Samstag, 29. März 2014

Medienmanagement ist eine zentrale Führungsqualifikation

Medienmanagement: Mal wird man gejagt,
mal jagt man hinterher (Quelle: bpb, © Burkhard Mohr)
Medien machen Kommunikation wahrscheinlich und leistungsfähig, und Kommunikation ist der zentrale Prozess, der menschliches Zusammenleben ausgestaltet. Damit prägen Medien und Kommunikation auch die Leistungserstellung in Unternehmen, oder in drei Thesen formuliert.

  • Es gibt kein Unternehmen ohne Kommunikation. Das heißt im Umkehrschluss: Kommunikation – und nicht etwa Gebäude oder Kapital – ist das einzige zwingend notwendige Kriterium, das die Existenz von Unternehmen begründet.
  • Es gibt keine Unternehmenskommunikation ohne Medien. Das bedeutet, dass wir ohne den Einsatz von Medien – und dazu gehören zentral Sprache, Bilder und Schrift –nicht auf dem Abstraktionsgrad kommunizieren können, der für die Aufrechterhaltung eines Unternehmens notwendig ist.
  • Unternehmen instrumentalisieren Kommunikation. Jede Organisation hat einen Zweck. Diesem Zweck unterwirft die Organisation ihre Entscheidungen über den Einsatz von Ressourcen und in diesem Zusammenhang wird auch Kommunikation als Ressource betrachtet, die für die Erreichung von Zielen gut oder schlecht, wirtschaftlich oder unwirtschaftlich eingesetzt wird.
„Wenn Unternehmen – also Wirtschaftsorganisationen – Medien einsetzen müssen, um ihre Leistung zu erbringen, kann und muss man sich mit der Frage beschäftigen, wie man mit Medien so umgeht, dass deren Einsatz mit möglichst geringem Aufwand zum gewünschten Erfolg führt“ (Becker 2014, S. 6).

Dieser Grundgedanke begründet die Disziplin Medienmanagement sowohl als Ausbildungsfach als auch als angewandte Management-Methode im Tagesgeschäft von Organisationen – ob diese nach Gewinn streben (Unternehmen), oder sich an anderen Zwecken orientieren.

Medienmanagement ist damit eng verwandt mit anderen generellen Management-Methoden wie Qualitätsmanagement, Prozessmanagement, Projektmanagement oder Personalmanagement und hat nichts mit dem Management von Medienunternehmen zu tun, wie man es mancherorts lesen kann.

Diese kategorisch klingende Behauptung ist nichts weiter als eine konsequente Ableitung der Aufgabe, die man dem Einsatz von Medien als Vereinfacher und Beschleuniger von Kommunikation zuschreiben muss.

„Es geht darum, Kunden oder Investoren zu überzeugen, die Mitarbeiter ‚ins Boot zu holen‘, bestehende Kunden zu binden und zu Fans des Unternehmens und seiner Produkte zu machen, neue Kunden zu finden, das Bild des Unternehmens in Markt und Öffentlichkeit positiv zu beeinflussen etc. Es geht um die Schaffung von Mehrwert, der über den direkten Zahlungs- und Leistungsstrom hinausweist und daher auch schwer und nur sehr subjektiv bilanziert werden kann. Was ist die gute Beziehung zu einem Kunden wert? Welchen Wert hat die Strahlkraft einer Marke? Welche Kosten entstehen durch ein negatives Image, welche durch unzufriedene Mitarbeiter, denen sich die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit nicht erschließt?“ (Becker 2014, S. 7)

Medienmanagement ist Führung und orientiert sich an Resultaten. Man kann Projekte „aus dem Bauch heraus“ führen. Das aber bringt in der Regel schwache oder gar keine Resultate. Man kann auch Medien und Kommunikation ohne größere Vorbereitung einsetzen. Das heißt aber nicht, dass man dies wirksam und wirtschaftlich macht. Wenn man Käufer verwirrt, Lieferanten nicht ausreichend informiert, Mitarbeiter in die innere Kündigung treibt, Ziele nicht klar vorgibt, vergisst, strategische Leitplanken zu formulieren, von möglichen Kunden weder gefunden noch gekannt wird – dann sind das keine lapidaren Nebensächlichkeiten, sondern die zentralen Faktoren, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Medienmanagement ist eine zentrale Führungsqualifikation, ohne die man in der immer stärker vernetzten Gesellschaft nicht mehr dauerhaft im internationalen Wettbewerb bestehen kann. Unternehmen sind gut beraten, frühzeitig ihre Führungskräfte entsprechend zu schulen und bei der Auswahl neuer Mitarbeiter Qualifikationen im Medienmanagement zu verlangen.

