Donnerstag, 28. Februar 2013

Wird Twitter das neue Google? Twitter wächst schneller als alle anderen

Ist Twitter auf dem Weg, das neue Google zu werden? Der Kurznachrichtendienst Twitter ist mittlerweile mit 10 Mrd. USD bewertet. Dennis K. Berman schreibt dazu auf Wallstreet Journal online: "Twitter hat tatsächlich in einigen Bereichen das Potenzial, zu einer ebenso sprudelnden Geldquelle zu werden, wie sie die größte aller Internet-Geldmaschinen ist: Google".

Twitter verdient zwar noch kein großes Geld (Google am Anfang übrigens auch nicht), aber Twitter erlöst bereits rund 4 USD im Jahr pro aktivem Mitglied, also in Summe rund 800 Mio. USD. Dazu kommt: Twitter wächst rasant, während gleichzeitg fast alle anderen Netzwerke und Plattformen stagnieren oder schon wieder rückläufig sind.

Derzeit werden täglich rund 400.000.000 Nachrichten auf  Twitter publiziert. Allein dieser - kostenlos durch die Nutzer erstellte - Content ist ein großes Pfund, mit dem Twitter wuchern kann. Dazu kommt die Image-Seite: Bei Großereignissen - vom arabischen Frühling bis zur Oscar-Verleihung - ist Twitter das Medium der Stunde. Es ist schnell, es ist authentisch - jedenfalls dann, wenn der Autor über die entsprechende Reputation verfügt. Twitter ist die Nachrichtenzentrale im Internet, übernimmt quasi die Rolle einer globalen Nachrichtenagentur, die von ihren Nutzern befeuert wird (ein ähnliches Prinzip wie bei Wikipedia).

Twitter wächst schneller als alle anderen. Quelle: www.mediabistro.com

Samstag, 23. Februar 2013

Erfolg heißt zuallererst: Dabei zu sein

Wie kann man Erfolg planen und Erfolg wahrscheinich machen - diese Fragen sind der Nukleaus jeglicher strategischen und planerischeren Tätigkeit. Und wir können sicher sein: Darauf wird die Menschheit aufgrund instabiler Umweltverhältnisse niemals eine Antwort finden. Aber immer wieder gibt es Aspekte, die ERfolg zwar nicht erklären, die aber gehäuft auftauchen, wenn ERfolge entstehen.

Eine dieser Beobachtungen ist die simple Tatsache, dass Orte nicht nur Menschen prägen, sondern auch Organisationen und deren Geschäfte. Cluster wie das Silicon Valley bei San Francisco sind nicht allein deshalb so erfolgreich, weil hier viel Kompetenz zusammentrifft. Auch die Art zu denken und zu arbeiten ist hier anders. Und das wirkt wieder wie ein Magnet auf junge,erfolgshungrige Mitarbeiter und Gründerpersönlichkeiten und natürlich auf renditeoptimierende Investoren.

Rosabeth Moss Kanter von der Harvard Business School fasst die unter dem Titel zusammen: The First Secret of Success Is Showing Up. Hier beschreibt sie ein erstaunliches Paradoxon der Moderne:

"The declining significance of place is associated with the rising significance of place. Technology helps us connect with anyone anywhere nearly instantaneously, crowdsource ideas, and work on virtual teams without ever being in the same place. But being in the same place at the right time means being able to make serendipitous connections, and even to get mistaken for someone important."

Diese Erkenntnis ist nicht nur wichtig für die Reisebranche, sondern für jeden Manager, Unternehmer oder Freiberufler wie Künstler oder Berater: Nur wer da ist, kann wahrgenommen werden. Nur wer da ist, kann angesprochen werden. Nur wer da ist, kriegt mit, was los ist. Nur wer da ist, lernt die Entscheider kennen.

Aus meinen zwanzig Jahren Geschäftserfahrung kann ich dieses Stück Empirie weitergeben: Ich habe in dieser Zeit keinen einzigen wichtigen Deal geschlossen, ohne mit dem Gegenüber mindestens einmal persönlich gesprochen zu haben und alle großen Deals sind aus einer Beziehung heraus entstanden, während die meisten (nicht alle) Niederlagen etwas damit zu tun hatten, dass wir nicht mit am Tisch saßen.  

Donnerstag, 21. Februar 2013

Strategie-Regel Nummer 1: Aufschreiben!

Man kann tausend Seiten lange Bücher über Strategie schreiben. Man kann wochenlang Seminare besuchen. Man kann studieren, examinieren, elaborieren. Aber lernen kann man Strategie so nicht. Strategie ist zuallererst: Praxis. Strategie ist wie Chirurgie: Ganz ohne Wissen geht es nicht, entscheidend ist aber die Anwendungsroutine.

