Donnerstag, 27. Juni 2013

Der perfekte Social Media Post bei Facebook, Twitter ua

Welche Eigenschaften hat der perfekte Post in einem Social Media Network? Welche Kriterien kann man anlegen, um einen Beitrag bei Facebook, Twitter, Google + oder Pinterest so zu gestalten, dass er gute Aussichten auf Verbreitung hat? Zu welchen Zeitpunkten kann man am besten welches soziale Netzwerk mit neuen Posts befüttern?

Die Social Media Agentur mycleveragency hat zentrale Erkenntnisse für erfolgreiche Social Media Einträge in einer übersichtlichen Infografik zusammengefasst. Empfehlenswert, speziell für Einsteigs ins Thema Social Media Marketing.

mycleveragency Social Media Perfect Post Infographic
Quelle: http://www.mycleveragency.com/2013/06/how-to-create-the-perfect-social-media-posts/

Kinder-Uni: Wie bekomme ich mehr Taschengeld?

Die Hochschule für Wirtschaft und Medien in Calw bietet am Wochenende (28.-30.6.) im Rahmen des Stadtfests eine Kinder-Uni an. Ich darf auch mit dabei sein und habe die ehrenvolle Aufgabe, die Grundprinzipien von Marketing einer Zielgruppe zu vermitteln, mit der ich bislang noch nicht so viel Erfahrung habe: Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Dazu meine bisherigen Gedanken vorab und exklusiv im DocBlock:

Wie bekomme ich mehr Taschengeld?
Einige Einblicke in die Welt des Marketing


Paul ist 11 Jahre alt. Paul bekommt 14 Euro Taschengeld im Monat. Marie ist auch 11. Sie bekommt 18 Euro jeden Monat. Laura ist schon 12. Sie kriegt jeden Monat 20 Euro. Warum kriegt jedes Kind unterschiedlich viel Taschengeld?

Die einfache Antwort: Weil die Eltern nicht mehr Geld haben. Das ist aber meistens gar nicht der wahre Grund. Die Eltern überlegen sich ganz genau, warum sie ihren Kindern wieviel Taschengeld zahlen. Sie reden mit Nachbarn, sie reden mit der Schule, sie suchen im Internet und fragen andere Eltern.

Die Eltern geben sich also ziemlich viel Mühe, um herauszufinden, wie hoch das Taschengeld sein soll. Trotzdem kriegen Paul, Marie und Laura unterschiedlich viel jeden Monat. Paul 14 Euro, Marie 18 Euro und Laura sogar 20 Euro. Warum ist das so? Schauen wir uns die drei Kinder mal genauer an.

Paul ist 11, sein Papa ist Angestellter bei der Stadt, seine Mama dirigiert einmal in der Woche den Kirchenchor. Pauls Papa hat im Internet geschaut, wie viel Taschengeld ein Elfjähriger bekommen sollte. Da hat er dann gelesen, dass Kinder im Alter von Paul zwischen 13 und 15 Euro jeden Monat bekommen sollten. Also hat Pauls Papa gesagt: Super, dann nehmen wir die Mitte. Paul bekommt 14 Euro.

Maries Papa ist Schreiner, ihre Mutter arbeitet im Supermarkt. Marie bekommt 18 Euro jeden Monat. Eigentlich wollten ihre Eltern ihr nur 15 Euro geben, weil sie wie Pauls Eltern im Internet recherchiert hatten. Aber Marie hat ihren Eltern erklärt, dass ihre drei besten Freundinnen 18 Euro bekommen und Maries Eltern wollten, dass Marie genauso viel Geld hat, wie ihre Freundinnen.

Lauras Papa fährt Bus und ihre Mutter arbeitet halbtags im Altenheim. Laura hat eigentlich 13 Euro Taschengeld, also weniger als Marie und Paul. Aber sie ist zu ihren Eltern gegangen und hat mit ihnen gesprochen. Sie hat erklärt, dass sie gerne mehr Taschengeld hätte, weil alle in ihrer Klasse mindestens 15 Euro haben. Und sie hat angeboten, ab sofort immer den Müll runterzubringen. Das hat funktioniert. Die Eltern haben ihr Taschengeld auf 15 Euro erhöht.

Wie alle anderen Kinder in der Klasse hat Laura auch ein Handy. Ihre Eltern hatten ihr vorher immer eine Karte für 10 Euro gekauft, die hat dann rund ein halbes Jahr gereicht. Laura hat ihren Eltern erklärt, dass es doch gut wäre, wenn sie selbst lernt, mit dem Kosten fürs Handy klar zu kommen und ob sie sich in Zukunft nicht die Prepaid-Karte von ihrem eigenen Taschengeld bezahlen sollte. Dazu müsste natürlich das Taschengeld ein bisschen angehoben werden, sagen wir um 2 Euro. So hatte Laura schon 17 Euro im Monat.

Tja und dann ist Laura noch zu ihrer Oma gegangen und hat gefragt, ob Oma ihr nicht ein kleines Zusatztaschengeld gibt. Für so Dinge, die man sich manchmal gerne leistet wenn ein Tag besonders schön war. Nicht viel, € 3 wären völlig genug. Das Geld kann Laura jetzt sparen und sich einen großen Wunsch erfüllen. Oder sie kann es ausgeben, um sich ab und an was nebenher zu leisten. So kam Laura zu ihren 20 Euro Taschengeld.

Paul bekommt 14 Euro, Marie 18 Euro und Laura 20 Euro. Warum bekommt Marie mehr als Paul?

Paul akzeptiert die Situation. Die Eltern bestimmen, wie viel Taschengeld es gibt. Also ist so ok. Man kann es nicht ändern.

Marie redet mit ihren Eltern. Sie begründet, warum ihr Taschengeld zu niedrig ist. Klar, Maries Eltern wollen natürlich nicht, dass Marie weniger Taschengeld hat als ihre engen Freundinnen und legen deshalb etwas nach. Was Marie macht sind also drei verschiedene Dinge:

  • sie gibt sich mit ihrer Situation nicht zufrieden, sondern will etwas ändern
  • sie unternimmt etwas, nämlich sie spricht ihre Eltern an und
  • sie hat einen Grund gefunden, den ihre Eltern verstehen und der es ihnen ermöglicht, tatsächlich mehr Taschengeld zu geben
So ähnlich funktioniert auch die Wirtschaft. Dazu ein Beispiel: Ein Bäcker kann jeden Morgen hundert Brötchen backen. Er verkauft aber immer nur 50 oder 60. Das erste was jetzt passiert, ist dass der Bäcker seine Unzufriedenheit umwandelt und zwar in ein Ziel. Er sagt sich: wenn ich hundert Brötchen backen kann, dann möchte ich auch hundert Brötchen verkaufen. Das ist so wie bei Marie, die sagt: 15 Euro sind mir zu wenig, meine Freundinnnen bekommen 18 Euro, das will ich auch. Wirtschaft fängt immer damit an, dass man ein Ziel hat.

