Dienstag, 29. Januar 2013

Redaktionen blockieren Cross Media im Lokaljournalismus

Geht es um die Einführung neuer Technologien und Methoden, sind Redaktionen eher konservativ eingestellt. Das zumindest legt der Forschungsbericht Cross Media 2012 nahe (Kinnebrock, Susanne / Kretzschmar, Sonja (2012): Forschungsbericht Crossmedia 2012, Augsburg).

Bei Befragungen fanden die Autoren heraus, dass Journalisten in Lokalredaktionen Innovationen gegenüber skeptisch sind. Innovationen werden eher vom Verlag erwartet, während die Journalisten am liebsten so arbeiten woe gewohnt. Änderungsbereitschaft und Medienoffenheit: Fehlanzeige (vgl. S. 17).

Ein systematisches Change Management, wie man es in vielen anderen Branchen seit mittlerweile gut zwanzig Jahren kennt, ist im Verlagswesen und Journalismus noch nicht angekommen.

Abhilfe kann hier nur ein erweiterter Blick auf die Rolle des Journalisten bringen. Der Journalist als Content-Manager oder Redaktionsmanager, der sich selbst tagtäglich die Frage stellen muss, mit welchen Themen über welche Verbreitungstechnologien er seine Leser (Nutzer) am besten ansprechen kann.

Dass Tageszeitungen heute nur noch von Alten gelesen werden, hat wohl zu guten Teilen damit zu tun, dass die Journalisten selbst Innovationen (und damit Dynamik) verhindern.

Internet und die deutsche Gesellschaft

"Die Veränderungen, die mit dem Einzug des Internets in wirtschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Prozesse einhergehen, vollziehen sich mit großer Geschwindigkeit und sind teils unumkehrbar. Die Digitalisierung der Gesellschaft wirft dabei grundlegende Fragen auf, denen sich die politischen Entscheidungsträgerinnen und –träger stellen müssen. Mit der Einsetzung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft am 4. März 20101 hat der Deutsche Bundestag dem Rechnung getragen."

So steht's im Entwurf des Schlussberichts der Enquetete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. In zwölf Projektgruppen wurden verschiedene Themenfelder untersucht und viele hundert Seiten Text produziert (alles herunterladbar auf der Seite der Enquetete-Kommission).

Wer sich mit aktuellen Fragen der Medienlandschaft in Deutschland beschäftigt, dem sei ein Blick in diese Unterlagen empfohlen.

GEMA vs Google: In Deutschland hinkt YouTube deutlich hinterher

Anteil der in Deutschland gesperrten Top-1000 YouTube-Videos, Quelle: datenjournalist.de
YouTube ist nicht nur eine bekannte Webseite. In vielen Ländern rund um den Globus ist YouTube mittlerweile eine der spannendsten Medienangebote: "YouTube is to video browsing what a Wal-Mart Supercenter is to shopping: everything is there, and all you have to do is walk in the door.", das befand die New York Times schon 2006. Erfolge wie der Gangnam Style, der über Milliarde Zuschauer auf YouTube hatte, sprechen Bände.

Doch in Deutschland hat YouTube noch lange nicht die Bedeutung für die Medienlandschaft wie in den meisten anderen Ländern. Warum? Weil sich die Rechteverwertungsgesellschaft GEMA nicht mit dem Betreiber von YouTube - dem Internetriesen Google - einigen kann.

Nun gut, dass Verhandlungen scheitern oder sich sehr lange ziehen, das kommt vor. Aber es ist schon erstaunlich, dass ein De-Facto-Monopolist wie die GEMA massiven Einfluss auf das Rundfunksystems einer freien Gesellschaft nehmen kann. Dies ist jedenfalls ein Thema, dass man sehr kontrovers diskutieren kann.

Interessant ist z.B. im Hinblick auf "free flow of communication", dass durch den Streit und die mangelnde Bereitschaft, sich zu einigen, Deutschland im Angebot eklatant hinterhinkt. OpenDataCity hat ermittelt, dass von den tausend populärsten Videos (alle mit mehr als 40 Millionen Ansichten) auf YouTube über 60% in Deutschland nicht zu sehen sind.

In Sachen "gesperrte Videos" auf YouTube liegt Deutschland weit vorne. Komisch, dass sich Rechtverwerter in anderen Industrieländern mit YouTube einigen konnten und nur im Land der Dichter und Denker eine verstaubte Monopolbehörde über Jahre Medieninnovationen lahmlegen kann.