Freitag, 28. März 2014

Sieben Tipps zur Produktivität - powered by Ameisen

Sieben Lehrstücke in Sachen Produktivität, die wir von den Ameisen abschauen können, liefert die unten abgebildete Infografik - etwas zum Ausdrucken und groß über den Schreibtisch hängen.
7 Productivity Lessons from Ants
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1. Fokussieren: In kleinen Schritten, aber in die richtige Richtung, nicht ablenken lassen und nicht versuchen, alles zugleich zu machen.

2. Teamwork: Nicht alles allein versuchen, sondern direkt Kollegen, Freunde, Familie etc. mit einbinden. Alleine können wir wenig, zusammen fast alles (wobei ich persönlich ja finde, dass die meisten großen Dinge - Musik, Literatur, Kunst, Philosophie - gerade nur dann funktionieren, wenn man sie alleine macht).

3. Routine ist fast alles: Niklas Luhmann nannte es das Lob der Routine. Wenn wir Dinge immer und immer wieder, erledigen sie sich irgendwann fast von selbst. Routine ist nicht per se schädlich, denn nur durch Routine erreichen wir Effizienz und irgendwann Perfektion

4. Kommunikation ist äußerst hilfreich: Kommunikation heißt, sich mit anderen Menschen abzustimmen und auszutauschen. 

5. Yes, we can: Wenn man das Schlechte erwartet, tritt es auch. Ein viel beobachteter Effekt. Daher sollte man vom Grundsatz immer erst mal davon ausgehen, dass das, was man anfängt, auch funktioniert. 

6. Deadlines geben Prioritäten: Wenn man weiß, bis wann was erledigt sein muss, weiß man meist auch, wann man damit anfangen muss.

7. Arbeitsteilung: Nicht jeder kann alles, vor allem nicht gleich gut. Man sollte wissen, was die eigene Aufgabe und Verantwortung ist und ihr gemäß handeln. 

Donnerstag, 27. März 2014

Medienmanagement: Sieben Fragen, sieben Antworten

Die sieben zentralen Begriffe im Fachgebiet Medienmanagement sind Kommunikation, Medien, Organisation, Management, Unternehmen, Markt und Marketing. Alle diese sieben Begriffe sind ebenso Teil der Alltagssprache als auch in verschiedenen Fachdisziplinen teilweise sehr unterschiedlich definiert und genutzt.

Eine Weltkarte verschiedener
Themen im Medienmanagement
Quelle: Becker (2014), S. 368
Aus diesem Grund habe ich in meinem Lehrbuch "Medienmanagement und öffentliche Kommunikation" gleich zu Anfang die sieben Grundbegriffe im Medienmanagement beschrieben und dabei versucht, auf schwierige Wortkonstruktionen und Bandwurmsätze zu verzichten.

Ich halte es für unerlässlich, dass Studierende im Fach Medienmanagement in jeder Lebenslage solche Grundbegriffe benennen können. Man erwartet schließlich auch, dass ein Arzt weiß, was eine Diagnose ist und ein Anwalt weiß, was das Bürgerliche Gesetzbuch regelt. Wenn man einen Medienmanager fragt, was Medien sind oder was Kommunikation ist, sollte das ähnlich sein: Ein Medienmanager sollte ein operativ gut verwendbares, trotzdem korrektes und letztlich auch erinnerbares Verständnis von den Grundbegriffen seines Fachs haben.

Ich zitiere die folgende Passage nach Thomas Becker (2014): Medienmanagement und öffentliche Kommunikation. Der Einsatz von Medien in Unternehmensführung und Marketing, Wiesbaden, Springer VS, S. 13f.