Das zweite was passiert: Der Bäcker unternimmt etwas, um sein Ziel zu erreichen. Er entwirft einen Plan. Und woraus besteht ein Plan normalerweise? Aus mehreren einzelnen Schritten. Wenn man plant, von hier hinauf nach Zavelstein zu wandern, dann plant man im Kopf oder mit der Karte verschiedene Streckenabschnitte: erst hinauf in den Stadtgarten, dann hoch zum Schafott, dann über den Rötelbach, zu den Krokuswiesen bis ins Städtle und zur Burg. Was der Bäcker genau plant, wissen wir nicht. Marie aber plant einen ganz einfachen Plan: Sie braucht nur einen Schritt, nämlich sie muss ihre Eltern ansprechen.

Das Dritte, was passiert – bei Kindern, die mehr Taschengeld brauchen wie bei Bäckern, die mehr Brötchen verkaufen wollen: Wenn man etwas haben will, dann muss man auch etwas anbieten können. Marie hat sich dafür etwas Schlaues einfallen lassen. Sie hat ihr direktes Umfeld angeschaut und festgestellt, dass ihre engsten Freundinnen mehr Geld bekommen. Dabei verdienen deren Eltern auch nicht mehr und alle wohnen in derselben Stadt, haben ähnliche Hobbies und daher ähnliche Ausgaben. Warum sollte Marie dann nicht auf 18 anstatt 15 Euro bekommen?

Etwas nicht als gegeben hinnehmen, sondern es verändern wollen und dafür ein Ziel anstreben: Das nennt man Unternehmertum. Man unternimmt etwas, um die Situation zu ändern.

Einen Weg zu planen, mit dem man das Ziel erreicht, das nennt man Strategie. Bei Marie ist das sehr einfach: Ihre Strategie heißt: Ihre Eltern anzusprechen und nach mehr Geld zu fragen.

Das Dritte schließlich ist das, was man braucht, um die Strategie zu einem Erfolg zu führen: Ein gutes Argument, das den Eltern – der Zielgruppe – einleuchtet. Dieses Argument findet man, indem man sein direktes Umfeld beobachtet, also nicht Kinder in Afrika oder Kinder in München sondern die engen Freundinnen, mit denen man morgens zur Schule geht.

In der Wirtschaft muss man genauso vorgehen. Man will Geld haben und das bekommt man von seinen Kunden. Wenn man mehr Geld haben will, muss man beobachten, was das direkte Umfeld macht. Das nennt man Wettbewerb. Und man muss beobachten, was die Kunden sonst noch so kaufen. Beide Seiten zusammen – man nennt das auch Angebot und Nachfrage – bilden einen Markt.

Ich sage „einen“ Markt, weil es ganz viele Märkte gibt. Den Markt für Brot und Brötchen in Calw. Das sind die Leute die hier wohnen und die verschiedenen Bäckereien, Supermärkte und Tankstellen. Oder Maries Markt für Taschengeld – das sind in dem Fall die Eltern.

Allerdings unterscheiden sich der Brotmarkt und der Taschengeldmarkt. Wenn ich ein Brötchen kaufen will, habe ich die Auswahl, ob ich zum Raisch gehe oder ins Kaufland. Wenn ich mehr Taschengeld haben will, gibt es nur die Eltern, die ich fragen kann, oder?

Schauen wir uns mal an, wie Laura vorgegangen ist, damit sie jeden Monat 20 Euro bekommt.
Eigentlich hat Laura nur 13 Euro pro Monat bekommen. Ihre Eltern hatten auch die Empfehlung im Internet gelesen und gedacht: Besser wir geben nur 13 Euro, dann lernt Laura gut, mit Geld umzugehen.

Laura hat sich dann ein Ziel vorgenommen. Sie will auf  20 Euro Taschengeld kommen. Dazu entwickelt sie eine Strategie, indem sie den Markt beobachtet. Zunächst stellt sie fest, dass die anderen Kinder alle 15 Euro bekommen. Aber weil sie ahnt, dass ihre Eltern darauf allein nicht reagieren werden, legt sie sich noch ein zweites Argument zurecht: Sie bietet eine zusätzliche Leistung an. Sie sagt ihren Eltern: Alle bekommen 15 Euro. Ich würde auch gerne 15 Euro Taschengeld bekommen und ich bin bereit, dafür in Zukunft immer den Müll rauszubringen. Das ist der erste Schritt von Lauras Strategie.

Der zweite Schritt ist clever. Neben Taschengeld müssen Lauras Eltern ja noch andere Dinge bezahlen: Klamotten, Essen, Computer ja und auch das Handy. Laura soll ja erreichbar sein und anrufen, wenn irgendwas unterwegs passiert. Dafür kaufen Lauras Eltern eine Telefonkarte für 10 Euro, die ungefähr ein halbes Jahr reicht. Also telefoniert und smst Laura für 20 Euro im Jahr. Teilt man das durch 12, kommt man auf Kosten von € 1,66 pro Monat. Da das so schwer abzuzählen ist, hat Laura vorgeschlagen, fürs Telefon einfach 2 Euro im Monat zu bekommen und dafür kümmert sie sich selbst um die Telefonkarten. Dafür kann sie jetzt entscheiden, wann und wie oft sie telefoniert und kann durch selbst bestimmen, ob sie das Geld fürs Telefon oder lieber andere Dinge ausgibt. So vergrößert sie ihren Markt: Die Eltern geben nicht mehr aus, bloß das Geld kommt jetzt direkt zu Laura und geht nicht direkt an die Telefongesellschaft.