Freitag, 25. Januar 2013

Wanderatlas Deutschland informiert (Januar 2013)

Bei Ransbach-Baumbach auf dem Eulerweg
Auch im Jahr 2013 informieren wir unsere angemeldeten Nutzer im GPS Wanderatlas über neue Touren und Entwicklungen. Dazu gibt es den monatlichen Wanderbrief, dessen Versand heute startet.
 
Hallo liebe Wanderfreunde,

wir hoffen, ihr seid alle gut im neuen Jahr 2013 angekommen. Schauen wir auf unsere Statistiken, schaut es jedenfalls so aus: Wir haben trotz nicht so schönem Wetter im Januar derzeit genauso hohe Seitenabrufe wie letztes Jahr in der Osterzeit. Das stimmt uns natürlich froh.

Wie immer in unserem Monatsrundschreiben möchten wir euch wieder drei Wanderungen ans Herz legen.


Wir wünschen euch viel Spaß draußen in der Natur.

Glück auf!
Euer GPS Wanderatlas Deutschland

PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Deutschland hängt bei Social Media hinterher

Social Media Nutzung 2011 in Europa, Quelle: OECD






Nicht ganz taufrisch, aber dennoch sehr erleuchtend sind diese Zahlen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD. Deutschland, Niederlande und Österreich - drei Wirtschaftsschwergewichte der EU - liegen unterhalb des EU-Durchschnitts, mit Italien und Frankreich sind auch noch zwei Weitere der Europäischn Big Five mit dabei.

Bewerbung: Potenzial schägt Resultate

Nicht nur an der Börse, auch bei der Bewerbung gilt: Potenzial schlägt Resultate. Dieses interessantes Ergebnis haben Zakary Tormala, Jayson Jia und Michael Norton in einer Untersuchung herausgefunden. Die Ergebnisse wurden im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht.

This tendency creates a phenomenon whereby the potential to be good at something can be preferred over actually being good at that very same thing. Das ist das erstaunliche Ergebnis. Man könnte auch sagen: Eine vielversprechende Zukunft ist spannender als eine tolle Vergangenheit.

Hier gibt's den Text als PDF:
Tormala, Zakary L., Jayson Jia, and Michael I. Norton. "The Preference for Potential." Journal of Personality and Social Psychology 103, no. 4 (October 2012): 567–583.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Google: Nach 15 Jahren im Geschäft 50 Mrd. Dollar Umsatz

2012 hat Google die Marke von 50 Mrd US-Dollar Jahresumsatz genommen. Das solide Wachstum hält also auch im 15. Jahr des Unternehmens an. Und das bei einer äußerst gesunden Umsatzrendite: 21,4% Profit bleiben pro umgesetzten Dollar übrig, in Summe: $ 10.750.000.000. Soviel zum Thema, mit Werbung könne man kein Geld verdienen.
Quelle: Statista

Donnerstag, 17. Januar 2013

E-Commerce: Als Shopping-Device schlagen Tablets die Smartphones


Adobe fand heraus: Twice the screen size, twice the shopping (Quelle)

Adobe hat eine Studie durchgeführt. Dabei kam heraus, dass Menschen mit dem Tablet deutlich mehr im Internet einkaufen als mit dem Smartphone. Twice the Screen Size, twice the shopping lautet das Resümee.

Ohne zu kommentieren, ob diese Studie relevant ist und ob die Erkenntnis überraschend ist: Der Slogan hat mich überrascht, denn das müsste ja eigentlich heißen, dass der TV-Schirm noch viel besser geeignet ist als Showroom und Verkaufsfläche im Internet.

Transaktionsnetzwerke: Paypal für Ebay wichtiger als Auktionen

Viel wird über soziale Netzwerke gesprochen. Doch die eigentlichen Gewinner sind bislang (noch) nicht die sozialen Netze, sondern die Infrastrukturen, an denen Nutzer sich beteiligen, um Transaktionen auszuführen.


Dieses Geschäft war einst die Domäne der Service Provider. Namen wie AOL, T-Online oder Vodafone vermutete man als Profiteure der Tatsache, dass immer mehr Menschen das Medium Internet nutzen und das vor allem auch als Beschaffungsplattform (E-Commerce).

Doch schaut man sich 2012 an, muss man feststellen: Es sind insbesondere drei Firmen, die davon profitieren, dass Menschen das Internet für Transaktionen nutzen. Zum einen völlig klar Amazon, der globale Internet-Supermarkt.