1. Was ist Kommunikation?

Kommunikation ist das Auslösen koordinierten Verhaltens zwischen getrennten Lebewesen.

(Kommunikation ist keine originär menschliche Eigenschaft, sondern lässt sich analog im Tierreich beobachten. Kommunikation ist nicht beschränkt auf Sprechen, Posten oder Fernsehen. Auch Geld ausgeben ist eine Kommunikation, insoweit sie das Verhalten zwischen Menschen koordiniert. Kommunikation ist eine biologisch begründbare Verhaltensweise, mit der wir uns an unsere Umwelt anpassen).

2. Was sind Medien?

Medien sind Mittel, die den Erfolg von Kommunikation erhöhen und die Leistungsfähigkeit von Kommunikation steigern. Medien sind Katalysatoren von Kommunikation.

(Die wichtigsten Medien sind Sprache und Schrift. Sie codieren Bedeutung durch Konvention und erweitern so die Möglichkeiten von Kommunikation. Ohne Medien ist Kommunikation nur in einfachen Strukturen möglich. Einfache Medien – Signalsysteme – ermöglichen leistungsfähigere Kommunikation. Komplexe Symbolverbünde wie Sprachen steigern die Leistungsfähigkeit von Kommunikation um ein Vielfaches).

3. Was ist eine Organisation?

Eine Organisation ist der dauerhafte Zusammenschluss von Individuen, um gemeinsam einen Zweck umzusetzen.

(Organisationen entstehen durch Kommunikation und existieren durch Kommunikation. Eine Organisation ist ein dauerhafter Kommunikationszusammenhang. Alles andere – Räume, Maschinen, Kapital etc. – ist zum Verständnis von Organisationen zweitrangig).

4. Was ist Management, was ist Medienmanagement?

Management ist die Summe der Aufgaben, die man in einer Organisation ausübt, um durch den Einsatz von Ressourcen Ergebnisse zu erzielen. Medienmanagement ist die Nutzung von Medien und Kommunikation zur Erreichung der Ziele der Organisation. Dabei wird Medienmanagement sowohl als Führungsinstrument innerhalb der Organisation wie auch als Instrument im Marketing-Mix genutzt.

(Management und Führung sind nicht deckungsgleich. Führung basiert auf Reputation und formalem Führungsanspruch durch Hierarchie. Management bezieht sich auf die Koordination von Ressourcen. Medienmanagement ist eine Spezialdisziplin im Management, die Medien und Kommunikation als Ressourcen für das Unternehmen instrumentalisiert).

5. Was ist ein Unternehmen?

Unternehmen sind Organisationen, die die Gesellschaft mit knappen Leistungen versorgen, um Gewinn zu machen.

(Nicht alle Organisationen, die über viel Geld verfügen, sind automatisch Unternehmen. Nicht jede Art wirtschaftlichen Betätigens führt automatisch zur Gründung eines Unternehmens. Ein Unternehmer allein ohne Mitarbeiter, ist kein Unternehmen).

6. Was ist ein Markt?

Ein Markt ist die Brille, mit der man sein wirtschaftliches Umfeld in Form von Preisen beobachtet.

(Ein Markt ist kein Ort und auch nicht das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage, sondern die Beobachtung von Angebot und Nachfrage durch Preise. Daraus werden Rückschlüsse auf das eigene Verhalten bzw. die für die Organisation zu treffenden Entscheidungen gezogen. Märkte sind weder rational noch transparent, sondern nur ein pragmatischer Ansatz, Informationen zu erzeugen.)

7. Was ist Marketing?

Marketing ist der Einsatz von Instrumenten, mit denen man versucht, zukünftige Verkaufschancen zu entwickeln und Einfluss auf das Verhalten der Marktteilnehmer (Kunden und Lieferanten) zu nehmen.

(Auch Organisationen, die nicht auf Profit verpflichtet sind, können das Marketing-Instrumentarium nutzen. Marketing ist auf Zukunft ausgerichtet, demnach sind Marketing-Entscheidungen immer unsicher. Marketing geschieht in der Regel im Umfeld von Wettbewerb, der ebenfalls Marketing betreibt, so dass sich Annahmen, auf deren Basis man entscheidet, ständig ändern können).