Im dritten Schritt schließlich schaut Laura nach ganz neuen Märkten: Sie hat ja nicht nur Eltern, sondern auch noch Großeltern (oder andere enge Verwandte). Klar, Oma würde nie das Taschengeld bezahlen. Aber so ein ganz kleiner Zuschuss für die Dinge, die über das Notwendige hinausgehen, das geht schon. 3 Euro sind nicht viel, aber zusammen mit den 17 Euro die Laura schon hat, sind das jeden Monat 20 Euro sicher.

Man sieht an Paul, Marie und Laura wie Marketing funktioniert:

Paul macht kein Marketing. Er bekommt soviel Taschengeld, wie seine Eltern meinen und akzeptiert das.

Marie macht Marketing. Marketing heißt, seinen Markt zu beobachten, also: Was bekommen die anderen Kindern im direkten Umfeld von ihren Eltern. Aus der Marktbeobachtung findet Marie heraus, dass sie zu wenig bekommt und beschließt, das bei ihren Eltern anzusprechen – also zu handeln. Das ist sehr einfaches Marketing, aber es führt zum Erfolg.

Laura verfolgt eine richtige Marketing-Strategie: Ihr Ziel ist es, 20 Euro zu bekommen und dafür wendet sie drei Schritte an: Sie bietet mehr Leistung (Müll rausbringen), lenkt Geld, dass sonst direkt zu Telefongesellschaft geflossen wäre, auf sich (Telefonkarte) und sie spricht einen neuen Markt an: ihre Großmutter.

Was wir hier im Kleinen gesehen haben, funktioniert natürlich auch im Großen. Ganz viele Menschen beschäftigen sich damit, herauszufinden, wie sie mehr Produkte verkaufen können oder wie sie für ihre Produkte mehr Geld verlangen können. Dafür mal drei Beispiele aus der Wirtschaft:

Paul ist wie ein Arzt. Ein Arzt behandelt Patienten und das Geld, dass er dafür kriegt, legen andere fest: die Krankenkassen. Ob ein Arzt gut oder schlecht behandelt: Er kriegt immer dasselbe Geld. Ein Arzt braucht kein Marketing (oder nur ganz wenig, weil Marketing ihm helfen kann, seine Patienten glücklich zu machen und glückliche Patienten kommen wieder).

Marie ist wie eine Stromgesellschaft: Sie beobachtet, welche Preise die anderen Stromgesellschaften nehmen und wenn sie zu wenig bekommt, dann erhöht sie ihre Preise mit der Begründung, alle anderen bekommen auch so viel. Das funktioniert oft, aber nur in Märkten, in denen es wenig Teilnehmer gibt. Wie beim Strom. Oder in der Familie, wenns um Taschengeld geht.

Laura ist wie ein Automobilhersteller: Sie versucht, über neue Leistungen – mehr PS, weniger Spritverbrauch, schönes Aussehen etc. – mehr Geld zu bekommen. "Der Daimler" bietet aber nicht nur Autos an. Viele Leute können ein Auto gar nicht auf einen Schlag bezahlen. Also brauchen sie einen Kredit. Das haben früher die Banken gemacht, mittlerweile bieten das die Autohersteller aber selbst und erhöhen so ihre Einnahmen. Und ein Autohersteller verkauft heute nicht nur Autos. Er nutzt sie auch selbst und vermietet sie. So können Menschen, die sich kein eigenes Auto kaufen wollen, trotzdem Auto fahren. Vorteile im Wettbewerbsumfeld schaffen (Produktentwicklung), den Markt vertiefen oder verbreitern und neue Märkte erschließen  (Marktentwicklung): Das sind Folgen von Marketing.

Marketing: Das ist die Kunst herauszufinden, was Menschen mögen und wofür sie bereit sind Geld auszugeben. Wer sich dafür interessiert, sollte früh anfangen. Also: Legt euch ein Ziel fest, überlegt euch eine Strategie: Welchen Schritte müsst ihr unternehmen, um das Ziel zu erreichen. Und beobachtet euren Markt – also die Kinder und Eltern um euch herum. Dann findet er die Argumente, mit denen man sein Taschengeld erhöht.

Montag, 24. Juni 2013

Wanderatlas Deutschland informiert (Juni 2013)

Unterwegs auf der Traumschleife Rheingold
Hallo liebe Wanderfreunde,

nach einem sehr abwechslungsreichen Frühling, der mit Hochwasser und Rekordtemperaturen das Wandervergnügen etwas eintrübte, hoffen wir auf einen schönen Outdoor-Sommer 2013.

Um den zu genießen, empfehlen wir euch heute drei Wandertouren, die etwas aus unserem "Stammgebiet" - die Regionen Sauerland, Taunus, Bergisches Land, Westerwald und Oberhessen - hinausführen.



  • Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel wurde just vor wenigen Tagen zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben. Mondim hat schon vor einiger Zeit eine schöne Tour durch den Bergpark Wilhelmshöhe (9km) unternommen. Klare Empfehlung von der Wanderatlas-Redaktion!
  • Garmini war in den letzten Wochen auf einigen Traumschleifen und Traumpfaden an Rhein und Mosel unterwegs. Die schönste dieser Touren: Die Traumschleife Rheingold (11km) mit tollen Pfaden und zugewachsenen Rheinhängen. Ein Top-Wanderweg, so Garminis Urteil.
  • Wanderführer Rudi Strauch hat schöne Ecken im Odenwald erkundet. Einer der schönsten Wege ist das dabei die Felsenmeer Enteckertour (8km), die wie der Name es nahelegt zu einer markanten Felsformation führt.
Als GPS Wanderweg des Monats präsentieren wir im Juni den Residenzenring im Gießener Becken. Die Rundwanderung ist in fünf Tagesetappen eingeteilt und verbindet Hungen mit Grünberg und Lich. Leider haben wir – dem Wetter sei Dank – kaum Bildmaterial. Die Wanderung selbst ist aber durchaus empfehlenswert.

PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Digital News Report: Junge informieren sich mehrheitlich im Netz


Junge Menschen, hier verstanden als Altersgruppe von18-44 Jahre, nutzen als erste und wichtigste Nachrichtenquelle das Internet, erst dann folgt das Fernsehen. Dies ist eine der empirisch erhobenen Fakten des Digital News Report2013, den das Reuter Institute fort he Study of Journalism jetzt vorlegte. Damit bestätigt sich die Aussage, dass das 2012 das Leitmedium Fernsehen endgültig durch das Internet abgelöst wurde.