Erstaunlicher noch ist der Umstand, dass ein ehemaliger Computer-Hersteller mit seinem iTunes Service mittlerweile deutlich mehr Kunden hat, als Amazon. Und die Apple-Kunden sind Transaktionskunden: Dh über den iTunes Account kaufen heute schon über 400 Mio. Kunden digitale Waren.

Der Dritte im Bunde ist schließlich Paypal. Nahezu im stillen Kämmerlein ist der Bezahlservice mittlerweile zum echten Schwergewicht gereift. 122 Mio. Menschen nutzen mittlerweile aktiv Paypal als Zahlungsservice, als Transaktionsbank also.

Ebay entwickelt sich damit immer stärker von einem Auktionshaus und Marktplatz-Betreiber zu einem Service-Provider und Infrastrukturanbieter für das globale Geschäft im Internet. Die aktuellen Geschäftszahlen verdeutlicht die Grafik, die statista heute auf Basis der Geschäftszahlen von Ebay zusammengestellt hat.

Kostenpflichtige Inhalte im Netz: Bezahlen für Texte im Internet?


Kann man journalistische Inhalte im Netz verkaufen? Lässt sich mit Inhalten auch online Geld verdienen? Gibt es für Onlinejournalismus ein Geschäftsmodell neben Werbung und Provisionen? Lassen sich textuelle Inhalte digital ähnlich vermarkten wie Musik und Filme?

Entwicklung bei taz-zahl-ich (Quelle)
Diese Fragen beschäftigen Verlagsmanager, Journalisten, Autoren und Medienhäuser auf der ganzen Welt. Eine interessante Erkenntnis zur Möglichkeit, mit Inhalten im Netz Geld zu verdienen, konnte man gestern im Blogder taz lesen.

Die überregionale Tageszeitung, die gute 50.000 Exemplare ihres Druckwerks werktäglich absetzt, hat im Dezember 2012 erstmals einen fünfstelligen Umsatz mit dem Verkauf von Artikeln im Netz erzielt. 10.932 Euro wurden erlöst.

Die taz hat im April 2011 auf ihrer Internetseite die Bezahlmöglichekit „taz zahl ich“ eingeführt. Man kann entscheiden, ob man einen online veröffentlichten Text kostenfrei liest, oder einen Betrag seiner Wahl zahlt. Die Bezahlung ist also freiwillig und wird mit keinen erweiterten Nutzungsmöglichkeiten oder exklusiven Inhalten verbunden.

In 2011 erlöste das Modell für online veröffentlichte Inhalte 31.200 Euro. In 2012 wurden insgesamt schon 56.300 Euro umgesetzt, also ein Plus von 80%. Gut tausend Nutzer haben sich mittlerweile als regelmäßig Zahler (Freiwilligkeit im Abo) eingetragen und überweisen regelmäßig Geld für die Nutzung der Inhalte auf taz.de. Allein darüber kommen mittlerweile über 4.000 Euro pro Monat in die Kasse.

Montag, 14. Januar 2013

Drei Aufgaben, die Journalisten 2013 angehen müssen

Ein Kollege an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien hat mir gerade einen Artikel vom International Journalist’s Network weitergeleitet. Hier schreibt Margaret Looney, was die drei wichtigen Aufgaben sind, mit denen sich Journalisten 2013 auseinandersetzen müssen.

Nun, würde man einen Blindtest machen, könnte man annehmen, dass die drei Dinge, die Journalisten selbst nennen würden, wahrscheinlich in diese Richtung gingen: Mehr Zeit für die Recherche nehmen, mehr Kontakt zu den Lesern, Hörern, Zuschauern haben. Mehr echte Nachrichten entwickeln, und nicht nur PR-Texte und Agenturmaterial nutzen.

Looney allerdings empfiehlt etwas anderes und sie zeichnet m.E. einen zentralen Trend auf – nämlich dass sich das Berufsbild des Journalisten derzeit enorm wandelt. Die drei zentralen journalistischen Aufgaben für 2013 seien demnach: Programmieren lernen, Interpretieren lernen und Vermarkten lernen.

Gut, das klingt nicht wirklich journalistisch. Aber das sind Aufgaben, die im Zusammenspiel mit dem Internet von besonderer Bedeutung sind. Man muss heute wissen, was online technisch möglich ist (so wie man früher wissen musste, welche Druckauflösung sich produzieren lässt oder welche Helligkeit für einen Dreh notwendig ist), nur dann kann man spannende Formate entwickeln.

Fakten, so die zweite These, sind heute nicht mehr das knappe Gut. Die Auswahl, welche Fakten man berichtet und die Interpretation derselben sind das, was Journalisten heute leisten müssen.

