Überlegungen orientieren. Sie gibt quasi das strategische Ziel des Studiengangs vor.

Nun, woher weiß man, was Unternehmen brauchen, genauer: Was für Mitarbeiter sie in den nächsten Jahren brauchen? Die Antwort ist einfach: Man weiß das nicht und man muss das auch gar nicht wissen, denn ein Studiengang ist kein „training on the job“, sondern ein „preparing for the job“. Ein Studium muss nicht tagesaktuelle Probleme lösen. Aber ein Studium muss aktuelle Methoden und den aktuellen Wissensstand vermitteln.

Aus diesem Grund ist für mich völlig klar, dass sich ein Masterstudium, das für den Umgang mit Medien in der Wirtschaft (Medienmanagement) und die Teilnahme an öffentlicher Kommunikation qualifiziert, zwei wesentliche Elemente verbinden muss nämlich Managementmethoden und Medienpraxis. Diese beiden Elemente ruhen auf einem Fundament, das zentrale Konzepte und Theoriemodelle sowie den fachlichen state of the art zu den Themen Kommunikation und betriebswirtschaftliches Handeln vermittelt.

Managementmethoden und Medienpraxis lernt man nicht in Büchern – hier erhält man höchstens Tipps und Struktur. Managementmethoden und Medienpraxis lernt man durch Anwendung. Deshalb möchte ich in dem neuen Masterstudiengang diese beiden Bereiche in Form von periodenübergreifenden Praxisarbeiten, die vom wissenschaftlichen Lehrpersonal angeleitet und begleitet werden, konzipieren. Was heißt das?

Anders, als ein Praxissemester, in dem man Studenten in die Wirtschaftspraxis schickt, damit sie irgendeine Art von Erfahrung sammeln – und sei es, pünktlich aufzustehen und gut Kaffee zu kochen – geht es im Calwer Projektstudium um die Planung, Umsetzung und Dokumentation von realen Aufgaben. Die Dauer der Projektarbeiten orientiert sich an realen Zeiträumen: Die Entwicklung einer Multichannel-Kommunikationskampagne kann natürlich in einem Trimester erfolgen. Die Gründung eines Medien-Startups dagegen braucht länger, will man sie nicht als reines Planspiel, sondern als Betrieb unter Echtbedingungen durchführen.

Dieses Projektstudium bildet die Kernkomponente für den Masterstudiengang Medienmanagement und umfasst rund 26% des Angebots.

Begleitet wird das Projektstudium durch Übungen – also praktische Anwendung von Methoden in einzelnen Arbeitbereichen, z.B. Schreibwerkstatt, Search Engine Optimizing (SEO), Business English, Freies Sprechen, Social Media Tools etc. Die Übungen steuern weitere 19% zur Ausbildung bei, so dass sich 45% des Masterstudiengangs mit aktuellen Methoden und geleiteter, praktischer Anwendung beschäftigt.

Als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis dienen die Seminare, in denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern interaktiv erarbeitet wird. Hier geht es um Themen wie Projektmanagement, Scrum und agile Methoden, Innovationsmanagement, Sprachkompetenz und internationale Medienanalyse. Die Seminare umfassen rund 21% des von den Studierenden zu investierenden Workloads.

Ebenfalls 21% Aufwand sind mit den Vorlesungen verbunden. Sie werden in kleinen Gruppen angeboten, so dass auch Vorlesungen einen hohen Grad an Interaktion – z.B. über Diskussionen – ermöglichen. Es geht aber im Kern tatsächlich nicht um die Anwendung von Wissen, sondern um den effizienten Transport von Wissensinhalten. Kommunikationsmodelle, Medientheorie, Führungsstile, Unternehmensfinanzierung, kaufmännisches Rechnen, Gestaltung von Verträgen etc. müssen schlicht gelernt werden.

Schließlich gibt es noch den Nachweis der akademischen Eignung in Form der Masterthesis, die mit 13% zum Gesamtaufwand beiträgt und entweder – als Praxisarbeit – Grundlage für den Einstieg in den Job oder – als empirische oder theoretische Arbeit – für weitere Ausbildungsschritte qualifiziert.

In diesem Kontext werde ich jetzt in den nächsten Wochen versuchen, die einzelnen Lehrangebote inhaltlich mit Leben zu füllen. Auf dem Level des verbindenden Rahmens geschieht dies durch die Ausarbeitung eines Lehrbuchs Medienmanagement und öffentliche Kommunikation, das im Herbst 2013 erscheinen soll.

