Samstag, 15. Februar 2014

Die besten Manager arbeiten wie 4jährige Kinder

Metaphern (Sinnübertragung) und Allegorien (bildhafte Umschreibung) von Management gibt es in vielen Formen. Man soll sich am Bambus orientieren, führen wie Alexander der Große, dem japanischen Modell folgen, sich die Wildgänse zum Vorbild nehmen und der Kunst der Kriegsführung huldigen.

Überall bieten diese Metaphern sinnvolle Pointierung einzelner Aspekte, sind alles in allem aber eher unterhaltsame Pausenlektüre, als anwendbares Vademecums für Manager.

Wenn man schon bildhafte Vergleiche bemüht, um Erfolgsprinzipien im Management zu erläutern, dann sollte man Erika Andersen Artikel bei forbes.com über starke Führungskräfte lesen. Sie sagt: Gute Fühunrgskräfte sollten sich an einem 4jährigen Kind orientieren. Alles, was ein 4jähriger macht, ist das, was auch ein Manager machen sollte. D.h.: Management ist Rückbesinnung auf grundlegende (deshalb im Kindesalter erworbene) Qualifikationen, die man mit Erfahrung und Wissen kombiniert.

Es sind fünf zentrale Prinzipien, die die Kindheit begleiten und dafür sorgen, dass aus Kindern Erwachsene werden können (also eine erfolgreiche Sozialisation durchlaufen).

Kinder sind unerschöpflich neugierig: Der größte Feind des Erfolgs ist der Satz: "Oh ja, das kenne ich, das haben wir schon probiert." Die Welt ist in Bewegung, ständig ändern sich Randbedingungen, deshalb ändern sich auch immer wieder die Ergebnisse unseres Tuns. Nur wer neugierig ist und Bestehendes unter neuen Bedingungen denkt oder Neues ausprobiert, kann Erfolge erzielen.

Kinder wollen Dinge ohne Kompromisse: Der zweitgrößte Feind des Erfolgs ist die Bequemlichkeit, etwas ab einem gewissen Punkt zu akzeptieren. Damit ist quasi das alltägliche Pareto-Prinzip gemeint: Wir geben uns mit 80% von etwas zufrieden, weil wir dafür schließlich nicht viel Aufwand betreiben mussten. Kinder wollen nicht 80% von einem Spielzeug, sondern alles. Das führt zu konsequentem Handeln.

Kinder sind unordentlich: Warum sollte Unordnung eine gute Eigenschaft eines Managers sein? Ganz einfach: Wer Ordnung zum alleinigen Paradigma macht, versucht von vornherein Unordnung zu vermeiden - und beraubt sich damit der Chance, Neues zu entdecken. Man muss sich frei machen von leitenden Mustern wie Ordnung und einfach drauf los stochern. Nur so entdeckt man die Welt.

Kinder lieben ohne Einschränkung: Dies heißt nicht, ein Manager sollte alle seine Mitarbeiter lieben. Es geht hier eher darum, sich ohne Einschränkungen oder Abstufungen einer Sache völlig verschreiben zu können. Wenn einem der Erfolg eines Projekts wichtig ist, wird man die Hindernisse auf dem Weg zum Ziel beiseite räumen.

Kinder versuchen etwas solange, bis es klappt: Die größte Gemeinsamkiet erfolgreicher Unternehmen aus allen Branchen - von der Landwirtschaft über die Gewinnung von Bodenschätzen und die Industrieproduktion bis zur Anwaltskanzlei oder einem Handwerksbetrieb - ist es, an einer Sache dran zu bleiben und nicht vorschnell aufzugeben. Nicht die Besten oder Schnellsten gewinnen, sondern die Hartnäckigsten.

Gute Manager haben sich diese grundlegenden menschlichen Fähigkeiten aus der Zeit ihrer Sozialisation bewahren können und kombinieren diese Eigenschaften mit Wissen (um Methoden und Fakten) und Erfahrung (die sich u.a. in einem großen Netzwerk relevanter Kontakte darstellt).