Wer unter 45 Jahre alt ist, für den ist das
Internet die Hauptnachrichtenquelle
(Digital News Report 2013)
Interessant bei einem Blick auf das Nachrichtengeschäft ist natürlich auch der Erfolg von Printangeboten. Während 50% des gesamten Samples trotz des Fokus auf Information im Internet angab, in der letzten Woche zumindest auch einmal eine Zeitung gekauft zu haben, sind es nur 5%, die für die digitale Bereitstellung eines Inhalts gezahlt haben.

In einem speziellen Bericht zum Zahlverhalten stellt der Digital News Report 2013 fest, dass ein Großteil der Nachrichtennutzer im Internet noch nie für digitale Inhalte gezahlt hat. In Deutschland geben 88% an, noch keine „digital news“ gekauft zu haben, weitere 2% sind sich unsicher. D.h. gerade einmal 10% haben irgendwann in ihrem Online-Leben irgendeine Art von Nachricht für irgendeinen Preis gekauft.

Ebenfalls interessant vor dem Hintergrund der klassischen Gatekeeper-Modelle: Wer steuert den Zugang zu Nachrichten im Internet? Hier gibt es zwischen den untersuchten Ländern gravierende Unterschiede. Während in Frankreich und Deutschland vor allem Suchmaschinen die Leute zu den Nachrichten bringen, übernehmen diese Funktion in Brasilien und Spanien die sozialen Netzwerke. In Japan wiederum wird ein Großteil des Nachrichtenzugangs über Portale und Aggregatoren wie Yahoo News geleitet.

Die Top-Nachrichtenquellen der Deutschen im Internet (Digital News Report 2013)
Ebenfalls interessant ist die Sonderauswertung über die genutzten Quellen für Nachrichten, die man im Internet rezipiert. Hier zeigt sich auf der einen Seite, dass bestehende Marken aus der Offline-Welt wichtig sind für Reputation und Glaubwürdigkeit der Quelle. Andererseits sieht man auch, dass im Internet andere Nachrichtenquellen genutzt werden als in der Offline-Welt. Während offline z.B. das Tagesschau und heute ganz vorne spielen, sind es online Spiegel, Bild und N24.

Den gesamten Digital News Reports 2013 (Umfang 122 Seiten, Format PDF) kann man kostenfrei herunterladen.

Samstag, 22. Juni 2013

App Store Marketing: SEO für den App Store

Suchergebnisse im App Store bringen die meisten Zugriffe
Quelle: MOZ

Der Wechsel vom stationären zum mobilen Internet ist massiv und in dieser Übergangsphase sind Apps der zentrale Anker zwischen Anbietern und Nachfragern von Information. Doch wie kann man sicherstellen, dass unter den Millionen von Angeboten die eigene App gefunden und genutzt wird?

Hier greift die so genannte App Store Optimization (ASO) an. Man versucht, seine App so einzustellen, dass die Trefferwahrscheinlichkeit bei einer Suche im App Store zu möglichst guten Ergebnissen führt. Da unterscheidet sich App Store Marketing kaum von normalem Online Marketing: Den größten Erfolg, um Besucher und Nutzer zu steigern, ist die Auffindbarkeit im jeweiligen Ökosystem.

Das belegen ganz klar Untersuchungen großer Maktforschungsunternehmen wie Nielsen und Forrester: Gut zwei Drittel der Nutzer ein App kommen über die jeweilige Store Search.

Ian Sefferman hat jetzt bei MOZ einen interessanten und praktisch sehr gut anwendbaren Einstieg in die App Store Optimization geschrieben. Daraus einige Tipps in Kurzform:

On-app Metadaten

  • der App Titel ist der wichtigste Faktor für das Ranking im Suchergebnis eines App Stores.
  • App Beschreibung. Die Empfehlung: Die Beschreibung in zwei Teilen anlegen. Erst in 1-2 Sätzen beschreiben, was die App macht und was ihr Nutzen für den Kunden ist. Dann die wichtigsten Funktionen und Beweise wie Testsiegel oder Kundenstimmen ergänzen
  • Keywords sind bei Apple iOS auf 100 Zeichen beschränkt. In dieser Länge kann man iTunes darüber informieren, was die App macht. Dafür sollte man einzelne Worte und nicht etwa Sätze benutzen. Die Schlüsselwörter wählt man nach thematischer Relevanz und Suchhäufigkeit aus. Man sollte keine Phrasen (also zwei und mehr Wörte) verwenden, sondern nur einzelne Wörter. Daraus bildet Apple selbst die relevanten Wortkombinationen. Und man sollte nicht die Schlüsselbegriffe verwenden, die schon im Titel enthalten sind. Keywords trennt man mit Kommas und man lässt keine Leerzeichen.
  • das Icon ist das erste visuelle Erscheinungsbild, das ein möglicher Verwender von der App bekommt.
  • Screenshots sind im App Store keine Screenshots, sondern Bildmarken und Werbemotive. Man kann also auf Screens auch zusätzliche Texte, Slogans etc. integrieren und so die Geschichte der App erzählen.

Off-app Metadaten


  • das Rating bestimmt wesentlich die Stelle, die eine App im Ranking einnimmt. Man sollte eine App erst dann veröffentlichen, wenn man sicher ist, dass die Nutzer begeistert sind und eine gute Bewertung abgeben
  • Reviews: Für die ausformulierten Kundenbewertungen gilt dasselbe7

Unterschiede zwischen iOS und Android


Die Plattformen gehen unterschiedlich mit Suchergebnissen in ihren Stores um. Das sollte man wissen. Z.B. berücksichtigt Google Play auch das Ranking der Webseite des Herausgebers (bzw. der hinterlegten Detailseite), was Apple nicht macht.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Marketing-Farbenlehre: Welche Farben funktionieren?

Die Wirkung von Farben ist ein lange untersuchtes Feld, schon Goethe beschäftigte sich damit. Speziell im Marketing geht es auch immer wieder um die Frage, mit welchen Farben man welche Zielmärkte ansprechten sollte. Eine interessante Infografik zu diesem Thema hat Sean Work von KISSmetrics zusammengestellt.