Und schließlich ob freier Journalist oder Verlagsprodukt: Ohne einen eigenen Markenwert (im Internet u.a. ausgedrückt durch Reputationskennzahlen wie Page Rank, Anzahl der Follower, Anzahl von Likes oder Re-Tweets etc.) wird man schlicht und einfach nicht mehr wahrgenommen. Auch Journalisten müssen um Aufmerksamkeit kämpfen und erhalten sie nicht mehr qua Amt.

Daten-Journalismus: Sind Daten die besseren Fakten?

Fakten, Fakten, Fakten lies der ehemalige Focus-Chef Markwort seine Redakteurstruppe wissen, Fakten, Fakten und nochmals Fakten, das sei die Währung in der Welt der Nachrichten. Ok, das mag sie in den 1990er Jahren auch gewesen sein. Damals galt es, den ewig-linken Meinungsmachern vom Spiegel etwas entgegen zu halten und da bot es sich geradezu an, die Faktizität den Vorrang vor der verlegerischen Leitlinie zu geben.

Mit der immer stärkeren Nutzung des Internet – faktisch heute das Leitmedium der Gesellschaft – muss man den Leitsatz allerdings ändern. Nicht Fakten sind entscheidend, sondern Daten, Daten, Daten. Diese Formulierung leitet zu der Fragestellung, was der Unterschied zwischen Daten und Fakten sei. Von Fakten spricht man im Allgemeinen, wenn man Tatsachen meint. Ein Fakt ist daher richtig oder falsch. Daten dagegen sind – nicht zwingend, aber häufig – Werte, die Abstufungen oder Mengen angeben. Wetterdaten sind z.B. die in Grad-Celsius gemessenen Temperaturen morgens, mittags und abends und deren Vergleich zu Daten des Vorjahres. Wetterfakten sind Aussagen des Typs: Es regnet, es ist heißt oder die Sonne scheint.

Diese kleine Vorrede soll zum eigentlichen Thema überleiten: Dem Data Journalism. Dabei geht es nicht um eine per se neue journalistische Form, sondern um neue Herausforderungen in der Darstellung von Recherche-Ergebnissen. Durch den schnellen und einfachen Zugriff auf Statistiken und Datenbestände zu fast allen Themen des Interesses, wird von Journalisten immer stärker erwartet, dass sie Nachrichten „bewerten“ – also in einen quantifizierbaren Kontext stellen.

Dies führt zu einem stärkeren Anteil von visueller Kommunikation in Form von Informationsgrafiken, Schaubildern und ähnlichem. Ohne das, lässt sich heute kaum eine attraktive Nachrichtenlage darstellen.

In diesem Kontext ist es sehr ratsam, einen Blick auf das kostenfreie Handbuch Data Journalism zu werfen. Es entstand 2011 im Rahmen einer Konferenz aus Beiträgen der Konferenzteilnehmer, die bei renommierten Organisationen wie BBC, Deutsche Welle, New York Times, Guardian, Australian Broadcasting Corporation und anderen arbeiten.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Facebook für die Alten, Tumblr für die Jungen

Quelle: blog.garrytan.com
Okay, mit Umfragen und Statistiken ist das immer so eine Sache und das gilt auch hier. Dennoch interessant: Eine Onlinebefragung bei rund tausend Internet-Nutzern in den USA wollte wissen, was die 13-18jährigen und die 19-25jährigen heute so im Netz machen. Und überraschenderweise lag nicht Facebook vorne, sondern der Microblogging-Dienst Tumblr.

Man sollte diese Daten sicherlich nicht ernsthaft - z.B. wissenschaftlich - verwenden. Dennoch sind sie ein mögliches Indiz für etwas, das mir auch während der Lehre - und damit im Kontakt mit jungen Erwachsenen - immer auffällt. Die big players wie Facebook und Apple werden tendenziell als uncool gesehen, was irgendwie auch verständlich ist, denn Trends, die die älteren Geschwister und gleich auch die Eltern gut finden, können eigentlich nicht langfristig bei jungen Leuten als cool gelten, oder?

MIt Toshl behält man den Überblick über die Finanzen

Manchmal holt einen die Vergangenheit ein, z.B. wenn man über zehn Jahre im Bereich Softwareanwendungen für Onlinebanking gearbeitet hat. So vorgeprägt fand ich es interessant, heute über Toshl zu lesen und dass, obwohl ich mich nicht mehr für Banking-Software und Geldspar-Apps interessiere.

