Donnerstag, 30. April 2015

Wie verdient man Geld mit Musik? BiTS-Studierende informierten sich bei der Universal Music Group

Die Universal Music Group gewährt BiTS-Studierenden
Einblicke ins internationale Musikgeschäft
Katy Perry, Eminem, die Rolling Stones, U2, ABBA, Helene Fischer, Jan Delay, Johnny Cash und Lady Gaga: Die Universal Music Group hat sie alle. Etwa jeder dritte Euro im 15 Milliarden schweren internationalen Musikmarkt landet in der Kasse von Universal, dem Weltmarktführer im Musik-Business. 

Es gibt also wohl keine bessere Adresse für Studierenden, wenn sie sich über das internationale Musikgeschäft informieren wollen. Und genau das war das Ziel einer Studierendengruppe vom Berliner Campus der BiTS. Unter Leitung von Fachdozent Torsten Petersen besuchten die Studierenden die Deutschland-Zentrale der Universal Music Group direkt am Berliner Osthafen in Friedrichshain und wurden von Thomas Vidovic, seines Zeichens Senior Manager Creative Services empfangen.
Die Deutschlandzentrale der Universal Music Group sitzt
seit 2002 am Berliner Osthafen

Als Warm-Up gab es eine Einführung in das Gebiet des Rechtemanagements und über die unterschiedlichen Rechtsgebiete, mit denen man im Musikgeschäft tagtäglich zu tun. Welche Rechte haben Texter und Komponist (die Autoren), welche die Künstler (die Performer), welche Rechte übernimmt der Verlag, welche Bedeutung haben Editionen und Unterverträge, wie sind Verwertungsgesellschaften wie die GEMA eingebunden, was macht eigentlich ein Musikverlag und was das Label? 

Nach dieser informativen ersten „Packung“ berichtete Diana Muñoz Gonzales als Senior Director Finance vom Geschäft: Wie laufen die Zahlungsströme, welche Parteien sind in die Leistungserstellung involviert, wie bewertet man den Wert von immateriellen Produkten, wie sehen die Kunden der Musikindustrie aus und wie lässt sich letztlich das Problem der First Copy Costs betriebswirtschaftlich handhaben?
BiTS-Dozent Torsten Petersen (links) im Gespräch
mit Ingo Heinzmann, Senior Director A&R der
Universal Music Group in Berlin

Ingo Heinzmann, Senior Director A&R (Artist & Repertoire) erzählte anschließend über die Arbeit mit den Künstlern. Wie findet man die neuen Talente, die zu Stars reifen können? Die Antwort des Branchenprofis: Der Schlüsselfaktor ist die Live-Performance. „Wenn ein Musiker auf der Bühne sein Publikum mitreißt, dann hat er das Zeug zum Star“. Entscheidend im Musikgeschäft sei es, Emotionen zu transportieren, weshalb Heinzmann auch klar die Lanze für deutschsprachige Künstler bricht. Auch wenn heute fast jeder gut Englisch verstehe, transportiere die Fremdsprache dennoch nicht so direkt und unvermittelt Gefühle, wie es die Muttersprache tut.

Eine weitere wichtige Einsicht des A&R-Managers: Hits werden immer wichtiger, selbst in Nischenmärkten. „Früher reichte es, gute Platten zu machen. Heute läuft ohne Hits selbst im Punk oder Hiphop fast nichts“. Der A&R-Manager sitzt an der Schnittstelle zwischen Musiker, Autoren und Vermarktung und bringt die richtigen Leute zusammen, damit Hits entstehen können. 
BiTS-Studierende zu Gast bei der Universal Music Group

Was muss man mitbringen, um als A&R-Manager zu arbeiten, wollte ein Student wissen. Die Antwort klar und auf den Punkt: Man muss für Musik brennen und man muss eine hohe emotionale Intelligenz bzw. soziale Kompetenz haben und sich gut auf völlig unterschiedliche Charaktere einstellen können.

Den letzten Slot der Expertenrunde bei der Universal Music Group bestritt Peter Velte, Senior Director Licencing. Er gab den Studierenden der BiTS einen Einblick ins Sync-Geschäft: dem Einsatz von Musik in Werbung und Filmwirtschaft. Da ist die Universal Music Group natürlich stark aufgestellt mit einem Katalog von 3 Millionen Songs, an denen man die Rechte hat. Sync ist die Kurzform von music syndication licence und dieses Geschäft ist für die Musikbranche doppelt interessant: Zum einen bieten sich attraktive Erlösmöglichkeiten, wenn ein Song z.B. in der TV-Werbung eingesetzt wird. Zum anderen bringen solche Lizenzgeschäfte auch einen enormen Bekanntheitsschub für die Künstler, weshalb als Ergebnis eines Syncs meist auch die klassische Verwertung einen Schub erhält. 

