Freitag, 20. September 2013

Tumblr für Social Media Marketing und SEO

Ein guter Ratgeber zum Nutzen von der Microblogging Seite Tumblr für den Einsatz im Social Media Marketing und der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist der Beitrag von Takeshi Young im The Moz Blog:

Young, Takeshi (2013): How to Use Tumblr for SEO and Social Media Marketing, in: The Moz Blog (http://moz.com/blog/how-to-use-tumblr-for-seo-and-social-media-marketing).

tumblr für Social Media Marketing und SEO
Wichtige Kernfakten rund um Tumblr, das 2013 von Yahoo für rund eine Milliarde Dollar gekauft wurde:

  • Tumblr wurde 2007 in New York gegründet
  • Tumblr ist eine Kombination aus einem Blog wie Wordpress und einem sozialen Netzwerk wie Facebook
  • Die Blogs auf Tumblr werden tumblrogs genannt
  • Stand August 2013 werden auf Tumblr 130.500.000 Blogs betrieben. Damit ist Tumblr die weltgrößte Blog-Plattform im Internet
  • Laut Marktforschungsinstitut Comscore ist Tumblr Nummer 28 der am meisten besuchten Webseiten
  • 50% der Nutzer von Tumblr sind unter 25
  • 53,5% der Nutzer von Tumblr sind Nutzerinnen
Was Tumblr speziell für SEO-Aktivitäten so interessant macht, ist der Umstand, das gesetzte Links auf Tumblr in der Regel dofollow sind, also von Google für die Bewertung der Seitenreputation genutzt werden. Das gilt auch dann, wenn andere tumblrogs den eigenen Blog rebloggen, so dass man Tumblr sehr gut nutzen kann, um schnell Seitenreputation aufzubauen.

Für Social Media Marketing eignet sich Tumblr insbesondere aus dem Grund, das man schnell und unkompliziert Themen auf ihre Viralität testen kann. Das liegt an dem Aufbau von Tumblr, dass Inhalte anders als Facebook nicht hinsichtlich ihrer Attraktivität einblendet, sondern wie bei Twitter alles gleich gewichtet und in chronologischer Folge darstellt. So kann man unkompliziert Tumblr als Labor für die Effektivität von Memes und Inhalten nutzen.

Ein weiterer wichtiger Grund, warum man Tumblr aktiv ins Instrumentarium des Social Media Werkzeugkastens aufnehmen sollte, ist der hohe Ease of use. Man kann schnell und unkompliziert Microsites mit eigener URL aufsetzen und für unterschiedliche Aktivitäten nutzen.

Der oben empfohlene Artikel von Takeshi Young ist auf jeden Fall ein guter Einstieg, um sich mit den Vorteilen von Tumblr schnell vertraut zu machen. Mich haben sie überzeugt, schnell einen tumblrogs aufzusetzen: docbecker.tumblr.com – noch ohne Inhalt, dafür nach einer Minute schon fertig!

Mittwoch, 18. September 2013

Wanderatlas Deutschland informiert (September 2013)

Hallo liebe Wanderfreunde,

wie jeden Monat freuen wir uns, euch heute drei Wandertipps für schöne Ausflüge in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu empfehlen.


Auf der Adolfshöhe bei Dillenburg
Als GPS-Wanderweg des Monats stellen wir im September den komplett überarbeiteten Bergischen Weg vor. Er führt auf insgesamt 260km einmal in Nord-Süd-Richtung komplett durchs Bergische Land. Start ist der Baldeneysee in Essen, Ziel der Drachenfels (321m) im Siebengebirge. Dazwischen liegen zwölf Tageswanderung mit jeder Menge Natureindrücken und Kultur-Highlights.

Wir wünschen euch viel Spaß mit den Wandertipps aus der Wanderatlas-Redaktion und hoffen auf besseres Wetter, damit wir alle vor dem Winter noch genügend Frischluft tanken können.

Liebe Grüße und eine schöne Wanderzeit wünscht euch das Team vom GPS Wanderatlas Deutschland.


PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Studenten, Fernsehen und das Netz

Was machen eigentlich die jungen Leute heute so, wenn sie Fernsehen gucken? Die wenig überraschende Nachricht aus den USA: Sie spielen, mailen und surfen auf ihren Smartphones, Tablets oder Laptops. Der Fernseher dient 8 von zehn Studenten als Hintergrundkulisse und Stichwortgeber, die Aufmerksamkeit aber liegt auf dem Second Screen. Die Folge: Im Vergleich zu 1970 müssen Teens und Twens heute ungefähr mit der dreifachen Menge an Informationen umgehen. Ob das zu besserer Lebensqualität oder höherer Leistungsfähigkeit führt? God knows ... Schöne Infografik auf jeden Fall...

Teens on Screens
Courtesy of: OnlineSchools.com

US-Haushaltseinkommen 2012 auf Stand von 1995

Haushaltseinkommen in den USA, Quelle: Pew Research
Stagnation is wenns nich mehr vorwärts geht. Das mag man denken, wenn man die aktuellen Daten aus dem "Statistischen Bundesamt" (dem Census Bureau) der USA liest. Die Haushaltseinkommen der 116,7 Mio. Haushalte in den USA lag 2012 bei durchschnittlich USD 51.012. Das entspricht in etwa dem Wert von 1995, als jeder Haushalt im Schnitt USD 50.978 verdiente.

Ok, natürlich hat sich auch in den USA die Haushaltsstruktur zugunsten von Singlehaushalten verändert. Dennoch eine ernüchternde Zahl, denn zwischendurch - 1999 - lag das durchschnittliche Haushaltseinkommen in den USA auch schon einmal bei über USD 56.000.

Weitere interessante Fakten aus der Statistik - wie nebenstehende Grafik - gibt's bei Pew Research.

Mobile Payment und E-Commerce bei KMUs in den USA

Payment-Verfahren bei KMUs in den USA, Quelle: NSBA
Die National Small-Business Association (NSBA) vertritt als Interessensverband 65.000 kleine und mittelständische Unternehmen in den USA. Im August 2013 führte die NSBA eine Umfrage bei ihren Mitgliedern über Technologienutzung durch. Darin finden sich einige spannende Erkenntnisse:

  • 83% der KMUs nutzen Online-Banking Services (Umsatzabfrage)
  • 82% betreiben eine eigene Webseite
  • 72% vertreiben ihre Produkte im Internet
  • 69% nutzen Kreditkarten für die Zahlungsabwicklung im Internet (2010 waren es noch 91%!)
  • 47% nutzen Paypal für die Zahlungsabwicklung im Internet (2010 waren es noch 22%!)
  • 57% nutzen für ihr Geschäft LinkedIn
  • 50% nutzen für ihr Geschäft Facebook
  • 27% nutzen keinerlei Social Media Dienste

Den vollen Bericht kann man hier abrufen: http://www.nsba.biz/wp-content/uploads/2013/09/Technology-Survey-2013.pdf

Dienstag, 17. September 2013

Auch Orang-Utans planen ihre Zukunft und informieren darüber

Oft hört man, dass Planung etwas typisch Menschliches ist. Man plant heute, um morgen direkt loslegen zu können, d.h.: Man ist sich der Zukunft bewusst und versucht diese aktiv zu gestalten. Forscher haben schon länger festgestellt, dass verschiedene Tierarten diese Art von Zukunftsvorsorge betreiben. Was jetzt aber von einem Forscherteam neu entdeckt wurde, ist der Umstand, dass in Wildnis lebende Orang-Utans ihre Reiseplanung auch an ihre Familie durch entsprechende Schreie bekannt geben.

Aktive Planung und Kommunikation dieser Ergebnisse: Zwei Eigenschaften, die man eigentlich mit der Kaste der Manager assoziiert, sind also scheinbar durchaus auch bei deutlich haarigeren Genossen verbreitet. Lesenswerter Artikel für Kommunikationswissenschaftlicher und Medienmanager:

van Schaik, Carel P. /Damerius, Laura / Isler, Karin (2013): Wild Orangutan Males Plan and Communicate Their Travel Direction One Day in Advance, in: PLoS ONE 8(9): e74896. 