Montag, 10. Februar 2014

Wanderatlas Deutschland informiert (Februar 2014)

GPS Wanderatlas. Die besten Wandertipps für
NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz
Hallo liebe Wanderfreunde,

mit dem Februar werden die Tage schon wieder deutlich länger. Längere Tage bedeuten zugleich mehr Möglichkeiten zum Wandern, ob man schnell noch am späten nachmittag zu einer schönen Feierabendrunde oder am Wochenende zu einer anspruchsvollen Tageswanderung aufbricht. Wie immer hat die GPS Wanderatlas Redaktion drei Touren ausgewählt, die wir euch für einen Wanderausflug in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz ans Herz legen können.


Als GPS Wanderweg des Monats stellen wir im Februar den neuen Neanderlandsteig vor - jedenfalls den größten Teil vom Neanderlandsteig. Die ersten zehn Etappen sind bereits eröffnet, die noch fehlenden sieben Tageswanderungen des Neanderlandsteigs kommen im Laufe dieses Jahres dazu und werden im GPS Wanderatlas ergänzt.

Viel Spaß beim Wandern zwischen Rhein, Main, Ruhr und Fulda - oder in welche schöne Gegend von Deutschland euch es auch immer verschlagen mag.

Liebe Grüße und eine schöne Wanderzeit wünscht euch das Team vom GPS Wanderatlas Deutschland.

PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Freitag, 7. Februar 2014

Traumland Deutschland: Alle 24 Minuten ein Bier

Wie lange müssen Geringverdiener in einem Land
für ein Bier arbeiten? Eine weitere Disziplin,
in der Deutschland ganz vorne mitspielt.
Quelle: Quartz
Man kennt ja schon seit längerem den Big-Max-Index. Der 1986 erstmals erstellte Index vergleicht die Preise eines Big Mac in verschiedenen Ländern der Erde und ermittelt damit einen einfachen Indikator für die Kaufkraft einer Währung.

Bei der von The Economist erhobenen Studie werden die Preise für einen Big Mac in unterschiedlichen Ländern in der inländischen Währung erhoben und werden durch die Umrechnung zu dem zu der Zeit herrschenden Wechselkurs in US-Dollar vergleichbar gemacht.

Ritchie King von Quartz hat jetzt - freilich mit anderer Intention - einen Bier-Index erstellt auf Basis einer Preistabelle von Numbeo, dem größten Pool von Daten, die Nutzer zusammentragen. Diese Bierpreise setzt King in Verbindung mit dem von der International Labor Organization ILO ermittelten unteren Lohngruppen (quasi dem real-existierenden Mindestlohn in einem Land).

Die erfreuliche Nachricht zum Wochenende: In Deutschland braucht man selbst als Schlechtverdiener für eine halbe Maß Bier nur 0,4 Stunden - also 24 Minuten - zu arbeiten. D.h., wenn man als Klomann auf der A2 eine Achtstunden-Schicht macht, kann man sich abends 16 Halbe reinschütten und hat immer noch Geld für ein Päckchen Aldi-Zigaretten. Klasse!

Übel dagegen die Lebensbedingungen in ansonsten unverdächtigen Ländern wie Bangladesh, Pakistan und selbst dem reichen Kuwait: Hier muss zwischen 5 bis über 16 Stunden malochen, um sich nachher ein kühles Blondes zu leisten.

Ganz vorne im Bier-Index, noch vor Deutschland, dass es auf Platz 6 von 91 Teilnehmern gebracht hat, liegt die Steuer-Oase Luxemburg und die Karibik-Perle Puerto Rico.