Dienstag, 20. November 2012

Effektive Stellenanzeigen

In dem schon erwähnten Projekt bewerber-front, das von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Medien aufgesetzt worden ist, um Erfahrungsberichte von Bewerbern zu sammeln, haben heute die beiden Initiatoren Anja Bertele und Alexander Ott einen sehr guten Abschlussartikel erstellt. Dieser lässt sich nicht nur gut lesen, sondern bietet auch einen interessanten Einblick in die Hypothese, die dem Bewerber-Blog zugrundeliegt: Aus der Erfahrung von Bewerbern lassen sich die Prozesse auf Seite der Personal optimieren.

Eines dieser Punkte ist z.B. die Frage, wie man bei einer Stellenausschreibung den Ansprechpartner angibt. Allein bei dieser Kleinigkeit kann schon so viel schief laufen, dass es gute Bewerber schon gleich sein lassen, sich zu bewerben. Der lesenswerte Ariktel von Bertele/Ott findet sich hier.

Montag, 19. November 2012

Wie viele Menschen surfen in Deutschland mobil?

Die Marktforscher von ComScore haben im Juni 2012 das Surfverhalten in verschiedenen europäischen Märkten untersucht. Obwohl man gemeinhin den Eindruck hat - jedenfalls wenn man durch die In-Bezirke von Berlin spaziert - das jeder mittlerweile ausschließlich mobil surft, sind es doch erst knapp 7%.

Diese Information erstaunt mich aber weniger, als die Tatsache, dass im gleichen Zeitraum in Großbritannien 16,4%, in Russland über 10% und selbst in Spanien knapp 10% des Internet Traffic von mobilen Geräten stammt. Man kann also derzeit (noch) sagen, dass Deutschland hinsichtlich der mobilen Nutzung von Internetdiensten hinterhinkt. Ob das mit Tarifen und Netzperformance zu tun hat?

Keine Ahnung, die Grafik, die Statista bereitstellt, ist jedenfalls als zeitpunktbezogenes Stimmungsbild sehr interessant.

Sonntag, 18. November 2012

GPS Wanderweg des Monats: Der Kurkölner Weg vom Sauerland in den Kölner Königsforst

Blick von Burg Schnellenberg auf Attendorn
Einmal im Monat stellt der GPS Wanderatlas einen Fernwanderweg über mehrere Tageswandertouren vor. Diese Fernwanderwege ergänzen damit das Angebot des GPS Wanderatlas, der sich im Fokus auf Tageswanderwege und Tagesauflüge konzentriert. Im November 2012 wurde als GPS Wanderweg des Monats der Kurkölner Weg des Sauerländischen Gebirgsvereins ausgewählt und von den Wanderreportern des GPS Wanderatlas vorgestellt.

Der Kurkölner Weg verdankt seinen Namen der Tatsache, dass Großteile des heutigen Sauerlands seinerzeit als Herzogtum Westfalen zum Herrschaftsgebiet des Kurfürsten von Köln gehörte. Der als Hauptwanderweg X22 markierte Kurkölner Weg verbindet denn auch das heutige Hochsauerland mit der Domstadt am Rhein. Ziel ist der Stadtteil Rath-Heumar am Königsforst.

Start für den Kurkölner Weg ist Meschede, die Kreisstadt im Hochsauerland. Von hier geht's über den Hennesee und durch die Homert hinunter ins Lennetal. Dann folgt der Kurkölner Weg der Bigge flussaufwärts zum Biggesee und leitet weiter ins Bergische Land.

Über die Wacholderheiden an der Siberkuhle (515m) leitet der Kurkölner Weg zur Wiehltalsperre, dem möglicherweise bekanntesten See Deutschlands. Die Wiehtalsperre ist seit rund zwasnzig Jahren das Werbemotiv des Krombacher Pils und wird bei Tatort, Formel 1 und anderen Sportveranstaltungen immer und immer wieder vorgestellt.

Von der Wiehltalsperre führt der Kurkölner durchs Homburger Ländchen ins Naafbachtal, eines der schönsten Naturschutzgebiete in NRW. Schließlich erreicht man über Hoffnungsthal den Königsforst, die grüne Lunge Kölns.