Wie kam's? Bei meiner morgendlichen Nachrichtenlektüre stolperte ich über eine Grafik, die die Einkommensverhältnisse von iOS-Nutzern vs. Android-Nutzern und Windows-Mobile Nutzern darstellte. Spannend. Also mal schnell schauen, wo die Daten herkomen. Von Toshl. Wem?

Ein Klick auf toshl.com bringt die Antwort: Toshl ist eine kleine Anwendung, die es für alle Smartphones und im Web gibt und mit der man Ausgaben "on the go" erfasst. Soweit nicht überraschend. Spannend ist aber, das Toshl Mehrwert-Funktionen serverbasiert anbietet, dadurch Userdaten anonymisiert aggregieren kann und so z.B. Aussagen darüber machen kann, wieviel andere User denn z.B. für Tanken oder Wohnen ausgeben oder wie die Einkommens- und Ausgabenverhältnisse sich von Land zu Land oder PLattform zu Plattform unterscheiden.

Das geht in die Richtung, die ich 2003 in einem Strategiepapier (damals allerdings nur für Web) skizziert habe, dafür aber keine Ressourcen bekam. Dadurch, dass Ausgaben und Einnahmen aller Nutzer anonym aggregiert und ausgewertet werden können, lässt sich möglicherweise etwas wie eine finanzielle Schwarmintelligenz unterstützen, die dann - gepaart mit Szenarien wie Co-Shopping oder Couponing-Diensten - zu einer Mehrwert-Community ausgebaut werden könnte.

Nu was soll ich sagen: Toshl (kommen ursprünglich aus Slowenien und sitzen jetzt in San Francisco) machen das einfach. Und das mit dieser klaren Aussage: At Toshl, we’re ninjas on unicorns out to make people’s lives easier, disrupt antiquated industries and have fun while doing so.
Join us for the ride!

Dienstag, 8. Januar 2013

8 Strategien für mehr Erfolg beim Schreiben

Überrascht, wie schwer sich junge Menschen beim Verfassen von Hausarbeiten und Abschlussarbeiten tun und überrascht, wie schwächlich manches als Fachbuch herausgeputzte Werklein geschrieben ist, habe ich mich heute über den Artikel von Roy Peter Clark gefreut, der auf Basis alter rhetorischer Erfahrungen acht gute und anwendbare Strategien darstellt, mit denen jederman seine "writing skills" verbessern kann.

Schreib-Strategie 1: Schreiben Sie laut.
Schreiben ist ein Codierungsvorgang, der ein synchrones Gedankenbündel zwanghaft linearisiert - also etwas ziemlich unnatürliches. Natürlicher und damit eingängiger kriegt man Texte, wenn Sie sich auch gut vorlesen lassen. Und überhaupt: So wie man sich durch Schreiben Sachen besser merken kann, kann man durch Sprechen bessere Formulierungen finden. Darüber hinaus ist es hilftreich, das derjenige, der viel schreiben will/muss/soll auch viel lesen sollte. Nur so bildet man seinen Stil.

Schreib-Strategie 2: In der Weite liegt das Gute.
Auch wenn man den ganzen Tag Artikel für die Lokalzeitung, Meetingprotokolle oder Bedienungsanleitungen schreiben muss: Je breiter man sein Leserepertoire wählt, desto einfacher fällt es einem, mit griffigen Formulierungen umzugehen und so gestelzte Sätze zu umgehen.

Schreib-Strategie 3: Wer viel weiß, kann auch viel schreiben.
Stellen Sie sich vor, Sie wären noch einmal 6 Jahre alt. In diesem Alter werden Sie noch nichts nobelreisverdächtiges texten, schlicht weil Ihnen die Breite des geistigen Horizonts noch fehlt. Daher: Wer gut schreiben will, sollte sich möglichst vielseitig informieren. Das klingt zwar nach Bildungsbürgertum, aber nur wer eine gewisse thematische Breite hat, ist in der Lage gut zu formulieren.

Schreib-Strategie 4: Lieber überschwänglich, als langweilig schreiben.
Den richtigen Ton zu treffen, ist schwierig. Bis man das schafft, sollte man sich auf jeden Fall eher um Kreativität und Inspiration kümmern, als von vornherein zu "spärlich" zu schreiben. “Both of these kinds of narratives are faulty, yet that which springs from poverty of mind is worse than that which comes from exuberance.”

Schreib-Strategie 5: Kümmern Sie sich nicht ums Tempo. 
Wer gut schreibt, der kann später lernen, sein Schreiben zu beschleunigen. Wer schnell schreibt, den kriegt man allerdings nur schwerlich dazu, gut zu schreiben. Also: erst Qualität, dann Geschwindigkeit.