Mittwoch, 19. März 2014

Medienmanagement in Berlin studieren

Seit Anfang des Jahres bin ich zum Leiter der beiden Studiengänge Communication & Media Management (kurz Medienmanagement oder CMM) und Journalism & Business Communication (kurz Journalismus oder JBC) an der Business and Technology School (BiTS) berufen. Am Freitag, den 14. März folgte auch die offizielle Übergabe der Ernennungsurkunden zum Professor auf dem Campus der BiTS am Potsdamer Platz.

Uwe Freimuth, Campusleiter Tom Apitzsch, Stefan Kooths,
Stefan Stein und Thomas Becker (vlnr) bei der Ernennung
am Berliner Campus der BiTS Hochschule
Dekan Stefan Stein überreichte mir und den beiden Kollegen Uwe Freimuth (Internationales Sport- und Event-Management) und Stefan Kooths (Volkswirtschaft) die Urkunden. So personell verstärkt kann der Berliner Campus der BiTS weiter auf Wachstum setzen.

In Berlin kann man bei der BiTS u.a. Medienmanagement studieren und nach sechs Semstern (drei Jahren) mit einem Bachelor of Science abschließen. Das Lehrangebot ist breit gefächert und umfasst betriebswirtschaftliche und rechtliche Basiskompetenzen ebenso wie Medienpraxis.

Ich selbst unterrichte im Studiengang Medienmanagement im kommenden Semester z.B. die Fächer Public Relations, Network Economy, Kommunikationsberatung und Agenturen sowie Ethik. Da sind einige spannende Fragen zu verhandeln, von der Graph-Theorie, über Kreatitätstechniken, Prinzipal-Agenten-Problem, Design Thinking etc.

Im Journalismus-Studiengang liegt mein Hauptaugenmerk auf der Lehrredaktion. Die Lehrredaktion im Journalismus-Studiengang läuft über zwei Jahre und legt den Schwerpunkt auf journalistischer Praxis in den Bereichen Online, TV, Radio und Print. Damit ist die Lehrredaktion in etwa vergleichbar mit einem zweijährigen Volontariat.

In beiden Fächern - Medienmanagement wie Journalismus - bieten wir in diesem Sommersemester interessante Exkursionen an. Es geht u.a. ins Hauptstadtstudio des SWR, zu N24 und in Günter Jauchs sonntäglicher Talkshow. Zur Langen Nacht der Wissenschaften am 10. Mai produzieren wir mit der Lehrredaktion ein Hörfunkprogramm vom Ort des Geschehens.

Medienmanagement und Journalismus sind zwei unterschiedliche Ausprägungen eines Studiums, das den Einsatz von Medien und Kommunikation in der späteren Berufspraxis in den Fokus rückt. Während es im Medienmanagement eher um Planung und Steuerung geht, ist der Journalismus-Studiengang auf "Macher" abgestimmt.

Wer Medienmanagement in Berlin studieren will, sollte einen Blick auf die Studienganginformationen werfen, die die BiTS auf ihrer Homepage vorhält.

Die Business and Information Technology School (BiTS) ist eine staatlich anerkannte private Fachhochschule mit Standorten in Iserlohn, Berlin und Hamburg und gehört zu den Laureate International Universities, dem größten privaten Hochschulanbieter mit über 800.000 Studierenden in dreißig Ländern.

Freitag, 14. März 2014

Medienmanagement: Mitarbeiter führen, Märkte begeistern, die Öffentlichkeit für sich gewinnen

Neues Lehrbuch Medienmanagement beschreibt den Einsatz von Medien in Unternehmensführung und Marketing
Wie setzt man Medien und Kommunikation ein, um seine Ziele zu erreichen? Das ist das Leitmotiv des Fachgebiets Medienmanagement. Im März ist dazu das Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ im Verlag Springer VS erschienen. Der Autor Thomas Becker ist Professor für Medienmanagement und Kommunikation am Berliner Campus der BiTS Hochschule, die Teil der Laureate International Universities mit über 800.000 Studierenden in dreißig Ländern ist.