Zum Abschluss der knapp dreistündigen Exkursion gab’s noch ein Fotoshooting auf dem Balkon des Eierkühlhauses (eines ehemaligen Speichers im Berliner Osthafen). Hier befindet sich seit 2002 die Deutschlandzentrale der Universal Music Group. Die Universal Music Group machte 2013 rund 4,5 Mrd. Euro Umsatz, beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und gehört seit 2006 zum französischen Medienkonzern Vivendi.

Einen guten Kurzüberblick in die Art und Weise, wie das Musikgeschäft funktioniert, erhält man übrigens in einem gut gemachten Info-Clip des Bundesverbands Musikindustrie auf der Webseite der Universal Music Group.

Mittwoch, 22. April 2015

6 Gründe warum Manager keine neuen Märkte schaffen

Blaue Ozeane entsprechen Wertinnovationen,
die völlig neue Märkte schaffen. Doch das Handwerkszeug des
Managers steht dem Finden  und Gestalten blauer Ozeane
 im Weg. Die sechs Fallen, in die Manager tappen, wenn
sie Wertinnovationen suchen.
Eines der einflussreichsten Managementbücher der letzten Jahre war die Blue Ocean Strategy, die Chan Kim und Renée Mauborgne 2005 vorlegten. Das Buch wurde in den letzten zehn Jahren 3,5 Millionen mal verkauft und in 43 Sprachen übersetzt. Die Grundidee spiegelt sich in der Leitmetapher der roten und blauen Ozeane wieder: Erfolgreiche Unternehmen entwickeln Strategien, um durch Wertinnovationen neue Märkte - blaue Ozeane - zu schaffen, und liefern sich keine blutigen Gefechte in den roten Ozeanen des Wettebewerbs.

Zehn Jahre nach Erstveröffentlichung der Blue Ocean Strategy haben die Autoren in dem Artikel Red Ocean Traps in der Harvard Business Review Bilanz gezogen und auf die sechs wichtigsten Fallen hingewiesen, die Manager davon abhalten, erfolgreich neue Märkte zu schaffen.

1. Wertinnovationen sind nicht kundenorientiert

(Gute) Manager sind daran gewöhnt, im Kundeninteresse zu handeln. Daher glauben sie ganz automatisch, das market creation ein kundenorientierter Vorgang ist. Das Gegenteil ist richtig: Wer neue Märkte schaffen will, darf unter keinen Umständen auf seine Kunden hören. "Noncustomers, not customers, hold the greates insight into the points of pain and intimidation that limit the coundary of an industry".

2. Wertinovationen entstehen nicht in Nischen

Ein blauer Ozean entsteht nicht in der Nische. Eine Nische ist ein bestimmter, klar abgegrenzter Bereich einer bereits existierenden Industrie. Nischen zu besetzen ist eine Erfolgsstrategie, um dem Wettbewerb im Roten Ozean zu begegnen. Wer Blaue Ozeane im Visier hat, segementiert nicht, sondern de-segmentiert - verbindet Nutzenkategorien verschiedener Segemente zu einem neuen Angebot.

3. Wertinnovationen sind keine technologischen Innovationen

Klar, Wertinnovationen können sehr stark durch Technologie getrieben werden, wie man dies bei vielen Web-Diensten (Uber, Airbnb, Whatsapp etc.) sieht. Aber die Technologie unterstützt nur. Der Kern einer Wertinnovation ist nicht von Technologie abhängig, sondern lässt die notwendige Technologie in den Hintergrund treten. Ein schönes Beispiel: der Segway Transporter ist eine schöne Technologie. Doch durch ein fehlendes Infrastrukturangebot fehlt ein echter Kundenwert: Wo darf man den Segway fahren, wo parken, wie kann man ihn transportieren? Ungelöste Fragen, die einen Segway als tägliches Fortbewegungsgerät untauglich machen und damit seinen Wert maßgeblich reduzieren.