Ok, die Erkenntnisse sind weder wirklich neu noch wirklich überraschend, dafür aber schön übersichtlich dargestellt. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Männer hassen braun
  • Frauen lieben Lila/Violett
  • Männer "denken" nur in Grundfarben, Frauen deutlich differenzierter
  • Geld und orange sind "billig", schwarz und blau "teuer"
  • Männer mögen klare, leuchtende Farben, Frauen eher abgetönte, sanfte Farben

Und hier die Infografik mit aktuellem Wissen aus der Marketing-Farbenlehre:

Marketing-Farbenlehr, Quelle: KISSmetrics

Dienstag, 11. Juni 2013

10 typische Fehler beim Twittern

Es ist ein Comic, aber wie so oft liefern auch Comics Wahrheiten. In diesem Fall: Was sollte man nicht bei Twitter machen - im Vergleich zum wirklichen Leben. Und tatsächlich, man hat schon viel von diesem Fehlverhalten bei Twitter gesehen und tatsächlich sich wieder von diesen Account getrennt. Also: Wer auf einen Blick und mit einer Prise Humor verstehen will, wie man nicht bei Twitter twittern sollte, wirft einen Blick auf diese Infografik, powered by dashburst.
     
10 Twitter-Fehler, Teil 1 (Quelle: dashburst)
10 Twitter-Fehler, Teil 2 (Quelle: dashburst)
 

10 Twitter-Fehler, Teil 3 (Quelle: dashburst)


10 Twitter-Fehler, Teil 4 (Quelle: dashburst)


Freitag, 7. Juni 2013

Von Medienkäse und Managermäusen

Von Medienkäse und Managermäusen

Medienökonomische Herausforderungen oder: Wer hat mir mein Geschäft geklaut und warum dürfen die das tun?
Thomas Becker Verlag, Berlin

Vortrag an der BiTS Hochschule Berlin, 7. Juni 2013

Zitation: Becker, Thomas (2013): Von Medienkäse und Managermäusen. Medienökonomische Herausforderungen oder: Wer hat mir mein Geschäft geklaut und warum dürfen die das tun?, Berlin: Thomas Becker Verlag

Es war einmal vor langer Zeit. Da lebten zwei Mäuse in einem großen Labyrinth. Die eine Maus hieß Schnüffel und lebte, wie das bei Mäusen so üblich ist, instinktiv in den Tag hinein. Die andere Maus hieß Grübel und Grübel war eine ganz clevere Maus, eine richtige Managermaus: Sie konnte nachdenken und analysieren und Pläne machen und Strategien entwickeln. Tag für Tag zogen Schnüffel und Grübel los und suchten im Labyrinth nach Käse. Eines Tages stießen sie auf ein riesiges Käselager, das sie fortan bestens ernährte.

Schnüffel rannte wie immer jeden Morgen los, stillte seinen Hunger und rannte dann weiter durchs Labyrinth, so wie beide Mäuse vorher auch getan hatten. Grübel aber wurde bequem. Er schlief immer länger, stand erst mittags auf und schlurfte dann ganz gemütlich zum Käselager, denn wozu Eile: Es gibt ja genügend Käse.

Doch die Vorräte wurden weniger. Schnüffel bekam das mit und als nur noch einige schimmlige Käsestückchen übrig waren, da suchte Schnüffel schon in ganz anderen Ecken des Labyrinths und er fand immer wieder neue Käselager. Grübel aber war eines Tages ganz überrascht, als plötzlich und unerwartet kein Käse mehr da war. Grübel suchte nach einem Schuldigen, er setzte sich ins leere Käselager und wartete, dass die Zeiten wieder besser werden. Er analysierte seine Situation rauf und runter- Doch es kam kein neuer Käse. Erst als Grübel ganz schwach vor Hunger war, machte er sich ganz langsam und mühsam auf die Socken und versuchte, woanders im Labyrinth Käse zu finden. Auf seinem beschwerlichen Marsch traf er Schnüffel, dessen runder Bauch andeutete, dass es wohl noch mehr Käse auf der Welt gab. Und Grübel lernte einige Lektionen für sein weiteres Mäuseleben:

  • Jeder Käsevorrat geht irgendwann zu Ende
  • Je schneller du den alten Käse sausen lässt, desto eher kannst du den neuen Käse genießen.
  • Folge dem Käse, denn er kommt nicht zu Dir
Was ist die Moral von der Geschichte, die man auch als Mäuse-Strategie für Manager kennt?

Die Welt ist dynamisch und Veränderung ist das Grundmuster der Evolution.
Der Umgang mit veränderten Bedingungen ist die Basis für Erfolg.
Wer lösungsorientiert mit veränderten Umweltbedingungen umgeht, überlebt und geht gestärkt aus Veränderungen hervor. Die anderen – das sind die Dinosaurier – werden von der Evolution ausgedünnt. Nicht, weil sie böse wären oder unsympathisch. Sie verschwinden, weil sie keinen Beitrag zur weiteren Entwicklung leisten.

Change – Yes, we need!

Damit kommen wir zum Kern unseres Themas: Was sind die aktuellen medienökonomischen Herausforderungen in Deutschland, aber ebenso im europäischen und globalen Kontext? Glaubt man manchen Schlagzeilen, dann ist eine große Verschwörung im Gange, bei denen Menschen mit ihren Mäusen kontinuierlich Verbrechen begehen und schützenswerte Inhalte unbezahlt nutzen. Doch ist das der Kern der Veränderungen? Was ändert sich in den Medienmärkten?
  • Warum gehen Tageszeitungen wie die Frankfurter Rundschau und die Financial Times Deutschland pleite?
  • Warum kommt PayTV in Deutschland seit zwanzig Jahren nicht zum Fliegen?
  • Warum schalten immer mehr Leute den Fernseher aus und den Tablet an?
Man kann in einer halben Stunde nicht auf jedes Detail eingehen. Was wir aber machen können, ist einen generellen Blick auf die Situation richten und später in der Diskussion einzelne Beispiele vertiefen. In solch einer generellen Sichtweise möchte ich ihnen drei Thesen begründen, die zeigen, dass der Kern der aktuellen – nein eigentlich aller medienökonomischer Herausforderungen, der Wandel ist. Change: Yes, we need! Aber Change – Wandel – passiert nicht überall. Daher meine erste These:

1. Die Menschen geben nicht weniger, sondern global gesehen sogar mehr Geld für Medien aus

Was sich ändert, ist die Verteilung des Budgets auf die Angebote. Wir sind in einem Käufermarkt und die Medienanbieter stehen im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit und das Portmonee der Kunden. Daher die zweite These:

2. Die Wertschöpfung hat sich verschoben: Kundennutzen entsteht nicht durch die Produktionstechnologie, sondern durch Relevanz

Und das schließlich führt zu einer dritten Überlegung, die Veränderung und Wandel ökonomisch am Beispiel des Geschäftsmodells der Anbieter analysiert. Dafür stelle ich Ihnen ein Ebenenmodell vor, das beschreibt wie Medienunternehmen Geld verdienen und kann ihren daran die dritte These verdeutlich:

3. Die Märkte haben sich verändert: Neue Wettbewerber ändern die Spielregeln oder in Mäusesprache: der alte Käse ist aus, jetzt muss neuer Käse gefunden werden

Donnerstag, 6. Juni 2013

Nachrichten: Bis zu 50% des Traffics kommen von Google

Anteil der von Google durchgerouteten Leser
an Nachrichten Websites in Deutschland
Quelle: Meedia

Der Brancheninformationsdienst Meedia hat heute eine interessante Analyse veröffentlicht. Man untersuchte, wie stark der Anteil des Traffics großer deutschen Nachrichtenseiten auf Links aus den Googe-Sucheregebnissen beeinflusst werden (was sicherlich vor der in Deutschland geführten Leistungsschutzrechte-Debatte doppelt interessant ist).

Gut ein Drittel bis über die Hälfte der Leser von Nachrichten werden über Google zu den einzelnen Inhalte-Anbietern geroutet. D.h. im Umkehrschluss: wenn Google die Nachrichtenseiten aus dem Index schmeißt, verlieren große Seiten wie focus.de, stern.de oder welt.de rund 50% ihrer Reichweite - über Nacht.

Das dürfte eigentlich Grund genug sein, sehr vorsichtig seine eigene Position im Streit um die Nutzunng von Textfetzen zu formulieren. Denn Nachrichten lassen sich schwerlich schützen, ist doch ein Großteil insznierte Wirklichkeit der Bundespressekonferenz, von Spin Doctors und PR-Profis. Wenn das aber die Themen sind- Stichwort Agenda Setting - die letztlich interessieren, dann braucht man keine Nachrichten-Websites, sondern kann sich diese Informationen letztlich überall - und in guter Qualität sowie redaktionell geprüft beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk holen.

Mittwoch, 5. Juni 2013

2,5 Milliarden Menschen lesen täglich Zeitung

Die Tageszeitung ist nicht tot, jedenfalls nicht, wenn man sich den Weltmarkt anschaut. Immerhin 2,5 Milliarden Menschen greifen täglich zur gedruckten Zeitung, da ist also etwa soviel wie alle Internetnutzer zusammen. Damit generiert die Zeitungsbranche weltweit immerhin stolze 200 Milliarden USD Umsatz im Jahr (zum Vergleich: Apple allein macht derzeit knapp 160 Milliarden Dollar Umsatz). Und im weltweiten Bezug sind die Auflagen im Vergleich zum Vorjahr gerade einmal um 0,9% zurückgegangen.

Diese Zahlen legte der Zeitungsweltverband WAN-IFRA Anfang Juni 2013 auf dem Weltzeitungskongress in Thailand vor.

Aber wie sagt man so schön: Man (die Leser) geben Gewohnheiten (das Zeitungslesen) nicht so schnell auf und in manchen Märkten gibt es sogar echtes Wachstum. So ist China seit 2012 der größte Zeitungsmarkt der Welt, so berichtet der Branchendienst Meedia: Täglich werden in China 114,5 Millionen Tageszeitungen verkauft.

Besorgniserregend dagegen für die Verlage: Die Werbeerlöse brechen weg. Im größten Werbemarkt der Welt, den USA, haben die Tageszeitungen in den letzten fünf Jahren 42% an Werbeumsatz verloren. Da kommen West-Europa mit minus 23,3% und OSt-Europa mit minus 30,3% noch vergleichsweise glimpflich davon.

Vincent Peyrègne, CEO der WAN-IFRA, bringt auf den Punkt, welchen Weg Zeitungen vor allem mit kleinen Auflagen - also lokale und regionale Blätter - gehen müssen: “The fragmentation of the market is a threat for our business model, but an opportunity to come back to our core mission and values: empowering free citizens, by providing them with the news and information necessary to make informed decisions in society”.

Die Erfolgsformel: 3 Regeln für ihr Unternehmen

Michael Raynor und Mumtaz Ahmed haben sich über 25.000 Firmen angeschaut. Diese Firmen kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und man nicht nur heute analysiert, sondern die letzten 45 Jahre. Ziel der großen Untersuchung: Gibt es sowas wie ein Erfolgs-Gen oder ein einheitliches Muster für Erfolg? Gibt es die Erfolgsregel?

Man tendiert zu einem klaren Nein. Zu unterschiedlich sind die Branchen, zu unterschiedlich die Herausforderungen, zu unterschiedlich die Märkte. Aber trotzdem haben Raynor und Ahmed drei Erfolgsregeln gefunden, die alle Erfolgsfirmen befolgen. In Kurzform präsentieren die Autoren die drei unterserblichen Erfolgstipps auf ihrer Webseite thethreerules.com:

1. Better before cheaper
Preiswettbewerb kann funktionieren und Preisführerschaft ist nicht per se erfolglos, wie man bei Aldi sieht. Aber in der Regel gilt: Wer über den Preis verkauft, macht schmale Rendite und fährt ein höheres Risiko. Erfolgsversprechend im Sinne von höherem Profit ist es, eine Alleinstellung auf Qualitätsebene zu besetzen.

2. Revenue before cost
Man kann sich weder groß noch erfolgreich sparen. Überdurchschnittlicher Profit kommt von über überdurchschnittlicher Leistung und überdurchschnittliche Leistung schlägt sich im Umsatz nieder. Deshalb ist der zentrale Performance-Indikator der Umsatz. Kosten und damit der Gewinn sind nachgelagert und sollte niemals so eingesetzt werden, dass die Leistung darunter leidet.

3. There are no other rules
"Whatever competitive or environmental changes or challenges you might face, do not give up on the first two rules. Everything else is up for grabs".