Medienmanagement und
öffentliche Kommunikation.
Der Einsatz von Medien
in Unternehmensführung und Marketing
Medienmanagement ist eine Aufgabe, die in allen modernen Organisationen umgesetzt werden muss. Es geht im Medienmanagement darum, Medien und Kommunikation nach innen als Mittel der Unternehmensführung einzusetzen und nach außen als strategisches Instrument zu nutzen, um die Organisation für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen zu positionieren.

Das Aufgabenspektrum im Medienmanagement ist weit gefasst und wird im Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ umfassend und praxisnah erläutert. Im ersten Teil geht es um die Außendarstellung von Unternehmen. Wie lässt sich Aufmerksamkeit für die Ziele der Organisation gewinnen? Das ist die zentrale Frage der Werbeplanung, die über die 5Ms, – money, mission, message, media, measurement – entwickelt wird. Basis der Überlegungen sind dabei generelle Aspekte der Persuasionstheorie sowie der Strategieentwicklung.

Durch die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft – Stichwort: Internet – wird es für Anspruchsgruppen immer leichter, direkt mit Organisationen zu kommunizieren. Auf Grundlage moderner Business Intelligence Ansätze zeigt das Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“, wie man die Kundenbeziehung erfolgreich gestaltet z.B. durch Nutzung viraler Effekte im Social Media Marketing, die Erhöhung der Kundenloyalität, die Bindung über eigene Informationsangebote (Corporate Publishing) oder die emotionale Ausgestaltung der Customer Experience.

Organisationen stehen immer im Lichte der Öffentlichkeit, verstanden als Summe verschiedener Anspruchsgruppen, die man im Englischen Stakeholder nennt. Um mit den verschiedenen Stakeholder-Gruppen zu kommunizieren, setzen Organisationen PR ein und versuchen, einen gegenseitigen Ausgleich der Interessen zwischen Unternehmen und Öffentlichkeit zu erreichen. Je nach Anspruchsgruppe setzen Public Relations unterschiedliche Werkzeuge ein, von den Investor Relations über die Beziehungen zum Journalismus bis zur Krisenkommunikation.

Immer wichtiger wird der Aspekt der Reputation – den Ruf, den eine Organisation in der Öffentlichkeit hat, z.B. ob ein Unternehmen als innovativ, schwerfällig oder kundenorientiert gilt. Hier bietet Medienmanagement Instrumente wie Sponsoring, Lobbying oder Spinning an, um gezielt Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen.

Neben diesen nach außen gerichteten Ansätzen, spielt sich Medienmanagement aber noch viel stärker und alltäglicher im Innenleben von Organisationen ab. Hier geht es zentral um den Aspekt der internen Unternehmenskommunikation: Mitarbeiter reden miteinander, reden mit ihrem Chef, reden mit Kunden und mit Familie und Bekannten. Nur durch Kommunikation lässt sich innerhalb einer Organisation sicherstellen, dass jeder weiß, was zu tun ist, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Um dieses Feld abzubilden, entwickelt Becker im Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ ein Modell der internen Unternehmenskommunikation. Dieses Modell unterscheidet drei Ebenen der Kommunikation in Organisationen: die direkte Interaktion von Mensch zu Mensch, die durch Entscheidungen legitimierte Kommunikation der Organisation zu ihren Mitarbeitern und die Selbstbeschreibung der Organisation auf der Grundlage ihrer Funktion für die Gesellschaft.

Ganz konkret bietet Medienmanagement praktische Hilfestellung bei alltäglichen Situationen wie der effektiven und effizienten Durchführung von Meetings, der erfolgreichen Verhandlung von Verträgen, dem bewussten Einsatz von Small Talk und der Vorbereitung von Präsentationen, die die Zuhörer „mitnehmen.“
Im Bereich der formalisierten Kommunikation der Organisation mit ihren Mitarbeitern beschäftigt sich das Fachgebiet Medien z.B. mit Werkzeugen wie der Notation von Geschäftsprozessen (Prozessketten, Prozesslandkarte) und Organisationsstrukturen (Organigramm), der Entwicklung von Innovationen im Rahmen des Design Thinking und der Steuerung von Kommunikationsprozessen in Projekten durch Tools wie dem Logframe, der Mendelow-Matrix oder der CATWOE-Analyse.