Dieses kleinen, aber alles entscheidenden Punkt stellt aktuell Roger Martin im HBR-Blog in den Fokus und verweist dabei auf einen weiteren ganz wesentlichen Punkt: Um aus der Anwendung strategischer Entscheidungen zu lernen, muss man vor der Ausführung der Entscheidung aufschreiben, welche Annahmen der Entscheidung zu grunde liegen.

Schreibt man seine Strategie-Überlegung nicht auf, glaubt man relativ selbstverständlich, dass alles so kommen musste, weil man es vorhergesagt hat. Was allerdings ein Trugschluss sondergleichen ist. Um also Strategie zu lernen, muss man strategische Entscheidungen anwenden und daraus lernen und dafür muss man zwingend und ohne jedweden Kompromiss vorher aufschreiben, was die Prämisseren des strategischen Handelns sind. Was denkt man darüber, wie die Kunden und wie der Wettbewerb auf  eine Entscheidung reagieren.

Erst das Aufschreiben der Strategie bringt den Lernerfolg und damit die Erfahrung und damit letztlich den strategischen VOrteil. Und - eine Annahme am Rande: Dies scheint mir auch einer der Gründe zu sein, warum große Unternehmen sehr häufig erfolgreicher sind als kleine (und mit "klein" meine ich hier weniger als 500 Beschäftigte). Während der MIttelstand aus dem Bauch entscheidet und mal erfolgreich, mal weniger erolgreich ist, etablieren Großunternehmen durch ihre Strukturen Schriftlichkeit und Überprüfbarkeit, steigern eben damit ihr strategisches Potenzial.


Roger Martin: Strategy Is All About Practice

Mittwoch, 20. Februar 2013

Wanderatlas Deutschland informiert (Februar 2013)

Oberreifenberg am Feldberg im Taunus
Hallo liebe Wanderfreunde,

in unserem Monatsschreiben empfehlen wir wieder gerne drei schöne Wanderwege aus unserem Beritt: den Bundesländern NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz.


Ein Blick in unsere Statistik zeigt Interessantes: Aufsteiger des Monats ist ein Weg außerhalb unseres derzeitigen Redaktionsgebiets (das im Osten ungefähr auf einer Linie Marsberg-Marburg-Fulda endet). Mondims Tour vom Lutherdenkmal in Eisenach durch die Drachenschlucht auf den Rennsteig (17km) und retour hat sich im Februar fünf Plätze nach vorne geschoben und liegt jetzt bereits auf Rang 37 der beliebtesten Wanderungen im GPS Wanderatlas.

Mit Freude blicken wir auf den März. Dann werden wir als GPS Wanderweg des Monats den brandneuen Bergischen Panoramasteig vorstellen. Der große Fernwanderweg durchzieht auf knapp 250km das Oberbergische Land und das Sieg-Bergland. In zwölf Tagestouren berichten wir vom Bergischen Panoramasteig - natürlich inkl. GPS-Daten aus dem Wegekataster des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV).

Viel Spaß draußen in der Natur wünscht euch das Team vom GPS Wanderatlas!

PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Montag, 18. Februar 2013

So geht Porno! Datenjournalismus ganz praktisch

Wie man mit Datenjournalismus spannende Zusammenhänge entdeckt und wie man diese per Infographic anschaulich und prägnant visualisiert: Dafür lohnt immer wieder ein Blick auf Jon Millwards Blog. Aktuell hat er eine große Untersuchung zum Thema Pornofilme veröffentlicht.

Er analysierte unter dem Titel Deep Inside zugängliche Daten von über 10.000 Pornoschauspielern, die Filmtitel, die Plots etc. und stellt erstaunliche Zusammenhänge fest: etwa wie sich das Verhältnis von butts and boobs verändert hat, wie Poronodarsteller im Film meistens heißen, welche Aktivitäten wie oft durchgeführt werden, welche Rollenklischees gut ankommen, wie ein Pornostar aussieht, welche Haarfarbe er hat etc.

Das Ganze hervorragend visualisiert in einer Infographic, mit der man sein Wohnzimmer tapezieren könnte (wegen ihrer Größe). Good job :)
Ein Ausschnitte aus dem Bericht Deep Inside von Jon Millwards

So richtet man seinen eigenen Online Radiosender ein

Immer auf der Suche nach interessanten Dingen, die man in der Lehre verwenden kann, bin ich heute morgen über ein Tutorial gestolpert. Es zeigt, wie man in einer Stunde und quasi kostenfrei eine eigene Internet-Radiostation einrichtet und dann per Smartphone "fährt".