Montag, 16. September 2013

Bergischer Weg ist GPS Wanderweg des Monats

Am 21. September wird der Bergische Weg wieder eröffnet. Der 1935 erstmals eingerichtete Fernwanderweg wurde 2011-13 komplett überarbeitet und verlängert. Die aktuelle Wegführung stellt der GPS Wanderatlas Deutschland ab heute (16. September 2013) in zwölf Tageswanderungen vor. Aktuelle Wegdaten aus dem digitalen Wegeverzeichnis des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) inklusive. In diesem Zusammenhang veröffentlicht der GPS Wanderatlas folgende Pressemitteilung:

Bergischer Weg: Einmal komplett durchs Bergische Land wandern
Am 21. Septemberwird der Bergische Weg eröffnet - GPS Tracks und Tourenbeschreibung im Wanderatlas

(Beselich, 16. September 2013). Das Bergische Land erstreckt sich rechtsrheinisch von der Ruhr im Norden bis zur Sieg im Süden. Die gesamte Nord-Süd-Distanz wird seit 1935 durch einen großen Wanderweg, den Bergischen Weg, erschlossen. Dieser Bergische Weg wurde jetzt komplett überarbeitet und neu angelegt, um den aktuellen Anforderungen an einen Qualitätswanderweg zu entsprechen. Schon jetzt gibt es die komplette Tourenbeschreibung inkl. der GPS-Daten auf www.ich-geh-wandern.de im GPS Wanderatlas Deutschland.

Burg Blankenberg über der Sieg
Der „neue“ Bergische Weg wird am 21. September offiziell eröffnet. Bereits im Vorfeld der Eröffnung stellt der GPS Wanderatlas den Bergischen Weg als GPS Wanderweg des Monats vor – inkl. einer digitalen Wanderkarte, Reportagen von den einzelnen Tagestouren und der Möglichkeit, die GPS Tracks kostenfrei für die Nutzung z.B. auf Smartphones oder GPS Geräten herunterzuladen.

Der Bergische Weg startet am Baldeneysee in Essen, dem größten der sechs Ruhrstauseen und beliebtes Ausflugsziel am Übergang vom Ruhrgebiet ins Bergische Land. Zielpunkt des Bergischen Wegs ist nach rund 240km der Drachenfels (321m) im Siebengebirge am Rhein. Dazwischen warten jede Menge spannende Ziele und faszinierende Landschaften, die der GPS Wanderatlas in zwölf Etappen vorstellt.

Etappe 1 vom Baldeneysee zum Schloss Hardenberg
Ziele am Weg: Neue Isenburg – Jagdhaus Schellenberg – Korte-Klippe – Baldeneysee – Förderturm der Zeche Carl Funke – Natur- und Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen – Langenhorster Wald -Schloss Hardenberg.

Etappe 2 von Schloss Hardenberg nach Haan-Gruiten
Ziele am Weg: Schloss Hardenberg in Neviges – Oberdüssel – Haus Düssel – katholische Pfarrkirche St. Maximin (12. Jahrhundert) – Rittergut Schöller – evangelische Pfarrkirche Schöller (12. Jahrhundert) – Waldgebiet Osterholz – Naturschutzgebiet Grube 7 – alter Kirchturm in Gruiten (11. Jahrhundert).

Etappe 3 von Haan-Gruiten nach Wuppertal- Cronenberg
Ziele am Weg: Haus am Quall (14. Jahrhundert) – Korkenziehertrasse – Marktplatz Gräfrath – katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (12. Jahrhundert) – Deutsches Klingenmuseum – Tierpark Fauna – Gräfrather Lichtturm – Klosterbusch -Cronenberg.

Etappe 4 von Wuppertal-Cronenberg zur Diepentalsperre
Ziele am Weg: Friedrichshammer – Morsbachtal – Müngstener Brücke – Wiesenkotten – Schloss Burg – Sengbachtalsperre – Rüdenstein – Diepentalsperre.