Im großen Feld der formalen Kommunikation untersucht Medienmanagement, wie eine Organisation sich selbst beschreibt. Dazu nutzen Unternehmen z.B. Instrumente wie das Mitarbeiterinformationssystem oder die Entwicklung einer Corporate Identity, die über die Dimensionen Design, Kultur und Regelwerke festlegt, wie die Organisation sich selbst inszeniert. Auch der Aspekt, wie mit Wissen in Organisationen umgegangen wird, ist eine Facette im Medienmanagement. Hier werden neben klassischen Ansätzen wie dem SECI-Modell der Wissenserzeugung auch aktuelle Werkzeuge wie Storytelling, Open Space Methodik und Knowledge Café angerissen.

Medienmanagement als Mittel der Unternehmensführung und als strategisches Instrument, um auf Märkte und Öffentlichkeit Einfluss zu nehmen, operiert auf einem Spielfeld, das man öffentliche Kommunikation nennen kann. Entscheidend ist hier das Konstrukt der öffentlichen Meinung, das zentral auf Politik und Wirtschaft einwirkt.

Um zu verstehen, unter welchen Rahmenbedingungen Medienmanagement operiert, stellt Becker in einer Genealogie der Medien kurz die Entwicklungsgeschichte „vermittelter“ Kommunikation dar und beschreibt die aktuelle Medienlandschaft in Deutschland.

Im Anschluss daran werden wichtige Meilensteine der Medienwissenschaften dargestellt, von einfachsten Reiz-Reaktions-Mustern über die mathematische Theorie der Kommunikation (Shannon-Weaver-Modell) und die daraus fälschlich entwickelten Sender-Empfänger-Modelle, die Stufentheorie der Kommunikationswirkung, die Theorie kognitiver Dissonanz, die unterschiedlichen Gap-Ansätze und die Schweigespirale.

Öffentliche Kommunikation ist immer Folge der in der Öffentlichkeit behandelten Themen. Darum wird im Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ zunächst vorgestellt, wie aus Ereignissen Nachrichten werden, um dann zu behandeln, wie Interessensgruppen versuchen, ihre eigenen Themen in die öffentliche Arena zu bringen (Agenda Setting) und dabei auch auf psychologische Konzepte wie Framing und Priming setzen. Der gegenläufige Aspekt versucht unter dem Stichwort Uses and Gratifications zu analysieren, nach welchen Maßgaben das Publikum Nachrichten auswählt und ggf. weiterverbreitet.

Ein wichtiges Kapitel beschäftigt sich mit Funktion und Aufgaben des Journalismus auch im Hinblick auf die Herausforderungen, die sich im Cross Media Publishing stellen. Das Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ informiert darüber hinaus über wesentliche Praxisanforderungen im Journalismus wie die unterschiedlichen journalistischen Formate, Recherche und Nachrichtenstil als zentraler Ankerpunkte im Journalismus und die unterschiedlichen journalistischen Genres – von Boulevard über Gonzo und Grassroot bis Data Journalism.

Im abschließenden Kapitel greift das Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ schließlich übergeordnete Medientheorien und deren Bedeutung für das Verständnis von Medien und Kommunikation auf. Diskutiert werden u.a. konstruktivistische Überlegungen (Glasersfeld, Maturana und Varela), Medienökologie (in der Folge von McLuhan, Innis und Postman) und Propaganda-Modelle (wie etwa Chomskys Manufacturing of Consent).

Das Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ umfasst 382 Seiten mit umfangreichem Schlagwortverzeichnis, Literaturübersichten und über hundert Abbildungen. Das Lehrbuch „Medienmanagement und öffentliche Kommunikation“ ist für €34,99 im Buchhandel wie auch als eBook für €26,99 direkt beim Verlag (Springer VS) erhältlich.