Klar, ist das eher eine Spielerei, aber gerade im Hinblick auf die Bedienung von Fan-Interessen (social media) oder kostengünstige PR ist Online-Radio im Kontext einer Cross Media Strategie gar nicht uninteressant.

Daher lesenswert und zum Ausprobieren: So baue ich mir meine eigene Radiostation.

It's the end of advertising as we know it

Wie sieht Werbung im Jahr 2020 aus? Das Wharton Future Advertising Program versucht das herauszufinden. Bei den Interviews mit führenden Markenartiklern zeichnet sich ein Trend ganz klar ab: Der aus der Print-, Radio- und TV-Welt stammende Kampagnenansatz (ein Sender ballert Botschaften auf viele Empfänger) wird verschwinden. Aber was kommt dann?

Dazu geben Baba Shetty und Jerry Wind im HBR-Blog eine Stellungnahme ab. Ich zitiere: "For messages to be heard in 2020, brands will need to create an enormous amount of useful, appealing, and timely content. To get there, brands will (...) adopt the defining characteristics of the real-time, data-driven newsroom".

Das heißt nicht anderes, als dass Werbung stärker nach journalistischen Regeln arbeiten wird, während gleichzeitg Journalismus imer stärker nach werbenden Regeln arbeitet. Eine interessante Konstellation, aus der heraus sich spannende Ansätze im Bereich öffentlicher Kommunikation ableiten lassen.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Content is social, social is SEO

Tweets und auch andere Social Media Aktivitäten (korrekterweise Social Signals, mehr dazu im Blog von Frank Rapp) haben einen direkten Einfluss auf die Bewertung von Content durch die Suchmaschinen. Content Marketing entwickelt sich dabei immer stärker zur zentralen Komponente einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung (SEO).
Quelle: Mediabistro

Verpassste Chancen 2.0: Print wiederholt bekannte Fehler

Es ist erstaunlich: Während sich derzeit das Internet für seine mobile Nutzung neu erfindet und allerortens Firmen aus dem Boden sprießen, die die beiden Megathemen Payment und Geolocation besetzen, diskutieren Zeitungsverlage über Paid Content, Paywalls und Leistungsschutzrechte. Das ist höchst erstaunlich, denn auch während der massenhaften Verbreitung von Internetdiensten, die über den stationären Computer genutzt wurden, waren Verlage im Kern mit sich selbst und dem Schutz ihres Bestands beschäftigt, anstatt sich - mit zerstörerischer Kreativität sensu Schumpeter - dem Markt zu stellen und innovieren.

Geschichte wiederholt sich, munkelt man. Aber in so kurzen Zeitintervallen? Die Verlagsmanager, die vor gut 15 Jahren das Internet verschlafen haben, verschlafen jetzt das Geschäft rund um mobile Nutzung.

Dazu habe ich heute morgen einen wirklich guten Artikel von Cory Bergman gelesen, der die Probleme scharf analysiert und in fünf Gruppen benennt:

1. A responsive design isn’t a mobile strategy
Das (kostengünstige) Verfügbarmachen vorhandener Assets (Inhalte in dem Fall) ist keine nach vorne gewandte Strategie, sondern nur passive Reaktion. Kleinanzeigenmärkte sind nicht aufgrund der Inhalte ins Netz abgewandert, sondern aufgrund medialer Vorteile!

2. Mobile will not only surpass the desktop, but begin to erode it
Der PC ist ein Auslaufmodell - jedenfalls was den Einsatz zu Hause angeht. Und auch in Büros stellt sich immer mehr die Frage, ob man wirklich einen PC braucht, oder nicht zumeist ein mobiles Devices genügt. Das Internet selbst löst seine bisherige "Wirtsplanze" - den PC - auf. Während Verlage noch Web first diskutieren, ist die Realität der Nutzer längst Mobile first.

3. The desktop decline will pressure news revenues
 Je mobile das Internet wird, desto ortsabhängiger wird es was seine Inhalte angeht. Statischer "one size fits all" Content, wie ihn die Verlage heute anbieten, wird zunehmend uninteressant und bietet keine attraktive Plattform. Nicht mehr Reichweite, sondern Zielgenauigkeit ist heute der Motor für Umsätze.