Schreib-Strategie 6: Setzen Sie Ihre Fähigkeiten für etwas Größeres ein.
Besondere Motivation erhält man beim Schreiben, wenn man nicht für die Deadline, der Chefredakteur, den PR-Managaer oder den Professor schreibt, sondern für eine größere Sache: die Aufklärung, die Wissenschaft, die Community, andere Verwender. 

Schreib-Strategie 7: Schreiben Sie für Ihren Leser. Man sollte so schreiben, wie die Leser gewohnt sind, über das Thema zu schreiben / zu lesen / zu sprechen. Wenn Sie für Jugendliche eine Informationsbroschüre über Alkohol schreiben, werden Sie wohl anders formulieren, als wenn Sie eine Pressemitteilung über einen neuen Weinbrand-Flavor oder einen Beitrag über Komasaufen für eine Enzyklopädie verfassen.

Schreib-Strategie 8: Nach dem Schreiben sollst Du ruhen.
Bevor man einen geschriebenen Text abschließend korrigiert, sollte man Spazierengehen, etwas Essen und am besten einmal schlafen, sprich: Zeit vergehen lassen. Diese Regel halten Profis selbst unter Termindruck ein. Je mehr DIstanz man zwischen sich und den Text bringt, desto effektiver die Überarbeitung.


Lernen ist wichtiger als wachsen und weniger ist mehr

Bei der Produktentwicklung - speziell bei digitalen Produkten wie Apps, Games, Blogs, eCommerce etc. - gibt es wenige Erkenntnisse, die pauschal für alle Branchen und Probleme zutreffen. Mir sind aus fast zwanzig Erfahrung eigentlich nur zwei Goldene Regeln bekannt, zwei Goldene Regeln, die jeder kennt, die aber kaum einer einhält, was dazu führt, dass viele gute Grundideen ziemlich schnell zu teuren Ideengräbern führen.

Heute erinnerte ich mich noch einmal an diese beiden Goldenen Regeln, als ich über einen Link auf den Blog von Ash Maurya, den Autor von Running Lean, einem wirklich brauchbaren Buch über Methoden für Startups.

In einem schon Artikel von 2011 beschreibt Maurya, wie man den Produktentwicklungsprozess bei Innovationen managen kann.

Kern ist das Minimum Viable Product (MVP): Was ist der Nukleus dessen, was ihre Unternehmen für die Kunden löst? Was ist der Kern ihres Produkts, für den Kunden Zeit und Geld investieren werden?

Wenn der MVP klar ist sollte nur er entwickelt werden.

Was jetzt passiert, ist auf Basis des MVP erste Nutzer zu finden und von diesen Nutzern zu lernen und auf Basis der Gelernten die gesamte Weiterentwicklung zu steuern  (user driven development).

Die Lernerfahrungen unterscheidet man grob in Features und Bugs. Features werden hier als "Minimal Marketing Features" (MMF) interpretiert, also als kleinstmögliche Einheit, die Kundenwert erzeugt. Ein MMF ist etwas, das man kommunizieren kann, z.B. im Blog, per Twitter oder auf einer Verpackung oder Webseite.

Alles andere sind Bug Fixes, und die sollten entweder sofort (wenn kritisch) oder irgendwann ganz spät gelöst werden, und nicht den Blick vom Wesentlichen ablenken."When you first launch a product, lots of things can and do go wrong. But when that happens, a typical reaction is to want to build more stuff – especially when it comes disguised as a customer feature request."

In meinem Sprachgebrauch heißen die beiden Einsichten:  Mach eine Sache richtig und schau dann, wie die Kunden damit umgehen. Fokussieren und Lernen. Eigentlich ganz einfach. Wären da nicht die ganzen Störquellen, die einen vom rechten Weg abbringen wollen.