Kontakt zum Autor: Prof. Dr. Thomas Becker, BiTS Hochschule, Bernburger Straße 24-25, D-10963 Berlin. Email: beckerth@bits-hochschule.de

Montag, 10. März 2014

Wanderatlas Deutschland informiert (März 2014)

Drei schöne Rundwanderungen in Hessen: Blasiussteig,
Oranierpfad und
Amanaburch-Rundwanderung
Hallo liebe Wanderfreunde,

"Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte. Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen!" So dichtete Eduard Mörike einst und besser können wird's wohl kaum ausdrücken.

Daher gleich zu den Wandertipps, die diesmal alle nach Hessen führen.


Als GPS Wanderweg des Monats stellen wir im März ebenfalls eine Tour aus Hessen vor. Aber nicht irgendeine Tour, sondern Hessens wohl schönsten Naturweg, den Urwaldsteig Edersee. Er führt durch eine der drei UNESCO-Weltnaturerbestätten, die Deutschland zu bieten hat: die Buchenurwälder des Kellerwalds. Wer mal richtig dem Alltag entfliehen und sich eine Woche Natur pur gönnen möchte, ist auf dem Urwaldsteig Edersee richtig.

Aber auch neben diesen Empfehlungen gibt es natürlich viele Möglichkeiten zum Wandern zwischen Rhein, Main, Ruhr und Fulda. Schaut einfach im GPS Wanderatlas und macht euch eine schöne Zeit draußen an der frischen Luft.

Liebe Grüße schickt euch das Team vom GPS Wanderatlas Deutschland.

PS: Wie immer zum Schluss der Hinweis: Wir freuen uns auf neue Follower bei Twitter und Freunde bei Facebook. Und möchten natürlich daran erinnern, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, selbst Wanderungen im GPS Wanderatlas zu veröffentlichen.

Donnerstag, 6. März 2014

Apps bringen in Europa 17,5 Mrd Umsatz

Erlöse mit Apps werden in Zukunft stärker aus
In-App-Verkäufen stammen Quelle: EU
Welche wirtschaftliche Bedeutung haben Apps innerhalb der EU? Diese Frage stellt sich die Europäische Union im Rahmen der Digital Agenda for Europe. Daher beauftragte man eine Marktstudie und erhielt u.a. folgende Ergebnisse, die öffentlich publiziert wurden:
  • Europäische App-Hersteller setzten 2013 17,5 Mrd Euro um
  • Davon kommen 6 Mrd aus App-Verkäufen und 11,5 Mrd aus Auftragsentwicklungen für Firmen, die Apps als Marketinginstrument einsetzen
  • Bis 2018 soll sich der Markt auf 63 Mrd. Euro vergrößern
  • Derzeit sind 1 Mio Entwickler in der EU mit der Produktion von Apps beschäftigt. Diese Zahl soll auf 2,8 Millionen bis 2018 steigen.
Wie immer bei Marktstudien gilt: Man muss mit diesen Zahlen - insbesondere den Prognosen - vorsichtig umgehen. Dennoch ist es erstaunlich,

US-Bürger nutzen elektronische Medien elf Stunden täglich

Fernsehen und Radio liegen in reiner Nutzungsdauer
immer noch deutlich vor dem Internet (Quelle: mashable)
Auf Basis von Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen zum vierten Quartal 2013 nutzt ein Erwachsener (18+) in den USA im Durchschnitt knapp elf Stunden elektronische Medien. Ganz vorne - wie in Deutschland - das Fernsehen, das rund fünf Stunden läuft! Dazu kommt noch eine gute halbe Stunde Fernsehen aus der Konserve - timeshifted TV.

Internetdienste werden jeweils eine Stunde per PC und eine Stunde mobil mit dem Smartphone genutzt. Damit liegt die "alte Mutter Radio" in der rein quantitativen Nutzung immer noch vor dem Internet.

Eine qualitative Aussage lässt sich damit sicherlich nicht begründen. Man kann mit guten Gründen das Internet trotz kürzeres Nutzungszeit als einflussreicher auf die öffentliche Meinung beschreiben, wie ich das in meinem Buch "Medienmanagement und öffentliche Kommunikation" dargelegt habe. Dennoch weist einen die quantitative Seite immer wieder darauf hin, dass man seine Kommunikationsplanung nicht - z.B. aus Kostengründen - komplett an den Mainstream Medien  Fernsehen und Radio vorbei machen kann.