4. News needs to solve problems
Welches tatäschliche Kundenproblem löst eine Zeitung heute? Mit fällt keines mehr ein. Die Weltnachrichten sind per Radio, TV, App und Browser ständig und zeitnah verfügbar. Für Hintergründe und längere Berichte gibt es Zeitschriften, TV-Dokus und das Internet. Zeitungen müssen sich neu erfinden und überlegen, welches Kundenproblem sie lösen. Beim Beginn der Zeitungswirtschaft war das noch klar: Informationsvermittlung. Heute: Drei Fragezeichen???

5. Technology companies are mobile first and spending like it
Verlage investieren grundsätzlich falsch. Die einen fahren die Redaktionen (den Produkterstellungsprozess) zurück, die anderen kaufen jetzt teuer die Innovationen zurück, die vor zehn Jahren gemacht wurden. Die dritten investieren in Flagship Products ohne konkreten Kundennutzen. Google, Twitter, Amazon, Ebay/Paypal, Facebook ja selbst Yahoo gehen einen anderen Weg: Gezielte Investitionen in Innovationen mit großen Potenzialen.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Content wichtigstes Marketing-Thema für 2013

Im "Quarterly Intelligence Briefing: Digital Trends for 2013" von Adobe und Econsultancy wird ein Stimmungsbild zu den aktuellen Schwerpunkten im digitalen Marketing gezeichnet. Spannend: Der Social Media Hype ebbt ab. Wichtigstes Thema ist dagegen die Erstellung von Content und die Optimierung der Conversion Rates.

Quelle: eMarketer

Damit verstärkt sich ein Trend, nämlich dass Inhalte immer stärker außerhalb der klassischen Verlagswelt erzeugt werden, um Besucher zu gewinnen, Kunden zu binden und Kunden zu Fans zu machen. Ohne Content, kein Interesse. Ohne Content kein dauerhafter Kontakt. Ohne Content kein Dialog.

Die klassischen Anbieter im Content Markt - in Deutschland etwa die Bertelsmänner, die BILD-Männer und der Burda-Mann - könnten mittelfristig (d.h. im digitalen Umfeld ein Zeitfenster von 3-5 Jahren) unter Zugzwang geraten. Immer häufiger ist Custom Media (in Deutschland gerne auch Corporate Publishing genannt) der eigentliche Wettbewerb. Die brauchen nämlich noch nicht einmal die Werbewirtschaft zur Finanzierung ihrer Angebote, sind daher eigentlich noch viel gefährlicher als Google, die eben nur schlauer (und internationaler und technischer) sind als die angestaubten Verlage.


Dienstag, 5. Februar 2013

Manchmal ist wenig nicht genug: Die Grenzen des Minimal Viable Product

Wer Innovationen plant, verfolgt heute oft den Ansatz, schnell ein solides Basisprodukt für den generischen Nutzen zu entwickeln. Dies ist vor allem bei digitalen Produkten verbreitet. Eric Ries machte diese Konzept des Minimum Viable Products (MVP) im Silicon Valley populär. Schnell etwas bauen, Feedback der User einsammeln, Produkt verbessern und vor allem Geld zum weiteren Wachstum einsammeln.

Etwas konservativer kennt man diesen Ansatz auch als Proof of Concept: Der Beweis, das ein neues Produkte, eine neue Dienstleistung oder ein neues Feature im Markt angemommen wird.

Brant Cooper and Patrick Vlaskovits relativieren die absolute Gläubigkeit an ein Minimum viable Product in ihrem lesenswerten Artikel Three reasons not to build a Minimum Viable Product.

Grund 1: Nicht alle (eigentlich sogar mit Abstand die wenigsten) Innovationen sind disruptive Innovationen, sondern eher aufeinanderaufbauend Verbesserungen im stillen (auch roten) Ozean. Wenn man hier punkten will, muss man mit dem richtigen Produkt kommen und nicht mit einem besseren Prototypen. Im Wortlauf Coopers/Vlaskovits: "...in order to be viable, their minimum must be enough to compete against existing players plus some sort of differentiation."

Grund 2: Nur bei knappen Ressourcen ist ein Minimum Viable Product sinnvoll. Wenn man Geld und Zeit in genügendem Maße hat, kann man problemlos ein full featured Produkt erstellen. Dies betrifft die gerne gescholtenen "Tanker", wie in Deutschland etwa der öffentlich-rechtliche Rundfunk (mit der #1 Nachrichten App) oder die Datev als IT-Dienstleister der Steuerberater. Manche können oder wollen sich ein MVP nicht erlauben.

Grund 3: Wenn das Produkt zur Marktnachfrage passt, braucht man keine Lernphase mehr, sondern kann (und muss) gleich in die Vollen gehen. Oder so formuliert: As the market pulls the product out of you, you build it!  Fully!