4. Wertinnovationen entsprechen nicht der schöpferischen Zerstörung

Die von Schumpeter konstruierte Idee der zerstörerischen Kraft fegt als alte Technologien zugunsten des Fortschritts vom Markt. Wenn wir von Wertinnovationen Market Creation sprechen, beobachten wir allerdings oft das Ausbleiben kreativer Zerstörung. Vielmehr entsteht Neues. Als Beispiel nennen Chan Kim und Renée Mauborgne Viagra, das einen milliardenschweren neuen Markt begründete, ohne etwas Altes zu zerstören. Ähnliches gilt für die auf Bewegungen reagierenden Spielkonsolen wie Nintendos Wii oder Serviceinnovationen wie die Ausreichung von Mikrokrediten.

5. Wertinnovationen werden nicht per se durch Differenzierung erreicht

Der klassische Ansatz im Marketing ist Differenzierung. Man schneidet sich auf enge Zielmärkte zu, entwickelt Produktvarianten und versucht, kleinen aber sehr homogenen Kundengruppen ein Produkt möglichst passgenau zu liefern. Dadurch entstehen in der Regel höhere Kosten und es lassen sich höhere Preise realisieren. Doch bei Wertinnovationen ist diese Logik ausgeschaltet. Höherer Kundenwert kann sehr wohl mit niedrigen Preise einhergehen. Differenzierung allein ist nicht genug, um eine Wertinnovation zu schaffen. Und das führt direkt zu...

6. Wertinnovationen werden nicht per se durch Kostensenkung erreicht

Auch hier gilt: Die Entweder-Oder-Logik der klassischen Marktbearbeitung wird bei Wertinnovationen aufgelöst. "(...) market-creating strategy takes a 'both-and' approach: It pursues both differentiation and low cost. In this framework, new market space is created not by pricing against the competition within an industry but by pricing against substitutes and alternatives that noncustomers are currently using. Accordingly, a new market does not have to be created at the low end of an industry. Instead it can be created at the high end, as Cirque du Soleil did in circus entertainment, Starbucks did in coffee, and Dyson did in vacuum cleaners."

Bildnachweis: By Tiago Fioreze (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Sonntag, 5. April 2015

Wanderatlas Deutschland informiert (April 2015)

Tipps aus der Wanderatlas-Redaktion: Wie wär's mit einer
Wanderung auf der neuen Eifelleiter?
Hallo liebe Wanderfreunde,

nach Ostern beginnt vielerorts wieder die Saison: Ausflugsschiffe, Schlösser und Burgen, Parks und selbst Museen nehmen sich gerne eine lange Winterpause und leben vom Saisongeschäft. Wie gut, dass wir Wanderer immer Saison haben - die Natur kennt weder Ladenschluss noch Winterpause. 

Wir haben wie gewohnt drei Wandertipps für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz im Gepäck. Das sind unsere Empfehlungen für den Monat April:


  • in der Eifel wird gerade ein neuer Wanderweg eingeweiht, die Eifelleiter (54km). Der Name ist Programm: Es geht von Bad Breisig am Rhein wie auf einer Leiter im direkten Marsch hinauf auf das Dach der Eifel, die Hohe Acht (747m). Schöne Idee, toller Wanderweg, ideal für ein verlängertes Wochenende.






Als GPS Wanderweg des Monats haben wir im April einen ganz besonderen Leckerbissen an der Angel: den Emscher-Park-Weg. Über sechs Etappen geht es auf dem Emscher-Park-Weg durchs Herz des Ruhrgebiets. Von Kamen wandert man über Dortmund, Castrop-Rauxel, Herne, Gelsenkirchen, Essen, Bottrop und Oberhausen nach Duisburg. 

Hand aufs Herz: Das klingt zunächst nicht wirklich spannend. Aber der Emscher-Park-Weg ist tatsächlich ein echtes Highlight, denn man wandert an vielen schön heraus gearbeiteten Zeugen der Zeitgeschichte vorbei, genießt herrliche Aussichten und erobert den größten Landschaftsparks Europas

Wir freuen uns natürlich auch auf viele neue Wandervorschläge von euch. Das Veröffentlichen neuer Wanderwege im GPS Wanderatlas ist denkbar einfach: Einmal anmelden, dann GPX-Datei hochladen, ein bisschen Beschreibungstext und nach Möglichkeit ein paar Bilder - fertig.

Wer immer aktuell bleiben möchte, folgt uns auf Twitter oder Facebook, wo wir alle neuen Touren und Sehenswürdigkeiten parallel veröffentlichen.

Liebe Grüße vom Team des GPS Wanderatlas Deutschland!