Etappe 5 von der Diepentalsperre nach Odenthal-Scheuren
Ziele am Weg: Diepentalsperre – Lambertsmühle – Haus Landscheid – Eifgenbachtal – Deutscher Märchenwald – Altenberger Dom (13. Jahrhundert mit dem bekannten Westfenster) – Pfengstbachtal – Scheuren

Etappe 6 von Scheuren nach Moitzfeld (Bergisch Gladbach)
Ziele am Weg: Scherfbachtal – Strundetal – Malteser Komturei – Burg Zweiffel – Waldgebiet Hardt – Schloss Lerbach – Naturschutzgebiet Grube Cox – Schloss Bensberg – Milchborntalweiher – Moitzfeld.

Etappe 7 von Moitzfeld nach Rösrath-Hoffnungsthal
Ziele am Weg: Moitzfeld – Naturschutzgebiet Königsforst (die grüne Lunge von Köln) – Kettners Weiher – Monte Troodelöh (118m) – Hoffnungsthaler Hammer – Villa Reusch.

Etappe 8 von Rösrath-Hoffnungsthal nach Overath-Falkemich
Ziele am Weg: Bergbaugebiet am Lüderich(260m) – Burg Honrath – evangelische Kirche Honrath (12./13. Jahrhundert) – Schloss Auel – Naafbachtal – Falkemich.

Etappe 9 von Overath-Falkemich nach Neunkirchen
Ziele am Weg: Fatimakapelle Much – katholische Pfarrkirche St. Martinus (12. Jahrhundert) – Herrenteich – St. Johann Baptist Kapelle (12. Jahrhundert) – Wahnbachtal – Neunkirchen.

Etappe 10 von Neunkirchen zur Wahnbachtalsperre
Ziele am Weg: Neunkirchen – Münchenberg (172m) – Steimelskopf (198m) – Happerschoß – Wahnbachtalsperre.

Etappe 11 von der Wahnbachtalsperre nach Hennef-Uckerath
Ziele am Weg: Wahnbachtalsperre – Kloster Seligenthal (erstes Franziskanerkloster nördlich der Alpen) – Rochuskapelle – Muschmühle – Stachelberg (210m) – Siegschleife bei Auel – mittelalterliche Stadt Blankenberg – Burg Blankenberg – Ahrenbachtal – Uckerath.

Etappe 12 von Uckerath auf den Drachenfels
Ziele am Weg: Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer – Oberhau – Siebengebirge – Löwenburg (455m) mit Burgruine – Waldfriedhof von Rhöndorf (Grab von Konrad Adenauer) – Drachenfels (321m) mit Burgruine und Schloss Drachenburg

Die vollständige Wegführung des Bergischen Wegs von Essen nach Königswinter im Siebengebirge wird auf der kostenfreien Wanderatlas-Karte im Internet vorgestellt und kann gedruckt oder als GPS-Daten heruntergeladen werden.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein redaktionelles Angebot, das sich speziell an den Bedürfnissen von Wanderern, Tagesgästen und Ausflugstouristen orientiert. Wer kurzfristig etwas in der Region unternehmen möchte, findet im GPS Wanderatlas Deutschland eine sehr fein gegliederte und praktische Planungshilfe.

Der GPS Wanderatlas Deutschland ist ein Produkt der Wanderatlas Verlag GmbH mit Sitz in Beselich bei Limburg. Das Unternehmen wurde im April 2010 gegründet, um Tagestouristen und Wanderer überregional und unabhängig mit Informationen zu Touren, Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten zu versorgen. Aktuell gibt es den GPS Wanderatlas für die Wandergebiete Sauerland, Westerwald, Taunus, Oberhessen und Bergisches Land.

Freitag, 13. September 2013

Keine Angst vor Ideenklau

Die Mythen der Kreativität: David Burkus bespricht sie in seinem Buch "The Myths of Creativity" Und dabei kommt er auch eine ganz simple Erkenntnis. Die meisten Firmen haben Angst, dass man ihre Ideen klaut. Aber: Das Problem, kreativer Ideen ist nicht, dass sie geklaut werden. Das Problem kreativer Idee ist, dass sie ignoriert werden.