Apple: Weltgrößter Verlag

"Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet." So schreibt's die Wikipedia. Und wenn wir an Verlage denken, dann fallen uns in Deutschland Namen wie Suhrkamp, Fischer, Springer, Burda etc ein.

Kundenkonten bei Facebook, Apple und Amazon
Anzahl von Kundenkontaktpunkten
Quelle: Appleinsider
Doch wenn man selbst ein Stück Inhalt produziert und möchte sein Werk möglichst breit zugängig machen, dann sollte man zum größten Verlag gehen: und das ist irgendwie heute Apple. Apple bietet mittlerweile den Zugang zu über 500 Mio. verifizierten und mit Zahlungsdaten hinterlegten Kunden. Das sind deutlich mehr potenzielle Käufer, als sie heute Amazon, Ebay oder klassische Verlage bieten können.

Mehr verifzierte - als direkt zu einer Transaktion überprüfte - Kundenkonten hat niemand, weltweit. Und nur ein Unternehmen hat wenigstens noch mehr registrierte (aber damit noch nicht debitierbare Kunden), und das ist Facebook. Auf der einen Seite Echtdaten, die sofort und ohne weitere Hürden einkaufen können, auf der anderen Seite Nickname-Konten, die auf einem e-Mail Konto beruhen.

Durchschnittlicher Umsatz pro Kundenkonto
Quelle: Appleinsider
Und dann geben Apple-Kunden tendenziell auch noch gerne Geld aus. Auch das macht Apple als Plattform nicht nur heute, sondern vor allem Richtung Zukunft projeziert, zu einem Stammspieler was Überlegungen zur Verbreitung von Inhalten angeht.

Ok, Apple ist tatsächlich natürlich weniger ein Verlag, als eine Vertriebsplattform. Heute. Aber ob das so bleibt, ist durchaus fraglich. Denn die Leistung, die klassische Verlag erbringen, nämlich eine Werk (eine App, ein Musikstück, ein Buch etc.) in den Verkehr zu bringen, die braucht Apple eigentlich nicht. Und damit könnte man sich die Verlags-Marge eigentlich auch guten Gewissens selbst einstecken ...

Dienstag, 4. Juni 2013

SEO: Die wichtigsten Grundlagen auf einen Blick

Suchmaschinenoptimierung oder kurz SEO (Search Engine Optimization) ist eines der zentralen Erfolgselemente, damit neue potenzielle Kunden (Leser, Interessenten, Mitglieder, Mitarbeiter etc.) ein Unternehmen genau dann finden, wenn sie sich für das Angebot des Unternehmens interessieren. D.h.: Kaum Streuverluste und hohes Aktivierungspotenzial, also perfekte Bedingungen, um "die Suchenden" zu neuen Kunden machen.

Doch nach wie vor tun sich speziell kleinere Unternehmen sehr schwer mit der Logik, mit der Google entscheidet, welche Seiten in den Suchergebnissen (SERP, Search Engine Result Pages) wo auftauchen.

Eine schöne Infografik stellt die wichtigens Einsichten in die SEO-Maßnahmen zusammen, die man auf seiner eigenen Seite auf jeden Fall überprüfen bzw. ggf. einrichten sollte. Wer nicht selbst SEO-Spezialist werden will, kann mit dieser kompakten Aufstellung schnell ein gutes Grundverständnis ist das Suchmaschinenmarketing aufbauen.

By the way: Ebenfalls für einen schnellen Überblick über SEO empfehle ich immer Googles internes SEO-Handbuch, mit denen das Unternehmen für seine eigenen Dienste sicherstellt, dass die Seiten für die Suchmaschinen gut auffindbar und indizierbar sind. Zum Google-SEO-Guide.

SEO auf einen Blick, Quelle: backlinko

Wie schreibe ich eine gute wissenschaftliche Arbeit

Heute kam im Studienbetrieb bei den „Ersties“ die durchaus berechtigte und immer wieder gestellte Frage auf: Was ist eine eigentliche wissenschaftliche Arbeit (Studienarbeit, Hausarbeit, Bachelor’s Thesis oder Master’s Thesis). Wie es so meine Art ist, habe ich die Frage zurückgespielt ans Plenum und gefragt, was die Studenten denn meinen, was eine wissenschaftliche Arbeit auszeichne.

Die ersten Antworten (also das erste, was junge Studenten mit wissenschaftlichem Arbeiten assoziieren) gingen in die Richtung: „Wissenschaftliches Arbeiten ist, wenn man Quellen angibt und Fußnoten setzt“. Man mag verstehen, dass in Folge der Plagiatsaffären unserer Politiker-Elite möglicherweise der Eindruck in der Öffentlichkeit entsteht, dass wissenschaftliches Arbeiten vor allem eines ist: Nicht abschreiben. Und wenn doch, dann die richtige Quellen angeben. Doch das ist nicht der Kern wissenschaftlichen Arbeitens.

Ein weiteres Kriterium für wissenschaftliches Arbeiten, dass ganz besonders schnell genannt wird, lautet: „Man darf alles zitieren, aber nie die Wikipedia“. Sicher, die Wikipedia ist wie jedes Lexikon zunächst einmal ein Lexikon und kein eigener wissenschaftlicher Beitrag zu einem Diskurs. Weiterhin ändert sich die Wikipedia ständig. Aber da es eine einsehbare Versionshistorie gibt ist die Wikipedia genauso zitabel wie es der Duden ist. Nur: So selten wie man den Duden in einer wissenschaftlichen Arbeit heranzieht, so selten wird man wohl auch die Wikipedia nutzen. Doch: Auch das ist nicht der Kern wissenschaftlichen Arbeitens.

Das dritte Kriterium, das Erstsemestern schnell über die Lippen geht, lautet: Wissenschaftliches Arbeiten braucht eine umfangreiche Gliederung mit vielen einzelnen Gliederungspunkten. Wie gut, dass offensichtlich kaum einer heute noch Bücher liest, dann wäre er überrascht, wie wenig Gliederungspunkte wirklich wichtige wissenschaftliche Beiträge haben. Viele Gliederungspunkte haben zumeist Lehrbücher. Wissenschaftliche Arbeiten haben oft eine relativ simple Gliederung. Aber selbst wenn eine Arbeit ausführlichst und im Detail gegliedert ist, ist sie noch nicht wissenschaftlich.