Browser Marktanteile und Performance

New Relic, Anbieter von Analyse-Tools zur Software-Entwicklung, hat auf Basis eines Real User Monitoring untersucht, wie sich die Browser-Nutzung auf den einzelnen Plattformen Stand 2013 verteilt und vor allem, welche Browser wie schnell Ergebnisse darstellen - was für App-Entwickler natürlich eine wichtige Randbedingung ist. Die Ergebnisse stellt New Relic auf dieser Infografik dar.
Browser Marktanteile und Geschwindigkeit, Quelle: New Relic

Sonntag, 2. Februar 2014

Wie wird man Journalist?

Am Donnerstag (30.1.2014) durfte ich bei der Bildungsmesse des Karriere-Magazins absolut karriere vorbeischauen und auf dem Podium zusammen mit Bettina Schausten (ZDF), Julia Brömse (BILD) und Prof. Dr. Hettinger (DeutschlandRadio) über die Frage diskutieren, was der beste Einstieg in einen journalistischen Beruf ist.

Bildungsmesse absolut karriere in Berlin
(Bettina Schausten, Prof. Dr. Thomas Becker)
Quelle: absolut karriere
Im Berliner Bluemax-Theater informierten sich rund tausend Schülerinnen und Schüler über den Traumberuf Medien. Gut 500 davon kamen zur Podiumsdiskussion und diskutierten mit uns über Möglichkeiten, Journalist zu werden.

Klar, dass auch heute noch vieles im Journalismus über ein Praktikum (oder eine Hospitanz und wenns richtig gut läuft sogar über ein Volontariat) läuft. Was versteckt sich hinter diesen Begriffen? Praktikum und Hospitanz meinen das Gleiche - man darf in einem Unternehmen in der Regel unbezahlt Praxisluft schnuppern. Ein Volontariat ist dagegen immer bezahlt und eine Mischung aus Lehre und Traineeship: Man arbeitet richtig mit und durchläuft verschiedene Abteilungen, meistens in Kombination mit theoretischem Input.

Generell waren wir Experten auf dem Podium auch in einer zweiten Fragen einig: Ohne abgeschlossenes Studium hat man heute im Journalismus schlechte Karten. Das liegt gar nicht so sehr daran, dass man ein Studium zwingend braucht, um journalistisch arbeiten zu können, sondern schlicht an Angebot und Nachfrage: Viele wollen Journalist werden, so dass man sich die Bewerber aussuchen kann, die am stärksten in ihre Bildung investiert haben.

Ein dritter Konsens-Punkt: Journalismus ist angewandte Sprache, daher ist es sehr hilfreich, in Sprachen und damit auch in interkulturelle Kompetenzen zu investieren - im Klartext: Mal ins Ausland zu gehen und vor Ort, Sprache und Kultur kennenzulernen.

Unterschiede gab es lediglich in der Bewertung, welche Art von Studium geeignet ist. Während Bettina Schausten den eher klassischen Weg Fachstudium (also BWL, Politik, Soziologie...) plus Volontariat empfahl, plädierte ich eher für ein richtiges Journalismusstudium - schlicht vor dem Hintergrund, dass heute der Bereich Journalismus deutlich komplexer ist als 1990 (und die Jahrzehnte davor) und man gut daran tut, sich mit dem Gebiet selbst auseinanderzusetzen und nicht über einen "Umweg" zum Studiumabschluss zu kommen.

Viele Journalisten alter Schule sind der Meinung, der Beruf studiert sich selbst - also im Klartext: Man können Journalismus nicht studieren, sondern nur in der Praxis erlernen. Wendet man diese Argumentation auf andere ausgewiesene Praktiker wie Ärzte, Ingenieure oder Architekten an, würde man das als Humbug abtun. Journalismus im 21. Jahrhundert aber ist so komplex, dass man mit learning by doing bestenfalls noch Mittelmaß ist.

Journalismus als Technik der kritischen Auseinandersetzung mit komplexen Sachverhalten wird zunehmen wichtiger und ein Studiengang wie unser Angebot "Journalism & Business Communication" an der BiTS Berlin ist eine äußerst hilfreiche Basisausbildung, auf deren Grundlage man sich dann im Master-Studium bzw. bei einem Volontariat spezialisieren kann.