Generell heben Cooper und Vlaskovits hervor, auf einige Punkte zu achten, wenn man entscheiden will, ob man mit einem Minimum Viable Product oder dem full featured set in den Markt gehen will:

  • Viability (the V in MVP) is determined by the market, not your whim
  • “Knowing” is a trap.  Do you know or merely think you know?
  • Functionality above and beyond viable, does not make you more viable; it can actually destroy viability. (This is why “best” product rarely wins.)
  • Don’t release your MVP to the world, but rather to a select group (eg early adopters).
  • Once you’ve learned, execute on what you’ve learned, while also maintaining new learning.

Masterstudium Medienmanagement

Für Herbst 2013 plant die SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien einen neuen Masterstudiengang Medienmanagement. Als Dekan obliegt mir die ehrenvolle Aufgabe, zu überlegen, wie man Medienmanagement auf Masterniveau studieren sollte. Einen ersten groben Entwurf werde ich am Donnerstag im Rahmen des Studieninformationstags am 7.2.2013 vorstellen.

Aufbau des Masterstudium Medienmanagement
Die Grundannahme: Studierende, die Medienmanagement als Masterstudium aufnehmen, kommen aus unterschiedlichen Bachelorstudiengängen von unterschiedlichen Hochschulen. Da helfen auch die individuellen Auswahlgespräche wenig: Es ist davon auszugehen, dass die Studierenden verschiedene fachliche Niveaus und thematische Ausrichtungen mitbringen.

Weiterhin ist davon auszugehen, dass der Großteil der Studierenden heute nicht per se auf ein exaktes Berufsbild ausgerichtet sind, sondern sich eher an Branche oder Aufgabenbereiche orientieren. D.h. der Zuschnitt eines Studiums muss Methoden und Kompetenzen vermitteln, die eine breite Verwendung „in den Medien“ oder „mit den Medien“ ermöglicht.

An diesen zwei Grundthesen habe ich mich beim Aufbau des Lehrplans für das Masterstudium Medienmanagement orientiert. Dazu kamen formale Leitplanken wie der Umfang des Masterstudiums auf 120 ECTS, was einer Arbeitsbelastung von 3.600 Stunden entspricht, die in zwei Jahren zu erbringen sind. Das entspricht in etwa einer 40-Stunden-Woche bei rund 4 Wochen Jahresurlaubsanspruch – also schon eine ordentliche Ladung.

Montag, 4. Februar 2013

Wie gut ist die Bildung an privaten Hochschulen?

Ein Studium der Eurythmie, ein Studium der Homöopathie, ein Studium der Komplementärmedizin: Auch da, wo der wissenschaftliche Diskurs üblicherweise einig ist, dass es sich bei bestimmten Themen definitiv nicht um Wissenschaft handelt, kann man heutzutage eine private Hochschule gründen und auch vermeintlichen Schwachsinn akademisieren. Dies stellt Bernd Kramer in einem lesenwerten Beitrag bei ZEIT online vor.

In dem Text hinterfragt er auch kritisch den Sinn von Akkreditierungen, wenn diese nahezu ausschließlich auf dem Einhalt formaler Kriterien beruhen. Dies erinnert stark an die "institutionelle Prüfung" der Qualität im Rahmen von DIN/ISO-Vorschriften. Gut dokumentiert ist nicht gut produziert - das weiß heute jedes Unternehmen. Aber ebenso dürfte sich im Laufe der Jahre herausstellen: Gut akkreditiert ist nicht gut studiert.

Für die Qualität einer wissenschaftlichen Ausbildungseinheit dürfen m.E. nur zwei Kriterien herangezogen werden:

  • Wie gut präpariert die Ausbildung für einen Job (gemessen am Erfolg der Absolventen in den Beruf)
  • Wie gut ist die Hochschule in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs eingebunden (gemessen an der Zahl wissenschaftlicher Beiträge in Publikationen, auf Konferenzen etc).

Jay Rosen über Journalismus und das Web

Jay Rosen, Betreiber des überaus hoch geschätzten Blogs pressthink.org, hat in einem knappen Beitrag sehr gut zusammengefasst, was es über die Funktion des Journalismus in der Zeit der Digitalisierung an Wahrheiten und Missverständnissen gibt. Unter der Überschrift "Look, you’re right, okay? But you’re also wrong." gibt er solides Statement über die verschiedenen Aspekte, in denen man Journalismus im 21. Jahrhundert diskutieren kann.