Was ist wissenschaftliches Arbeiten? Das wissenschaftliche Arbeiten ist eine Methode, wie man sich mit einem Thema auseinandersetzt. Und die wissenschaftliche Arbeit ist ein in der Regel textbasiertes Produkt, das diese wissenschaftliche Bearbeitung eines Themas in überprüfbarer Weise darstellt. Man erstellt als Ergebnis seiner wissenschaftlichen Arbeit eine Studienarbeit oder Thesis. Die Studienarbeit, Hausarbeit oder Thesis selbst ist aber nicht „wissenschaftliche Methodik“, sondern sie ist die Dokumentation, dass man ein Thema mit wissenschaftlicher Methodik bearbeitet hat.

Der Kern wissenschaftlichen Arbeitens und damit auch einer wissenschaftlichen Ausarbeitung ist immer (!) ein Erkenntnisinteresse. Dieses Erkenntnisinteresse spiegelt sich im Thema (dem Titel) der wissenschaftlichen Arbeit wider: Was will man untersuchen? Welches Problem interessiert einen? Dieses Thema muss weder aktuell, noch groß, noch spektakulär, noch spannend sein. Es soll lediglich eine Frage stellen, die so im Detail noch nicht gestellt wurde, weshalb die Beantwortung dieser speziellen Frage neue Erkenntnis produziert.

Das heißt im Umkehrschluss: Eine wissenschaftliche Arbeit ist z.B. keine Nacherzählung und auch kein Schulaufsatz im ‚Sinne „Alles was mir zum Thema X über den Weg gelaufen ist, schön illustriert mit bunten Bildern“.

Hat man ein Erkenntnisinteresse und damit ein Thema, beginnt der zeitaufwändige Teil wissenschaftlichen Arbeitens: Man muss recherchieren und das ist ganz ähnlich wie bei seriösem Journalismus: Wissenschaftliches Arbeiten heißt gute Quellen finden, diese gut auswerten und die Auswertung gut anwenden. Entweder, indem man aus seinen Quellen sein Erkenntnisinteresse stillen kann, oder indem man aus den Quellen ableitet, wie man sein Erkenntnisinteresse anders – z.B. durch eine eigene Umfrage oder ein Experiment – überprüfen kann.

Wie beim Journalismus auch gilt beim wissenschaftlichen Arbeiten die Faustregel: die Recherche ist deutlich aufwändiger als das Schreiben des späteren Texts. Benötigt man keine eigene Empirie (Feldforschung) oder Experimente (Labor) kann man ungefähr davon ausgehen, dass die Recherche 70% des zeitlichen Aufwands ausmachen.

Die Recherche führt dazu, dass man in der Lage ist, sein Erkenntnisinteresse in Form eines einfachen Dreischritts „durchzuführen“: Man erstellt eine Hypothese (leitende Aussage), belegt diese mit relevanten Quellen (Relevanz heißt hier: dem aktuellen Forschungsstand entsprechend und eingepasst in das jeweilige akademische Fachgebiet) – heißt also: baut eine Argumentationskette auf – und kommt schließlich zu einem Ergebnis. Daraus leitet sich völlig natürlich die Gliederung ab: Was will ich wissen, auf welche Erkenntnisse beziehe ich mich bei meinem Lösungsansatz und was heißt das im Ergebnis.

Das ist der Kern wissenschaftlichen Arbeitens. Die formale Ausgestaltung in einen Text (die wissenschaftliche Arbeit) ist dann nur noch Formsache. Und dabei gilt es die Form zu wahren, sprich: seine Argumentation nachvollziehbar zu gestalten und klar auszuweisen, was man selbst gedacht hat und was von anderen stammt. Dafür gibt es ein riesiges Arsenal an Ratgebern. Recht ordentlich und praktisch zu gleich: Der Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten von Martin Albert und Lukas Nock, den man sich im Internet kostenfrei herunterladen kann.

Abschließend ein äußerst praktischer Hinweis für Studienanfänger: Stellen Sie sich vor, Sie sollen ein Gedicht schreiben. Was würden Sie ganz intuitiv machen? Klar, Sie würden einige Gedichte lesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Gedichte aussehen, sich anfühlen, sich anhören, auf Sie wirken.

Frage: Stellen Sie sich vor, Sie sollen erstmals eine wissenschaftliche Arbeit verfassen, was könnte sehr hilfreich sein? Klar, Sie sollten vielleicht vorher mal 2-3 wissenschaftliche Texte lesen.

Welche Texte das sind, ist fast egal. Damit Sie aber erst gar nicht lange suchen müssen, anbei fünf Einstiegstexte, mit denen Sie möglicherweise ein Gefühl bekommen, wie man die Ergebnisse wissenschaftlichen Arbeitens in die Form einer wissenschaftlichen Arbeit überführt (wobei man am letzten Text sieht, dass man durchaus auch als Praktiker wissenschaftlich arbeiten kann und diese sogar schon vor rund hundert Jahren):

Mutinga, Daniel G. / Moorman, Marjolein / Smit, Edith G. (2011): Introducing COBRAs. Exploring motivations for brand-related social media use.

Sommeregger, Maximilian (2010): CSR 2.0 – Soziale Online-Spendenplattformen als neues Instrument für Corporate Giving. Eine Untersuchung am Beispiel ww.betterplace.org

Kreutzer, Ralf T. / Hinz, Jule (2010): Möglichkeiten und Grenzen von Social Media Marketing

Wortmann, Frank (2006): Die Bedeutung der internen Kommunikation für multikulturelle Unternehmen. Eine praxisgestützte Analyse am Beispiel der Mitarbeiterzeitung der EADS.

Lippman, Walter (1922): Public Opinion.

Montag, 3. Juni 2013

We are born to wander, and cursed to stay and dig

Grandiose Beobachtung von William Bolitho aus seiner 1929 erschienenen Essay-Sammlung "Twelfe Against the Gods. the Story of Adventure". Schön, dass es Maria Popova gibt, die solche Schätze immer mal wieder ans Tageslicht befördert und in wunderbarer Weise bei Brainpickings vorstellt.

"The Adventurer is within us, and he contests for our favor with the social man we are obliged to be. These two sorts of life are incompatible; one we hanker for, the other we are obliged to."

Thanks William Bolitho :-)