Europäisch wandern im Sauerland: Auf dem E1 über den Kahlen Asten

Auf dem E1 über den Kahlen Asten
Der GPS Wanderatlas Deutschland setzt 2013 die Vorstellung des Europäischen Wanderwegs E1 fort. Nach den Etappen durch den Westerwald und den Taunus geht es diesmal auf dem E1 durch Sauerland und Siegerland. Ab heute (8. Januar) gibt's die Tracks (GPX) und Tourenbeschreibungen kostenfrei und auf Basis aktueller Wegdaten aus dem Kataster des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) unter www.ich-geh-wandern.de. Anbei der Text der parallel verbreiteten Pressemitteilung:



Auf dem Europäischen Wanderweg E1 durch Sauerland und Siegerland
GPS Wanderatlas stellt E1-Route von Marsberg ins Siegtal als GPS Wanderweg des Monats vor

(Beselich, 8. Januar 2013). Als 1969 die Europäische Wandervereinigung gegründet wurde, war eines ihrer Ziele, ein flächendeckendes Netz von Fernwanderwegen in ganz Europa aufzubauen. Der erste Weg – E1 genannt – verbindet als große Nord-Süd-Route über 5.000km das Nordkap mit Sizilien. Ein Stück dieses Weges führt auch durchs nordrhein-westfälische Sauerland und Siegerland. Diese Route stellte der GPS Wanderatlas Deutschland unter www.ich-geh-wandern.de als GPS Wanderung des Monats vor. 
Das Sauerland erreicht der E1 vom Teutoburger Wald und der Egge kommend bei Marsberg. Hier auf historischem Boden – Karl der Große selbst gründete das Kloster Marsberg, nachdem er hier die Sachsen geschlagen hatte – startet der E1 die Tour durchs Sauerland.

Es geht zunächst hinein ins Upland, den hessischen Teil des Sauerlands rund um den Wintersportort Willingen. Dann wird der Neue Hagen angesteuert, das größte zusammenhängende Hochheidegebiet in Deutschland mit beeindruckenden Aussichten in das Land der tausend Berge,

Der König dieser tausend Berge im Sauerland ist der Kahle Asten (842m), der als nächstes auf der Route liegt. Weiter geht’s ins Schmallenberger Sauerland und über den Kamm des Rothaargebirges hinein ins Wittgensteiner Land.

Man passiert Schloss Berleburg und Schloss Wittgenstein und wandert wieder zurück auf den Rothaarkamm ins Quellgebiet von Lahn, Sieg und Eder. In Siegen lassen sich auf dem Oberen Schloss im Siegerlandmuseum die erwanderten Eindrücke mit vielen Fakten festigen. U.a. kann man hier einige Originale des in Siegen geborenen Barockmalers Peter Paul Rubens bewundern. Der letzte Wegabschnitt leitet schließlich zur Burg Freusburg im Siegtal, bevor es am anderen Ufer der Sieg weiter geht in den Westerwald.

Der GPS Wanderatlas Deutschland stellt den Verlauf des E1 im Sauerland und Siegerland in neun Tagesetappen vor. Die Wegführung kann nicht nur auf einer interaktiven Wanderkarte eingesehen werden, sondern steht auch als GPS-Daten zum kostenfreien Download bereit, um sie per Smartphone oder GPS-Gerät für die Wanderung zu nutzen.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein redaktionelles Angebot, das sich speziell an den Bedürfnissen von Wanderern, Tagesgästen und Ausflugstouristen orientiert. Wer kurzfristig etwas in der Region unternehmen möchte, findet im GPS Wanderatlas Deutschland eine sehr fein gegliederte und praktische Planungshilfe.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein Produkt der Wanderatlas Verlag GmbH mit Sitz in Beselich bei Limburg. Der Wanderatlas Verlag wurde im April 2010 gegründet, um Tagestouristen und Wanderer überregional und unabhängig mit Informationen für Touren, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten zu versorgen. Aktuell gibt es den GPS Wanderatlas für die Wandergebiete Sauerland, Westerwald, Taunus, Oberhessen und Bergisches Land.

Freitag, 4. Januar 2013

Chrome weltweit meistgenutzter Browser

Quelle: www.statcounter.com
In meiner Erinnerung sind noch die Browserkriege der 1990er Jahre sehr aktuell. Erst hatte der Netscape Navigator fast den gesamten Markt. Dann packte 1995 Microsoft den Internet Explorer in sein Windows-Betriebssystem und holte sich bis 2002 über 95% Marktanteil. Netscape verschwand vom Markt. Ab 2004 griff dann Firefox an und in Deutschland hatte man Eindruck, jeder nutzt Firefox. Schaut man sich die globalen Zahlen jedoch an, sieht das Bild anders aus: Seit Dezember 2011 ist ist Googles Chrome der weltweit am meisten genutzte Browser. Auf Platz 2 ist nach wie vor der Internet Explorer noch deutlich vor Firefox. Safari liegt klar unter der 10% Marke und Opera ist kaum noch wahrzunehmen.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Marktstrategien der Zukunft

Sangeet Paul Choudary hat gestern in seinem Blog einen schönen Artikel zum Thema Platform Approach als generelle Marktstrategie verfasst. Seine Grundüberlegung: Es gibt drei Muster, mit denen Unternehmen auf den Markt gehen.