Der Kurkölner Weg wird ab Sonntag, 18. November, im GPS Wanderatlas vorgestellt. Jeden Tag wird eine der sieben Tageswanderungen beschrieben und zusammen mit einer digitalen Karte sowie den GPS Daten in Form einer GPX-Datei kostenfrei angeboten.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein redaktionelles Angebot, das sich speziell an den Bedürfnissen von Wanderern, Tagesgästen und Ausflugstouristen orientiert. Wer kurzfristig etwas in der Region unternehmen möchte, findet im GPS Wanderatlas Deutschland eine sehr fein gegliederte und praktische Planungshilfe.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein Produkt der Wanderatlas Verlag GmbH mit Sitz in Beselich bei Limburg. Das Unternehmen wurde im April 2010 gegründet, um Tagestouristen und Wanderer überregional und unabhängig mit Informationen für Touren, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten zu versorgen. Aktuell gibt es den GPS Wanderatlas für die Wandergebiete Sauerland, Westerwald, Taunus, Oberhessen und Bergisches Land.

Freitag, 16. November 2012

Was kostet ein Kind?

Gerade bei Harvard Business über die Tagesstatistik gestolpert. Die zitiert einen Artikel der New York Times vom 13.11.2012 (der Tag, an dem ein kleiner Mann namens Niklas Malo gerade 9 Wochen alt wurde). Die Finanzexperten der NYT berechnen, was die Erziehung eines Kindes kostet (in den USA) und berücksichtigen dabei insbesondere auch Ausfallzeiten und verminderte Karriereaussichten. Unterm Strich kommt die Autorin Nadia Taha auf - achtung, festhalten - 1,800,000 USD. Wenn man sich das überlegt braucht man jedenfalls kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich von der Gemeinschaft durch Kindergeld und Elterngeld unterstützen lässt.


Mittwoch, 14. November 2012

No Mercy: Werbeerfolgskontrolle im Internet


Der nachstehende Text geht auf eine Vorlesung zurück, die ich 2002 an der Fachhochschule Düsseldorf gehalten habe. Da ich den Text in anderen Arbeiten referenziert habe, veröffentliche ich ihn hier im DocBlock zur Archivierung erneut, da die ursprünglichen Webseiten sich mittlerweile geändert haben. Titel des Vortrags: Werbeerfolgskontrolle im Internet, oder etwas griffiger: No Mercy.
Zitierweise:
Becker, Thomas (2002): No Mercy. Werbeerfolgskontrolle im Internet, Vortragsmanuskript, veröffentlicht unter http://docbecker.blogspot.de/2012/11/no-mercy-werbeerfolgskontrolle-im.html

Dienstag, 13. November 2012

Erfahrungsberichte von der Bewerber-Front

Bewerber-Front
http://www.bewerber-front.blogspot.de/
Neues von der Bewerber-Front: Das ist das Thema, zu dem wir in einer Übungsredaktion an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw derzeit unter der Adresse bewerber-front.blogspot.de ein Blog aufsetzen. Bewerbungen sind speziell für Studierende Tagesgeschäft. Man muss sich für den Studienplatz bewerben, man bewirbt sich für Praktikumsplätze. Bewerbung für Volontariate, Bewerbung für Masterstudium und natürlich die entscheidenden Bewerbungen: die Bewerbung für den Job.

Was bei einer Bewerbung alles schief laufen kann und wie die Erfahrungen von Bewerbern mit Personalern sind, das ist das Spannungsfeld, mit dem sich das neue Bewerbungsblog bewerber-front auseinandersetzt.

Die beiden Initiatoren des Bewerber-Blogs sind Anja Bertele und Alexander Ott, Masterstudenten im Studiengang Verbraucher- und Wirtschaftsjournalismus an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien. Nach Erfahrungen im Print-Journalismus (siehe „48 Stunden in Calw“) und TV-Journalismus (im Bereich Dokutainment) haben die beiden Studierenden für die Erfahrung im Online-Journalismus das Thema Bewerbung ausgesucht – u.a. weil beide selbst derzeit interessante Erfahrungen an der Bewerber-Front machen.

Nach erster Recherche stellte sich schnell heraus, dass es im Netz zwei große Gruppen von redaktionellen Seiten zu Bewerbung und Bewerbungsverfahren gibt: Auf der einen Seite die Tipps und Tricks, sogenannte How-Tos. Auf der anderen Seiten Erfahrungsberichte von Personalern über Bewerber – meist unter dem Aspekt der Fehler, die Bewerber bei Bewerbungen machen.