Eric Ries, ein Serienunternehmen, empfiehlt Startup, die Angst vor Ideenklau haben: Geben Sie eine Ihrer Ideen einem Produktmanager eines Großunternehmens, der für genau ihren Bereich zuständig ist und versuchen Sie, dass er Ihre Idee klaut: Sie werden sehen, es ist fast unmöglich, eine Idee geklaut zu bekommen, selbst wenn man es drauf anlegt.

Schöne Zusammenfassung des Autors zum Thema: www.fastcompany.com/3017123/leadership-now/the-myth-of-building-a-better-mousetrap

Donnerstag, 5. September 2013

Verhandeln mit dem eigenen Ego

Verhandeln ist eine universelle Grundtechnik sprachlicher Kommunikation. Man verhandelt mit Kindern am Frühstückstisch, mit den Kollegen, wer den nächsten Kaffee aufsetzt, mit Freunden auf dem Tennisplatz über die Frage, ob ein Ball im Aus war oder nicht.

Herb Cohen dazu: „Above all, negotiation is a pervasive process in which people ultimately attempt to reach joint decision on matters of common concern in situations in which there is initial disagreement. Thus, a negotiation always requires both shared interests and issues of conflict“.

Verhandlungen spielen sich zwischen zwei Ankerpunkten ab: der Zielsetzung, einen Konflikt (unterschiedliche Interessen) in einen Konsens (gemeinsame Interessen) zu überführen.

Fasst man Verhandlung derart als Kommunikationstechnik auf, versteht man den Ansatz, den Erica Fox im HBR Blog vorstellt: Verhandlungen mit sich selbst zu führen.

Fox beschreibt die Auflösung innerer Konflikte als Verhandlungssituationen zwischen unterschiedlichen Verhandlungsführern:
  • The Chief Executive Officer: your inner Dreamer 
  • The Chief Financial Officer: your inner Thinker 
  • The Vice-President of Human Resources: your inner Lover 
  • The Chief Operating Officer: your inner Warrior
Der Dreamer wird von Intuition geleitet, der Thinker durch rationale Argumente, der Lover durch Emotionen und Bindungen und der Warrior durch Willenskraft und Disziplin. Die vier sichtweisen tragen im Inneren über Entscheidungsfragen eine Verhandlung aus, die letztlich eine Seite gewinnt und uns so ermöglicht, zu handeln. Wichtig ist, so Fox, dass man sich darüber bewusst ist und dass man die inneren Verhandlungsführer so ausbalanciert, dass man zu guten Entscheidungen für die eigene Person kommt.

Sonntag, 1. September 2013

TV-Duell: Wie kann Steinbrück punkten?

Nach mehreren Wochen Medien-Abstinenz, freue ich mich heute abend auf einen Fernsehabend, der hoffentlich spannend wird. Der (bislang glücklose) Herausforderer Peer Steinbrück trifft (endlich) auf die (bislang erfolgreiche) Kanzlerin. Die aktuellen Umfragen sehen die Union bei über 40%, die FDP im Bundestag und die SPD bei gerade 25%.

Ohne jedweden Anspruch auf Detailanalyse zeigt das zumindest eines recht deutlich: Eine Wechselstimmung wie weiland im Duell Kohl gegen Schröder (1998) gibt es nicht.

Das ist natürlich denkbar schlecht, wenn man vorhat, eine Regierung abzulösen. Doppelt schlimm, wenn deren Chefin sehr klug agiert und sich zweier Strategien bedient: Auf inhaltlicher Ebene fährt sie die Strategie der Assimilation. In schöner biologischer Definition meint das die schrittweise Umwandlung körperfremder in körpereigene Stoffe. Sobald ein Thema den Anschein gesellschaftlicher Relevanz aufzeigt, übernimmt die Kanzlerin dieses nach und nach und macht es zu einem Unionsthema – wenngleich die Union in vielen Fragen traditionell eine andere Meinung hat. Egal. Was nicht passt, wird passend gemacht.