Produktorientierung (Stuff Approach): Wenn die Menschen Probleme haben, gib ihnen Produkte. The more, the merrier. Dies ist das Standardprogramm der Industrialisierung. Man baut Autos, erst nur eins für alle (Ford), dann immer mehr und spezialisierter auf die verschiedenen Marktsegmente (General Motors) und Marktregionen (Toyota, VW).

Prozessorientierung (Optimization Approach): Wenn mehr Produkte nicht mehr zum Erfolg führen, dann mach die Prozesse besser im Sinne von: Hol Dir mehr Informationen über den Markt und die Kunden, prüfe die Lieferkette und optimiere die Prozessschritte. Das ist das, was sich z.B im Einzelhandel gut beobachten lässt: Spezialisierung auf einzelne Segmente (Fressnapf, Media Markt

Plattformorientierung (Platform Approach): Plattformorientierung verbindet die Aspekte von Produktorientierung und Prozessorientierung: Plattformen erhöhen auf der einen Seite das Angebot, bieten auf der anderen Seite Möglichkeiten, die tatächlich genutzten Angebote neu zu definieren. Als Beispiel kann man sich hier etwa Twitter vorstellen, wo täglich NAchrichten im ungeahnten Umfanng erzeugt werden, durch die viralen Funktionen aber dennoch die für die Leser relevanten Inhalte sich sehr schnell zu spitzen. D.h. um sich über Twitter einen Überblick über die auf persönliche Interessen zugeschnittene NAchrichtenlage zu machen, geht viel schneller als in klassischen Medien wenngleich die Basis ein deutlich erhöhtes Angebot ist.

Oder um Choudary zu zitieren: "Every consumer problem out there can be solved in one of three ways:

  • The ‘stuff’ approach: How can we create more stuff whenever the problem crops up?
  • The ‘optimization’ approach: How can we better distribute the stuff already created to minimize waste?
  • The ‘platform’ approach: How can we redefine ‘stuff’ and find new ways of solving the same problem?"
Angewendet auf die Hoteleriebranche etwa heißt das: Hotelketten wie Maritim verfolgen eine Produktstrategie. Vergleichsangebote wie HRD eine Prozessstrategie. AirBnB dagegen definiert das Kundenproblem neu und bietet auf größerem Angebot schneller das bessere Angebot.

Und in Bezug auf öffentliche Kommunikation und die Nachrichtenbranche zieht Choudary für den stuff approach die Ney York Times, für den optimization approach Google News und für den platform approach Twitter heran.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Die Zukunft des Lokaljournalismus

Der folgende Beitrag stammt von Anja Bertele, studierte Linguistin und derzeit im Abschluss Ihres Masterstudiums an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien. Bertele beschreibt in ihrer Arbeit sehr nachvollziehbar, warum das aktuelle Geschäftsmodell des Lokaljournalismus langsam aber sicher aussterben wird, warum zugleich aber die gesellschaftliche Funktion des Lokaljournalismus neue Chancen bietet. Lokaljournalismus ist „people business“ und nicht „news business“. Was das bedeuten kann – z.B. für neue lokale und regionale Angebote, die Social Media und mobilen Zugriff auf Informationen gewähren, kann man erahnen.

Zur Zitation des nachstehenden Beitrags:


Im DocBlock werden ausgewählte Arbeiten von Studierenden, Absolventen und Praktikern veröffentlicht. Damit dient der DocBlock als Onlineplattform für Veröffentlichungen des Thomas Becker Verlags, Berlin. Der nachstehende ist online frei einsehbar und steht als zitierfähiges PDF-Dokument zum kostenfreien Download bereit. 

SoLoMo: Convergence of Social, Local and Mobile in the Age of Conversation

Convergence of Social, Local, Mobile (Quelle)
Was passiert da eigentlich gerade in den Medien? Wie ändern sich die Regeln und Rahmen für öffentliche Kommunikation? Schön plakativ bringt es Kirk McDonald auf den Punkt mit seinem SoLoMo-Konzept: Aus dem Zeitalter der veröffentlichen Kommunikation (dem Verlagswesen) treten wir ein ins Zeitalter der Konversation - des gesprochenen Worts in Echtzeit.

Wahrnehmbare Anzeichen dieses Wandels ist das Verschmelzen von sozialen Medien, lokalen Inhalten und mobilem Zugriff.