Was bislang nur am Rande thematisiert ist, sind umgekehrt die Erfahrungen der Bewerber mit den Personalern. Anders, als mein gemeinhin vermutet, sind nämlich lange nicht alle Personaler Profis und man erlebt als Bewerber bei der Jobsuche viele Dinge – von unverständlich über lustig bis frech.

Auf Basis dieser Grundidee entstand das Konzept für das Blog bewerber-front. Der Slogan der Seite bringt den journalistischen Anspruch der bewerber-front auf den Punt: Wie Personaler Bewerber ausbremsen. Da gibt es ausgeschriebene Stellen, auf die man sich bewirbt und dann vom Personaler erfährt, dass die Stelle längst besetzt ist. Da gibt es Stellen, auf die man sich mit zwei Jahren Vorlauf bewerben muss – und dann als Bewerber aber ein Höchstmaß an Flexibilität mitbringen soll. Da gibt es Zusagen, innerhalb von zwei Wochen Feedback zu geben und nach zwei Monaten hat man immer noch nichts gehört.

Man gewinnt manchmal den Eindruck, dass der Personalbereich der einzige Funktionsbereich in Unternehmen ist, an dem alle Spuren von Professionalisierung in den letzten Jahrzehnten vorbeigegangen sind. Anders lässt es sich nicht erklären, das in dem viel beschworenen War for talents Personaler jegliches Maß an Professionalität vermissen lassen. Getreu dem Motto: Solange ich den Bewerber nicht brauche, kann ich ihn schlecht behandeln.

Dabei wissen nicht nur Marktexperten, dass so etwas wie Employer Branding immer wichtiger wird, denn man positioniert sein Unternehmen als Arbeitgeber im Bewusstsein möglicher Bewerber. Wenn es dann zu einem Bewerbungsverfahren kommt und der potenzielle Arbeitgeber nicht in der Lage ist, Terminzusagen einzuhalten, für einen professionellen Kommunikationsfluss zu sorgen bzw. auch auf individuelle Aspekte einzugehen, ist dieser Arbeitgeber langfristig „verbrannt“.

Bewerber auf der Suche nach einem Job haben Einiges zu berichten. Erste Erfahrungen schildern Anja Bertele und Alexander Ott in dem neuen Bewerbungsblog bewerber-front. Dabei soll es aber nicht bleiben. Die bewerber-front soll möglicherweise dauerhaft betrieben werden, um auch nachfolgenden Generationen von Studierenden ein Forum zu bieten, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Erfahrungen anderer Bewerber abgleichen können.

Wie bei Blogs üblich, soll die bewerber-front daher mittelfristig von einem freien Autorenteam betreut werden und als redaktioneller Schaukasten dienen, der sowohl für Bewerber wie auch für Personaler interessant ist, um gegenseitig zu lernen, was man verbessern kann und wie bestimmte Verfahren im Bewerbungsprozess von Bewerbern wahrgenommen und eingeordnet werden.

Die bewerber-front ist seit Anfang November 2012 online. Erste Texte von der Bewerbungsfront sind bereits online. Weitere werden folgen – denn nichts ist so lehrreich über potenzielle Arbeitsgeber wie das Verhalten ihrer Personaler bei der Bewerbung auf einen Job.

48 hours in Calw (or elsewhere)

Im Sommertrimester habe ich mit einer Studentengruppe im Masterstudiengang Medien- und Kommunikationsmanagement eine Übungsredaktion durchgeführt. Thema sollte die touristische Darstellung von Orten für einen Kurzurlaub sein, also eine spezielle Form des Destination Managements bzw. Tourismus Marketings.

Die Studis entwickelten ein Konzept, dass auf Basis großer Authentizität Orte vor dem Hintergrund darstellen wollen, dass man 48 Stunden mit begrenztem Budget den Ort erkundet. Rausgekommen ist ein sehenswerter und lesenswerter Bericht mit dem Titel "48 Stunden in Calw".

Positiv überrascht war ich, als ich gestern bei SPON diesen Bericht las. Diese journalistische Form, die die Studis an der Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw in einer Brainstorming Sitzung (ohne Google-Zugang :-) entwickelten, scheint gar nicht unerfolgreich zu sein.

Möglw. wäre das kein blöder Ansatz, diese Art von Destination Marketing tatsächlich in Form eines Webprojekts umzusetzen. Kosten könnten die Touristik-Organisationen tragen. Additional ließen sich Werbeerlöse realisieren. Zumindest für einen kleinen Verlag könnte das ein tragfähiges business model sein.