Die zweite Strategie setzt im Hinblick auf die Personen auf soziale Distanz, indem sie auf ihren Herausforderer nicht eingeht und zwischen sich und ihm einen quasi unüberbrückbaren Graben zieht. Die Kanzlerin als weise Regierungschefin, der Herausforderer als Emporkömmling, der von der eigenen Partei nicht getragen wird und macht- und kraftlos agiert, also ohnehin chancenlos und damit nicht auf Augenhöhe ist.

Assimilation und soziale Distanz sind also das strategische Instrumentarium der Union, der es schlussendlich egal sein dürfte, mit welchem Juniorpartner sie in Zukunft regiert. Und dies vor dem Hintergrund, dass sich die Stimmung in Deutschland auf „Behalten des Bewährten“ einpendelt.

Was kann Steinbrück dagegen setzen? Wie kann er ein stabiles Umfeld durch eine disruptive Innovation aufbrechen? Wahrscheinlich gar nicht, muss man zunächst festhalten. Aber wenn er sich denn eine Chance eröffnen will, kann diese meines Erachtens nicht über sachliche Thematisierung oder einen fachlichen Diskurs geschehen, wie er es bislang versucht. Er muss vielmehr in einem Thema stark polarisieren. Das ist riskant, weil er so möglicherweise noch weniger Stimmen einfahren kann, als die Umfragen prognostizieren. Es ist aber die einzige Möglichkeit signifikant Zustimmung zu gewinnen.

Die öffentliche Meinung entscheidet über Einstellungen zu Themen nicht über Sachkenntnis in der Tiefe, sondern über Bewertung in der Breite. Es geht einem Stand heute in Deutschland sehr gut. Kaum Arbeitslosigkeit im Vergleich zum europäischen Umland. Genug Geld in der Tasche, um das Leben einigermaßen zu genießen. Ein Frontalangriff in Richtung „die CDU hat das Land heruntergewirtschaftet“ kann also nicht funktionieren.

Zukunftsthemen wie Bildung, ökologischer Umbau der Infrastruktur oder Mindestlohn werden in der öffentlichen Meinung nicht einer Partei zugeschrieben, sondern als genereller Trend wahrgenommen, den alle bis auf die Splitterparteien wie die FDP unterstützen.

Die einzige Möglichkeit, die vielen unentschlossenen Wähler für die SPD zu gewinnen, scheint mir daher darin zu liegen, in einem einfachen Thema überraschend eine völlig gegenläufige Meinung zu bisher vertretenen Positionen einzunehmen. Was könnte das sein? Z.B. die Forderung, aus der gemeinsamen Euro-Währung auszutreten. Oder die Forderung, direkt nach der Wahl ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger einzuführen. Oder die Forderung, den öffentlichen Personennahverkehr in Zukunft als kostenfreie Serviceleistung des Staates für seine Bürger anzubieten.

Alle drei Vorschläge sind reichlich unwahrscheinlich zu realisieren. Was ihnen aber gemein ist: Im Zuge der Nachberichterstattung zum TV-Duell würde die SPD mit einem solchen radikalen und überraschenden Thema erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Konzept propagieren, das sich konträr zur Konsenspolitik der Assimilationskanzlerin stellt. Die Chancen, dass das aufgeht, sind sicherlich nicht sehr hoch. Die Chance, dass die SPD ohne solch ein disruptives Thema den nächsten Kanzler stellt, ist aber noch geringer.

Das wäre der Ratschlag vom grünen Tisch der Marketingplanung. Jetzt bin ich mal gespannt, was tatsächlich heute abend verhandelt wird und ob Steinbrück auch ohne disruptives Thema Punkte für sich verbuchen kann. Denn letztlich wählen die Deutschen de facto nicht mehr Parteien, sondern Kandidaten, die damit als Marke die Werte der Parteien verkörpern, ob diese es wollen oder nicht.